Erwartungen gesenkt: Billiges Öl setzt OMV weiter unter Druck

Erwartungen gesenkt: Billiges Öl setzt OMV weiter unter Druck

Der niedrige Ölpreis setzt die OMV weiter unter Druck: Der Konzern nimmt Wertminderungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vor und bildet einen Sonderaufwand in Höhe von 300 Millionen Euro.

Die anhaltende Schwäche des Ölpreises setzt den österreichischen Erdöl- und Gaskonzern OMV zunehmend unter Druck. Erneut strich der Konzern seine Erwartungen für den Ölpreis in den kommenden Jahren zusammen und nahm eine Wertminderungen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro auf Vermögenswerte vor. Zusätzlich sei ein Sonderaufwand in Höhe von 300 Millionen Euro gebildet worden. Dieser sei aufgrund einer Überprüfung der Langzeit-Geschäftsannahmen für den Gasmarkt erforderlich.

Für 2016 rechnet OMV nun nur noch mit einem Preis für das richtungsweisende Brent -Öl aus der Nordsee von 40 (zuvor: 55) Dollar je Barrel. Für 2017 wurde die Erwartung auf 55 (zuvor: 70) Dollar je Barrel reduziert und für 2018 auf 65 (zuvor: 80) Dollar.

OMV spürt wie die gesamte Branche den Ölpreisverfall. Reagiert hat sie darauf bereits mit einer Kürzung von Investitionen sowie einem Sparprogramm. Wegen der weltweiten Überproduktion hat sich dieser Rohstoff seit Mitte 2014 um etwa 70 Prozent verbilligt. Am Freitag kostete ein Barrel (Fass zu 159 Liter) knapp 35 Dollar.

Erste Group senkt Empfehlung: "Sell"

Im Rahmen einer Branchenanalyse zu Öl- und Gaswerten in Mittel- und Osteuropa haben die Analysten der Erste Group am gestrigen Donnerstag ihre Empfehlung für die Aktien der OMV von "Reduce" auf "Sell" gesenkt. Das Kursziel wurde im Vorfeld der am Freitag vorgelegten Produktionszahlen ebenfalls von 22,0 Euro auf 20,0 Euro reduziert.

Die Experten der Erste Group haben ihre Schätzungen für den Brent-Ölpreis 2016 auf 35 Dollar je Barrel gesenkt. Sie erwarten zudem, dass die Ölpreise in den kommenden drei Jahren schwach bleiben werden. Die OMV sowie die Tochter OMV Petrom könnten von den niedrigen Ölpreisen gleich doppelt belastet werden: So wird die kurzfristige Rentabilität leiden, aber auch die langfristigen Wachstumsraten könnten beeinträchtigt werden.

Details zum Sparplan am 18. Februar

Am 18. Februar wird die OMV Details zu ihrem jüngst angekündigten Kosteneinsparungsprogramm, das über das 2014 begonnene "Fit for Fifty"-Programm hinausgehen soll, bekannt geben. Die Erste Group-Analysten befürworten weitere Einsparungen bei der OMV, da das operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns im Upstream-Bereich (Exploration & Produktion/E&P) ab einem Ölpreis von 36 bis 37 Dollar je Barrel in den negativen Bereich dreht.

Außerdem hoffen die Wertpapierspezialisten bei dieser Gelegenheit auf neue Informationen zum geplanten Asset-Swap mit der Gazprom, da sie derzeit keine Rationale für die OMV in dieser Vereinbarung sehen. Auch die Investition in das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 erscheint den Erste-Experten fragwürdig. Zur Zeit sei noch nicht einmal das Projekt Nord Stream-1 vollständig ausgeschöpft worden.

Empfehlung: Einstieg unter 20 Euro

Einen guten Einstiegspunkt in die OMV sehen die Erste-Experten bei einem Aktienpreis von unter 20 Euro. Zum Vergleich: Am Freitag im Frühhandel notierten die OMV-Titel an der Wiener Börse bei minus 0,57 Prozent auf 23,36 Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Erste-Experten ein Ergebnis von minus 0,36 Euro je Aktie. 2016 dürfte das Ergebnis dann wieder ins Plus drehen, die Schätzung liegt bei 1,04 Euro je Titel. Für 2017 wird der Gewinn auf 1,25 Euro je Anteilsschein geschätzt. Die Dividendenprognose beläuft sich für die Jahre 2015 bis 2017 auf jeweils 1,25 Euro je Aktie.

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