Ergebnisse vom 4. Mai: Shell, Volvo, Beiersdorf, Deutsche Telekom, SocGén, Conti, Air France-KLM

Ergebnisse vom 4. Mai: Shell, Volvo, Beiersdorf, Deutsche Telekom, SocGén, Conti, Air France-KLM

Shell leidet unter sinkenden Ölpreisen und muss sparen. Volvos neue Modelle schieben Gewinn an. Deutsche Telekom profitiert von US-Tochter. Bei Beiersdorf schrumpft der Gewinn. Société Générale muss sparen. HeidelCement und Conti überraschen mit guten Zahlen. Air France-KLM vermindert Verluste dank sinkendem Ölpreis. Fraport-Gewinn bricht ein.

Shell muss sparen

Beim Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell (ISIN GB00B03MLX29) ist der Gewinn im ersten Quartal um 58 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar abgesackt. Shell verschärft nach dem erneuten Gewinneinbruch den Sparkurs. Um die Folgen des Ölpreisverfalls aufzufangen, würden die Investitionen heuer um 10,0 Prozent auf 30 Milliarden Dollar (25,9 Milliarden Euro) gekürzt, teilte das britisch-niederländische Unternehmen am Mittwoch mit.

Einschließlich der Drosselungen bei dem übernommenen Gaskonzern BG sei dies sogar eine Kürzung von rund 36 Prozent.

Auch im laufenden Quartal befürchtet der Konzern, der mit der 54 Milliarden Dollar schweren BG-Übernahme zum weltweit führenden Anbieter von Flüssiggas aufsteigt, anhaltenden Gegenwind. Dies setzte die Aktie unter Druck, sie gab rund 0,5 Prozent nach.

Volvo schaffte nach Modelloffensive einen Quartalsgewinn

Der schwedische Autobauer Volvo (ISIN SE0000115420) hat im ersten Quartal dank einer Modelloffensive schwarze Zahlen geschrieben. Der operative Gewinn lag von Jänner bis März bei 3,1 Milliarden Kronen (335,8 Millionen Euro), wie das zur chinesischen Gruppe Zhejiang Geely gehörende Traditionsunternehmen am Mittwoch bekannt. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Verlust verbucht.

Umsatz und Gewinn sollen heuer höher ausfallen als 2015, bekräftigte der Konzern. Zur Trendwende trug das neue Modell XC90 bei, das erste unter Geely entwickelte Fahrzeug. "Jeder fünfte im ersten Quartal verkaufte Volvo war ein XC90", sagte Unternehmenschef Hakan Samuelsson. Auch die beiden anderen zu Jahresbeginn neu angebotenen Modelle S90 und V90 entwickelten sich demnach gut.

Umsatz von Beiersdorf schrumpft

Der deutsche Kosmetikhersteller Beiersdorf (ISIN DE0005200000) hat zu Jahresbeginn einen Umsatzrückgang verbucht. Die Erlöse seien im Auftaktquartal nominal um 1,9 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro geschrumpft, teilte der Nivea-Konzern aus Hamburg am Mittwoch mit. Organisch, also ohne Währungseinflüsse, legte der Umsatz dagegen um 2,4 Prozent zu. Analysten hatten mit einem höheren Umsatz gerechnet.

Das Management bekräftigte die Prognose für die Kosmetiksparte, senkte aber den Ausblick für die kleinere Klebstofftochter Tesa. Bei Tesa erwartet Beiersdorf nun im Gesamtjahr nur noch ein Umsatzplus leicht über dem Vorjahr und eine operative Ebit-Rendite leicht unter dem Vorjahr. Bisher hatte Beiersdorf für diese Sparte, die für etwa ein Sechstel des Konzernumsatzes steht, ein Umsatzplus zwischen zwei und vier Prozent und eine Ebit-Rendite etwa auf Vorjahreshöhe in Aussicht gestellt.

Der Konzern peilt unverändert ein Umsatzplus zwischen drei und vier Prozent sowie eine etwas höhere operative Rendite an.

Deutsche Telekom wächst dank US-Tochter

Die Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508) hat im ersten Quartal dank ihrer starken US-Tochter deutlich zugelegt. Der Umsatz kletterte um 4,7 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch in Bonn mitteilte. Wachstumstreiber war das Geschäft in den Vereinigten Staaten, während die Erlöse in Europa leicht rückläufig waren.

Unter dem Strich fuhr die Telekom ein dickes Plus ein: Der Nettogewinn stieg von 787 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,13 Milliarden Euro. Das lag vor allem an einem Milliardenbeitrag aus dem Verkauf des Anteils am britischen Joint Venture EE.

Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) wuchs um 12,9 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro. Der bereinigte Überschuss stieg um 1,1 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro an. Hier machten sich vor allem höhere Abschreibungen und eine gestiegene Steuerlast bemerkbar. Seine Jahresprognosen bestätigte der Konzern.

Continental steigerte Gewinn zweistellig

Der deutsche Technologiekonzern Continental (ISIN DE0005439004) hat einen starken Start ins Jahr hingelegt - muss dabei aber auf Licht und Schatten verweisen. Der Quartalsgewinn unterm Strich wuchs um 12 Prozent auf 734 Millionen Euro, wie Conti am Mittwoch in Hannover mitteilte.

Dabei spielte die Antriebssparte des Autozulieferers vor Zinsen und Steuern (Ebit) rund ein Drittel weniger Gewinn ein als im Startquartal 2015. Die schwachen Geschäfte mit Hybrid-Antrieben, die Verbrennungsmotoren mit Batteriekraft verzahnen, sind eine Erklärung.

Auch die Sparte Auto-Infotainment fiel spürbar zurück, was Conti mit auslaufenden Serien auf den wichtigen Märkten Europa und Amerika erklärte. Stärker als vor einem Jahr entwickelte sich dagegen der mit Abstand wichtigste Gewinnbringer, die Conti-Reifensparte. Auch die im Vergleich dazu deutlich kleinere Industriesparte legte merklich zu.

Société Générale läutet nächste Sparrunde ein

Die französische Großbank Société Générale (ISIN FR0000130809) will die Kosten weiter senken. Im zuletzt schwächelnden Investmentbanking sollen bis 2017 zusätzlich 220 Millionen Euro eingespart werden, wie die Nummer zwei des Landes nach BNP Paribas am Mittwoch mitteilte. Bisher waren hier Einsparungen von 323 Millionen Euro vorgesehen.

Die Anpassungen gehen auf die heftigen Marktturbulenzen im Jänner und Februar zurück, die bei allen Investmentbanken Spuren hinterlassen haben. Bereinigt um Sonderfaktoren ging der SocGen-Nettogewinn im ersten Quartal leicht auf 829 Millionen Euro zurück. Die Einnahmen der Bank sanken um knapp drei Prozent.

HeidelbergCement verdient mehr als gedacht

Die gute Baukonjunktur, höhere Preise und gesunkene Energiekosten haben HeidelbergCement (ISIN DE0006047004) im ersten Quartal zu einem unerwartet kräftigen Anstieg des operativen Gewinns verholfen. Das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen stieg auf vergleichbarer Basis um 13 Prozent auf 321 Millionen Euro, wie das deutsche Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 306 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz lag mit 2,83 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. "Das erste Quartal 2016 war operativ das beste seit der Finanzkrise und hat damit den positiven Trend des Vorjahres fortgesetzt", erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele.

Air France-KLM schlägt sich besser als erwartet

Air France-KLM (ISIN FR0000031123) hat auch dank niedriger Treibstoffpreise den Quartalsverlust überraschend deutlich verringert. Im ersten Quartal sank das operative Minus im Vergleich zum Vorjahresquartal von 417 Millionen auf 99 Millionen Euro, wie der französisch-niederländische Konzern am Mittwoch mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 189 Millionen gerechnet. Der Umsatz stieg 0,4 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Markterwartungen.

Die Fluggesellschaft bekräftigte zwar ihre Finanzziele für das laufende Jahr, warnte zugleich aber vor Geschäftsrisiken durch politische Krisen auf der Welt sowie Überkapazitäten in der Branche.

Fraport-Gewinn eingebrochen

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport (ISIN DE0005773303) kämpft zum Jahresauftakt wegen hoher Kosten aus einem Tarifabschluss mit einem Gewinnrückgang. Das Betriebsergebnis (Ebitda) sei im 1. Quartal um 5 Prozent auf 145,6 Millionen Euro gesunken, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zusätzlich schmälerten Investitionen am Standort Frankfurt den Gewinn. Analysten hatten mit einem Ebitda von 156 Millionen Euro gerechnet.

An der Prognose für das laufende Jahr hält der Vorstand fest: Das Betriebsergebnis soll sich auf 850 bis 880 Millionen Euro summieren nach 848,8 Millionen Euro im Vorjahr. Gleichzeitig sollen die Passagierzahlen in Frankfurt um ein bis drei Prozent steigen. In den ersten vier Monaten betrug das Plus 1,6 Prozent.

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