Ergebnisse vom 4. Mai 2016: Siemens, Verbund, Polytec, Andritz, Erste Group, S&T

Ergebnisse vom 4. Mai 2016: Siemens, Verbund, Polytec, Andritz, Erste Group, S&T

Bei Siemens sorgen Wind und Energie für bessere Geschäfte. Verbund hat ebenso Umsatz und Gewinn gesteigert. Andritz macht mit weniger Umsatz mehr Gewinn als im Vorjahresquartal. Die Erste Group sorgt für eine Überraschung. Bei Polytec läuft das Geschäft auf Vorjahresniveau. Wienerberger hat seinen Verlust halbiert.

Siemens steigerte Quartalsergebnis überraschend deutlich

Dank guter Geschäfte mit Windkraft und Energietechnik sowie schnellerer Sparerfolge hat Siemens überraschend stark zugelegt. Das Ergebnis des industriellen Geschäfts kletterte im zweiten Quartal auf gut 2,1 Milliarden Euro, das sind 28 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Technologiekonzern am Mittwoch in München mitteilte. Analysten hatten hier lediglich im Schnitt 1,91 Milliarden Euro vorausgesagt.

Beim Umsatz setze sich der bereits in den Vorquartalen erkennbare Trend fort. In den vergangenen drei Monaten stiegen die Erlöse um fünf Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro.

Mehr dazu: Siemens bekommt Auftrieb durch viel Wind und Energie

Verbund im ersten Quartal mit mehr Gewinn und Umsatz

Der Stromkonzern Verbund hat im ersten Quartal Gewinn und Umsatz gesteigert. Der Ausblick wurde bekräftigt. Das Konzernergebnis stieg um 29,9 Prozent auf 82,4 Millionen Euro, teilte der Verbund am Mittwoch mit. Zurückzuführen sei dies vor allem auf das verbesserte Finanzergebnis insbesondere aufgrund von Anleihetilgungen im Jahr 2015.

Der Umsatz stieg um 10,9 Prozent auf 806,3 Millionen Euro. Das EBITDA sank um 2 Prozent auf 213,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte um 4,5 Prozent auf 129,4 Millionen Euro zu.

Andritz: Weniger Umsatz, mehr Gewinn

Der Anlagenbauer Andritz (ISIN AT0000730007) hat im ersten Quartal 2016 mit weniger Umsatz mehr verdient. Der Umsatz der ersten drei Monate sank im Vorjahresvergleich um 8,5 Prozent auf 1.285,6 Millionen Euro, der Nettogewinn (nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) stieg um 19,3 Prozent auf 52,5 Millionen Euro.

Damit lag der Konzern mit Sitz in Graz beim Umsatz schwächer als von den von der APA befragten Analysten erwartet worden war. Beim Nettogewinn wurde die Prognose übertroffen, denn die Analysten hatten mit einem Zuwachs auf 52,1 Millionen Euro gerechnet. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) stieg auf 83,9 Millionen Euro (Q1 2015: 73,4 Millionen). Die Verbesserung trotz Umsatzrückgangs führt der Konzern auf die sehr gute Entwicklung in den Bereichen Pulp & Paper (Zellstoff- und Papierindustrie) sowie Hydro zurück. Dadurch habe sich auch die Rentabilität der Gruppe (EBITA-Marge) von 5,2 Prozent (Q1/2015) auf 6,5 Prozent erhöht.

Erste Group startete mit unerwartetem Gewinnsprung ins neue Jahr

Die Erste Group Bank AG (ISIN AT0000652011) ist mit einem unerwarteten Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet. Der Nettogewinn legte um 22 Prozent von 225,8 auf 274,7 Millionen Euro im Jahresabstand zu, Analysten hatten überwiegend mit einem leichten Rückgang gerechnet. Grund waren vor allem die außerordentlich niedrigen Risikokosten.

Dafür belastete die vorzeitige Verbuchung der fürs Gesamtjahr anfallenden Beiträge zu Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds sowie die ungarische Bankensteuer. Das Betriebsergebnis sackte deshalb um 16 Prozent von 741,0 auf 620,5 Millionen Euro ab.

Die Bankenabgaben insgesamt verringerten sich von 91,8 auf 62,8 Millionen Euro im Jahresabstand. Für heuer erwartet das Institut eine um immaterielle Vermögenswerte bereinigte Eigenkapitalrendite von 10 bis 11 Prozent; das begünstige weitere Dividendenausschüttungen.

Polytec macht Gewinn auf Vorjahresniveau

Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec Holding (ISIN AT0000A00XX9) verbuchte im ersten Quartal ein leichtes Umsatzplus von einem Prozent auf 157,4 Millionen Euro. Unterm Strich wurde ein Gewinn von 5,9 Millionen Euro (plus 0,3 Prozent) erwirtschaftet. Für 2016 wird mit Umsatz- und Gewinnsteigerungen gerechnet.

Entgegen der gestrigen Erwartungen von Analysten blieb das Periodenergebnis der Polytec mit 5,9 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau. Das größte Marktsegment der Polytec, Personenkraftwagen mit 65,8 Prozent Umsatzanteil, verringerte sich um 3,5 Prozent auf 103,5 Millionen Euro. Grund dafür sei ein deutlich reduzierter Werkzeug- und Entwicklungsumsatz gewesen. Im Bereich der Nutzfahrzeuge wurde ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 36,5 Millionen Euro erzielt. Das Ebitda betrug 15,4 Millionen Euro und legte um 8,5 Prozent zu.

Wienerberger halbierte Quartalsverlust

Der Baustoffriese Wienerberger (ISIN AT0000831706) hat seine Verluste heuer im ersten Quartal vor allem dank der "sehr positiven Entwicklung des Ziegelgeschäftes in Europa und in Nordamerika" massiv abgebaut. Unter dem Strich halbierte sich der Fehlbetrag gegenüber der Vorjahresperiode von 34,1 auf 16,7 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Verlust je Aktie (EPS) sank von 35 auf 20 Cent.

IT-Dienstleister S&T bleibt auf Wachstumskurs

Der in Frankfurt notierte oberösterreichische IT-Dienstleister S&T (ISIN AT0000A0E9W5) ist im ersten Quartal auf Wachstumskurs geblieben. Der Quartalsumsatz stieg um vier Prozent auf 96,4 Millionen Euro (92,8 Millionen). Der Konzerngewinn legte um 18,5 Prozent auf 3,2 Millionen Euro (2,7 Millionen Euro) zu.

Aufgrund eines hohen Auftragsbestands erwartet S&T ein "starkes zweites Quartal mit deutlich über 100 Millionen Euro Umsatzerlösen", heißt es in der Aussendung. Über das gesamte Jahr 2016 soll das Wachstum weitergehen, der Umsatz wie bisher angekündigt über 500 Millionen Euro liegen, bei überproportional steigenden Profiten.

T-Mobile Austria steigerte operativen Gewinn

T-Mobile Austria, die Österreich-Tochter der Deutschen Telekom, hat heuer im ersten Quartal ihren operativen Gewinn gesteigert: Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 11 Prozent auf 36 Mio. Euro zu. Die Verkaufserlöse stiegen um knapp 6 Prozent auf 208 Mio. Euro.

Die im Umsatz enthaltenen Verbindungsgebühren erhöhten sich um rund 4 Prozent auf 178 Mio. Euro. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen verbesserte sich der bereinigte Gewinn (EBITDA) um 6 Prozent auf 69 Mio. Euro.

Chemiekonzern Borealis: Gewinn fast verdoppelt

Der Chemiekonzern Borealis, an dem die OMV mit 36 Prozent beteiligt ist, hat im ersten Quartal 2016 seinen Nettogewinn gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres auf 255 Mio. Euro fast verdoppelt. Das Gesamtjahr 2016 dürfte ähnlich gut ausfallen wie das Rekordjahr 2015, erwartet Konzernchef Mark Garrett, "was uns sehr positiv überrascht, denn 2015 war ein hervorragendes Jahr".

Aus der starken Gewinnsteigerung im ersten Quartal dürfe man aber keine übertriebenen Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf ableiten, erklärte Garrett am Mittwoch im Gespräch mit der APA. "Das erste Quartal 2015 war mit einem Nettogewinn von 137 Mio. Euro gar nicht so schlecht, aber es war das schlechteste des ganzen Jahres. Wir vergleichen jetzt also mit dem schlechtesten Quartal des Vorjahres." Das zweite Quartal 2016 werde wahrscheinlich schwächer ausfallen als 2015, weil da das zweite Quartal des stärkste war.

Überhaupt sei die Quartalsberichterstattung "eine fragwürdige Sache", meint Garrett, denn es gebe immer wieder Schwankungen von Quartal zu Quartal, etwa wenn es durch "Turnarounds" (Wartungsarbeiten) bei großen Anlagen zu Produktionsausfällen komme. Ein solcher Turnaround sei z. B. in der zweiten Jahreshälfte am Borealis-Standort in Finnland geplant.

Geld

Währungsrechner- Der Euro und die Weltwährungen

Investors Challenge #IC19 Abschlussgala

Börsewissen #IC19

Investors Challenge #IC19 Einladung zur Abschlussgala

Geld

"Gewinnschätzungen werden in erschreckender Konstanz revidiert"

Geld

Wirecard: Kein Testat für Bilanz 2017 der Singapur-Tochter