Nachhaltigkeit als Herausforderung: FMA-Leitfaden für Unternehmen

Die Finanzmarktaufsicht FMA hat einen Leitfaden für Unternehmen zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken veröffentlicht. Detailliert wird darin der Umgang mit den Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung erläutert.

Nachhaltigkeit als Herausforderung: FMA-Leitfaden für Unternehmen

"Nachhaltig investieren" ist im bereich der Geldanlage das große Motto der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei die zukunftsorientierte und risikoarme Geldanlage, die sich an den Nachhaltigkeitsfaktoren, den ESG-Kriterien, orientiert. Das "E" steht dabei für Environment (Umwelt), das "S" für Social (Soziales und Arbeitnehmerbelange) und das "G" für Governance (gute Unternehmensführung).

Die Basis dafür bilden die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs), die im Rahmen ihrer „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen wurden. Die Republik Österreich als Mitgliedstaat der Vereinten Nationen hat sich verpflichtet, diese nachhaltigen Entwicklungsziele zu implementieren.

Leitfaden für Unternehmen

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat einen Leitfaden für Unternehmen zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken veröffentlicht. Der Themenbogen reicht von Klimawandel über Korruption bis hin zu Kinderarbeit. Diese Risiken können – nicht nur im Fall von Klimarisiken - die Performance einzelner Vermögenswerte oder Finanzmarktteilnehmer negativ beeinflussen, sondern potenziell auch die Finanzstabilität gefährden.

Der Leitfaden bietet eine Hilfestellung bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken und ist als „lebendes Dokument“ konzipiert, der bei Bedarf aktualisiert wird. Er soll die Unternehmen auch auf die Disclosure-Verordnung vorbereiten. „Der Leitfaden dient dazu, das gemeinsame Verständnis zwischen FMA und beaufsichtigten Unternehmen zu stärken und gleiche Wettbewerbsbedingungen („level playing field“) zwischen den beaufsichtigten Unternehmen sicherzustellen,“ betont der FMA Vorstand (Helmut Ettl und Eduard Müller). „Er adressiert sektorübergreifend sowohl Banken, Versicherungen, Asset Manager, Pensions- und Betriebliche Vorsorgekassen. Sie alle haben Nachhaltigkeitsrisiken in die bestehenden Risikokategorien, in Strategie und Unternehmensführung sowie soweit wie möglich in die bestehenden Transparenzpflichten einzubeziehen.“ Er enthält überdies zwei umfangreiche Annexe, einen zu „Good Practices“, einen zu weiteren Informationsquellen. Anschauliche Beispiele bieten möglichst praxisnahe Erklärungen.

Orientierung in EU-Regulierung

Der Leitfaden soll auch eine Orientierungshilfe für den Umgang mit den zahlreichen Initiativen der europäischen Institutionen zur Integration der ESG-Risiken in die europäische Regulierung sein. So hat die Europäische Kommission am 8. Juni Entwürfe zu Änderungen von delegierten Rechtsakten zur MiFID II, OGAW-RL, AIFMD, IDD und Solvency II veröffentlicht, die Verpflichtungen zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken (allgemeine organisatorische Anforderungen sowie Anforderungen an das Risikomanagement) enthalten.

Insbesondere enthält die „Disclosure-Verordnung“ sektorübergreifend für Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater neue Transparenzverpflichtungen: So sind künftig unter anderem Informationen über die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken auf Unternehmensebene auf der Webseite zu veröffentlichen sowie eine Beschreibung der Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und mögliche Auswirkungen in vorvertragliche Informationen von Finanzprodukten aufzunehmen. Weiters hat die „Taxonomie-Verordnung“8 mit Veröffentlichung am 22.6.2020 im Europäischen Amtsblatt Rechtskraft erlangt. Durch die Taxonomie-Verordnung wird ein Klassifizierungssystem zur Erleichterung ökologisch nachhaltiger Investitionen geschaffen.


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Leitfaden zum Management von Nachhaltigkeitsrisiken

Der Leitfaden zum Management von Nachhaltigkeitsrisiken wurde in enger Kooperation mit der Focal Group „Green Finance“ des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) sowie dem Umweltbundesamt (UBA) und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) erarbeitet. Sie finden ihn HIER ZUM DOWNLOAD .

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