ETF: Investieren nach Index und mit Risikobremse

ETF: Investieren nach Index und mit Risikobremse

Exchange Traded Funds oder ETF's ermöglichen es auch Investment-Neulingen, in Aktien zu investieren, ohne dabei ein besonders großes Risiko einzugehen. Was hinter den Index-Fonds steckt.

„Sucht nicht die Nadel im Heuhaufen, kauft einfach den Heuhaufen.“ So beschrieb John Bogle das Konzept hinter seiner größten Erfindung, dem "Exchange Traded Fund" oder ETF. Der Fond-Manager hätte 1976 nicht ahnen können, welchen Anklang seine Idee finden würde: Laut Investment-Firma Blackrock stecken weltweit mittlerweile über vier Billionen Dollar in ETFs.

Doch worum handelt es sich bei einem ETF? Hinter dem sperrigen Akronym verstecken sich Investmentfonds, die Indizes nachbilden. Ursprünglich handelte es sich dabei um reine Aktienindizes, mittlerweile gibt es aber auch schon ETFs, die Rohstoffe oder Branchen abbilden, beispielsweise Biotechnologie oder Öl.

Wenn ein ETF beispielsweise den österreichischen ATX nachbildet, kauft er ausschließlich Aktien, die zum gegebenen Zeitpunkt im ATX gelistet sind, und zwar in der entsprechenden Gewichtung. So ist gewährleistet, dass sich der ETF immer exakt so entwickelt wie sein Leitindex ATX selbst. Im Fall eines ATX-Investments hätte man im vergangenen Jahr ein glückliches Händchen gehabt und direkt vom Kursgewinn des ATX profitiert: Binnen Jahresfrist ist der ATX von 2.400 Punkten auf 3.323 Punkte gestiegen - ein Plus von über 37 Prozent. Im gleichen Maß hat der an den Index gekoppelte ETF an Wert gewonnen.

Aktienindex ATX (ISIN AT0000999982); 5-Jahres-Entwicklung; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Aktienindex ATX (ISIN AT0000999982); 5-Jahres-Entwicklung; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Vor- und Nachteile

Zuvorderst sind ETFs in der Regel günstiger als klassische Investmentfonds. Deren primärer Kostentreiber sind Managementgebühren, da jede Kaufentscheidung einzeln überdacht wird. Beim ETF fällt dieser Faktor weg, denn gekauft wird je nach Index-Gewichtung. Der niedrigere Managementaufwand bringt auch entsprechend geringere Managementkosten mit sich.

Die wichtigsten Werte im ATX sind übrigens die OMV und die Erste Group. Ihre Kurse schlagen sich mit jeweils 16,98 Prozent auf den ATX nieder, dahinter folgen die Raiffeisen Bnk (8,77%), die Voestalpine (8,05%9.der Verbund (7,24%) und die Telekom Austria (5,72%).

Anleger können außerdem in ganze Branchen investieren, ohne sich mit einzelnen Unternehmen auseinanderzusetzen. Möchte man beispielsweise vom Wachstumspotential grüner Technologie profitieren, ohne stundenlang nach der perfekten Firma zu suchen, bieten sich ETFs für die 13 bestnotierten Grün-Technologie-Firmen an.

DAX (ISIN DE0008469008); 5-Jahres-Entwicklung; Kursgewinn binnen Jahresfrist: 22,53 %; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

DAX (ISIN DE0008469008); 5-Jahres-Entwicklung; Kursgewinn binnen Jahresfrist: 22,53 %; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Zu guter Letzt minimieren Anleger ihr Risiko dank der breiten Streuung eines ETF, besonders bei Nachbildung branchenübergreifender Indizes – wie eben dem ATX, der die 20 gewichtigsten Aktien Österreichs vereint. Oder dem deutschen Aktienindex DAX, der die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen widerspiegelt. In der Regel sind derartige Werte stabiler als andere, weshalb es auch zu vergleichsweise geringeren Schwankungen kommt.

ETFs können den Markt alledings nur nachbilden, nicht aber „outperformen“. Im Gegensatz zu einzelnen Aktien, deren Wert plötzlich rasant steigen (oder fallen) kann, bewegen sich ETFs eher gemächlich mit dem Gesamtmarkt. Schnelles Geld lässt sich mit ihnen daher eher nicht machen, es ist aber langfristig mit einer soliden Entwicklung zu rechnen. Außerdem werden bei klassischen ETFs etwa branchenbedingte Marktschwankungen abgefedert und ausgeglichen.

Wie kommt man an einen ETF?

ETFs werden auf zweierlei Arten gehandelt: Erstens über die Börse, genau wie Aktien. Dazu benötigt man ein Depot bei einer Bank, oder bei einem (Online-) Broker. Zweitens können zwei Marktteilnehmer außerbörslich mit ETFs handeln. Auch dafür sind Online Broker vonnöten. Der zweite, direkte Weg ist oft günstiger, da noch weniger Gebühren anfallen.

Advertorial
Eric Bramoullé, CEO Amundi Austria

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