Euro zieht an nach Trump-Turbulenzen

Euro zieht an nach Trump-Turbulenzen

Die Aufregung um FBI-Ermittlungen, die US-Präsident Donald Trump angeblich abdrehen wollte, finden nun auch an der Börse ihren Niederschlag. Euro, Schweizer Franken und Yen ziehen kräftig an.

Frankfurt am Main. Der Euro hat am Mittwoch seinen jüngsten Höhenflug beschleunigt. Gestützt durch die politischen Turbulenzen in den USA war der Kurs am Morgen erstmals seit dem vergangenen November wieder über die Marke von 1,11 US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag kletterte der Euro dann bis auf 1,1147 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1117 (Dienstag: 1,1059) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8995 (0,9042) Euro.

Nachdem am Dienstag die Weitergabe geheimdienstlicher Informationen durch US-Präsident Donald Trump an Russland für Verunsicherung gesorgt hatte, gab es am Mittwoch Aufregung wegen eines Berichts über die mögliche Beeinflussung von FBI-Ermittlungen. "Nun fürchtet jeder, dass von diesem Präsidenten nicht nur kein kohärentes politisches Programm zu erwarten ist, sondern auch erhebliche Risiken ausgehen können", meinte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

Profitiert haben neben dem Euro vor allem der japanische Yen und der Schweizer Franken. Beide Währungen gelten als sichere Anlage-Alternativen. Die Verunsicherung zeigte sich auch in den deutlichen Kursgewinnen an den Anleihemärkten in Europa und den USA.

Allerdings hat der Euro in der vergangenen Woche im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen schon überproportional stark zum Dollar zugelegt. Es handelt sich also nicht nur um eine Dollar-Schwäche, sondern auch um eine Euro-Stärke. "Mehr und mehr scheint das Vertrauen in die Euroraum-Konjunktur zuzunehmen", schrieb Leuchtmann. Zudem würden immer mehr Marktbeobachter offenbar daran glauben, dass die EZB bereit sei, vor der Jahresmitte 2018 einen Ausstieg aus ihrer Niedrigzins-Politik zu wagen. Er habe zwar große Zweifel daran, aber zunächst dürfte der Euro weiter gestützt bleiben, sagte Leuchtmann.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85745 (0,85868) britische Pfund, 124,82 (125,67) japanische Yen und 1,0923 (1,0958) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.257,40 (1.234,20) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 36.344,00 (35.975,00) Euro.

Pensionskassen fordern mehr Rente für alle durch Firmenpension

Geld

Pensionskassen fordern mehr Rente für alle durch Firmenpension

Geld

Cyber-Cash: Bitcoins und die Angst vor dem Crash

Geld

Börse: Europa und Schwellenländer bleiben attraktiv