Ergebnisse vom 3. Mai 2016: BMW, Infineon, Boss, AIG, Amag, Lufthansa

Ergebnisse vom 3. Mai 2016: BMW, Infineon, Boss, AIG, Amag, Lufthansa

BMW hat gleich zum Jahresauftakt wieder einen satten Gewinn eingefahren. Die AMAG leidet unter dem Aluminiumpreis. Lufthansa und AUA profitieren vom Spritpreis, schreiben aber Verluste. ProSiebenSat.1 profitiert von der Digitalsparte. Und Hugo Boss hat starke Konkurrenz.

BMW mit Vollgas ins Startquartal

BMW (ISIN DE0005190003) hat zum Jahresauftakt mehr Gewinn eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) legte im ersten Quartal um 4,4 Prozent zu auf 2,368 Milliarden Euro, wie der Münchner Autobauer am Dienstag mitteilte. Unterm Strich kletterte der Gewinn um 8,2 Prozent auf 1,641 Milliarden Euro.

In der Kernsparte Automobile blieb BMW allerdings hinter den Zahlen des Vorjahres und hinter den Erwartungen der Analysten zurück: Das operative Ergebnis (Ebit) gab hier um 1,7 Prozent nach auf 1,763 Milliarden Euro, der Umsatz schrumpfte um 0,4 Prozent auf 18,814 Milliarden Euro. Die Rendite (Ebit-Marge) sank auf 9,4 (9,5) Prozent. Damit lag BMW vor Konkurrent Daimler, der in seiner Pkw-Sparte zu Jahresbeginn eine Marge von 7,1 Prozent auswies.

Commerzbank mit Fehlstart

Die Unruhe an den Kapitalmärkten und die Folgen der Niedrigzinsen haben die Commerzbank (ISIN DE000CBK1001) im ersten Quartal ausgebremst. Der Überschuss halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 163 Millionen Euro, wie der teilverstaatlichte Dax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Der operative Gewinn sackte um 60 Prozent auf 273 Millionen Euro ab.

Damit fiel die erste Zwischenbilanz unter dem seit 1. Mai amtierenden Vorstandschef Martin Zielke wie erwartet bescheiden aus. Für Unruhe sorgen zudem Medienberichte über umstrittene Aktiendeals. Mit sogenannten Cum-Cum-Geschäften rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens soll der deutsche Staat um Milliarden geprellt worden sein.

Im Tagesgeschäft im ersten Quartal 2016 gab es vor allem im Investmentbanking Einbrüche. Dabei hinterließ wie bei anderen Instituten die Talfahrt an den globalen Finanzmärkten in den ersten beiden Monaten Spuren. Schwächer lief es wegen des Zinstiefs auch im Geschäft mit dem Mittelstand.

ProSiebenSat.1 profitiert von Digitalsparte

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 (ISIN DE000PSM7770) hat dank des boomenden Digitalgeschäfts seinen Gewinn im Auftaktquartal deutlich gesteigert. Das Betriebsergebnis kletterte um zwölf Prozent auf 170 Millionen Euro, wie das jüngst in den Dax aufgestiegene Unternehmen am Dienstag mitteilte. Beim Umsatz konnte der Konzern um 22 Prozent zulegen. Die Reisebuchungsseite und Preisvergleichsportale des Konzerns sind profitabel. Das Videoportal Maxdome schreibt Verluste.

Hugo Boss verbuchte im ersten Quartal Gewinneinbruch

Der deutsche Modekonzern Hugo Boss (ISIN DE000A1PHFF7) ist mit deutlich weniger Gewinn in das neue Jahr gestartet. Die Probleme in China und den USA haben das Unternehmen weiterhin im Griff. Auch die Abfindung für den geschassten Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs sowie Abschreibungen belasteten das Ergebnis.

Der Überschuss brach zwischen Jänner und März um fast die Hälfte auf 38,5 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Dienstag in Metzingen mitteilte. Die anhaltenden Rabattschlachten in den USA und von Hugo Boss eingeleitete Preissenkungen in China belasteten. Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 643 Millionen Euro. Ein Nachfolger für Lahrs ist nach wie vor nicht in Sicht.

Infineon übertrifft Erwartungen

Der Halbleiterkonzern Infineon (ISIN DE0006231004) hat dank hoher Nachfrage aus der Autoindustrie das zweite Quartal mit einem etwas höheren operativen Gewinn abgeschlossen als erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis stieg von Jänner bis März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 228 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 213 Millionen Euro gerechnet.

Bei einem Umsatzplus von neun Prozent auf 1,61 Milliarden Euro erzielte Infineon im zweiten Quartal eine operative Rendite von 14,2 Prozent. Im Februar hatte Ploss die Erwartungen für das zweite Quartal gedämpft und im Mittel eine Marge von 13 Prozent in Aussicht gestellt. Im dritten Quartal rechnet der größte deutsche Chip-Hersteller mit einem Umsatzanstieg von zwei Prozent und einer bereinigten Rendite von 16 Prozent.

AMAG-Gewinn sank im ersten Quartal, niedriger Aluminiumpreis belastet

Der börsennotierte Aluminiumkonzern AMAG (ISIN AT00000AMAG3) hat im ersten Quartal weniger Gewinn und Umsatz erzielt. Der niedrige Aluminiumpreis hat das Ergebnis belastet. Profitiert hat die AMAG vom Werksausbau. Das Ergebnis nach Ertragssteuern sank auf 7,7 Millionen Euro, nach 12,6 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Bei Umsatz und EBITDA sei das Vorjahresniveau fast erreicht worden. Der Umsatz ging auf 227,8 Millionen Euro (nach 231,0 Millionen Euro im ersten Quartal 2015) zurück, das operative EBITDA auf 32,7 (35,3) Millionen Euro. Der niedrige Aluminiumpreis habe das Ergebnis um rund 16 Millionen Euro negativ beeinflusst.

Lufthansa flog zu Jahresbeginn weniger Verlust ein

Die AUA-Muttergesellschaft Lufthansa (ISIN DE0008232125) hat zum Jahresstart wegen guter Geschäfte in der Passagiersparte und niedrigerer Treibstoffkosten den operativen Verlust deutlich eingedämmt. Der Betriebsverlust (bereinigtes Ebit) habe in den ersten drei Monaten 53 Millionen Euro betragen nach einem Fehlbetrag von 167 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die deutsche Airline Lufthansa am Dienstag mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Minus von 37,6 Millionen Euro gerechnet.

Die Lufthansa-Tochter AUA hat im ersten Quartal 2016 den Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 28 Millionen Euro verringert. Im Vorjahr hatte das traditionell schwierige Winterquartal einen Abgang von 53 Millionen Euro gebracht. Dank ausgeweitetem Angebot gab es ein Passagierplus von 3,7 Prozent auf 2,05 Millionen und damit mehr Einnahmen - aber auch mehr Ausgaben, teilte die Airline am Dienstag mit.

Mehr dazu: Lufthansa: weniger Verlust zum Jahresauftakt

Mehr dazu: AUA verringert die Verluste

US-Versicherer AIG schreibt Verlust

Der größte US-Versicherer AIG (ISIN US0268747849) ist im ersten Quartal wieder in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich sei ein Minus von 183 Millionen Dollar (160,48 Millionen Euro) gestanden nach einem Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss mit.

AIG führte den Verlust unter anderem auf einen Rückgang bei den Anlagerenditen und den Prämieneinnahmen zurück. Das Betriebsergebnis fiel um 54 Prozent auf 773 Millionen Dollar. Mit seinen Zahlen verfehlte AIG das dritte Quartal in Folge die Erwartungen der Börsianer. Im nachbörslichen Handel gab die AIG-Aktie rund drei Prozent nach.

Britische Großbank HSBC spürt Gegenwind

Die britische Großbank HSBC bekommt die schwierigen Marktbedingungen mit Niedrigzinsen, schwachem globalen Wirtschaftswachstum und Börsenturbulenzen deutlich zu spüren. Im ersten Quartal fiel der Vorsteuergewinn auch wegen des Verfalls der Rohstoffpreise um 14 Prozent auf 6,1 Mrd. Dollar (5,31 Mrd. Euro), wie das größte Finanzinstitut Europas am Dienstag mitteilte.

Dem traditionell in Asien stark vertretenen Geldhaus gelang es nicht, seinen Kapitalpuffer zu stärken. Die Kapitalquote verharrte bei 11,9 Prozent, während Analysten mit 12,1 Prozent gerechnet hatten. "Die Verunsicherung am Markt führte im Jänner und Februar zu extremer Volatilität, die wiederum unsere Fähigkeit beeinträchtigte, Einnahmen in unseren Märkten und der Vermögensverwaltung zu generieren", erklärte HSBC-Chef Stuart Gulliver.

Greiner Holding steigerte Umsatz 2015 um 9 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro

Die kunststoffverarbeitende Greiner Holding mit Sitz in Kremsmünster (Bez. Kirchdorf) hat den Konzernumsatz 2015 um 9 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro gesteigert. Gut die Hälfte des Plus kommt aus organischem Wachstum, der Rest aus einer Akquisition in der Türkei und Währungseffekten. 2016 peilt Vorstandsvorsitzender Axel Kühner ein "hohes einstelliges Plus" an, das erste Quartal 2016 sei gut angelaufen.

Besonders zufriedenstellend lief das Geschäft in der Greiner Packaging, die mit 561 Mio. Euro den größten Brocken (38 Prozent) zu den Gesamterlösen beigetragen hat. Sie verzeichnete 11 Prozent Umsatzplus, ein gutes Drittel davon ist auf die neu erworbene Mehrheitsbeteiligung an einem türkischen Verpackungshersteller zurückzuführen.

WEB Windenergie: plus 32 Prozent beim Gewinn

Die niederösterreichische WEB Windenergie zeigte sich im Vorjahr beflügelt und freut sich über Produktions- und Ergebniszuwächse. Das operative Ergebnis stieg um 30,1 Prozent auf 21,5 Mio. Euro. Unterm Strich kletterte das Konzernergebnis auf 9,3 Mio. Euro (plus 32,2 Prozent).

"2015 war das bisher beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte", bilanziert Frank Dumeier, Vorstandschef der WEB Windenergie AG in einer Aussendung. Der Umsatz konnte 2015 auf 66,6 Mio. gesteigert werden und brachte damit ein Plus von 23,3 Prozent. Die Grünstromproduktion legte um 16,5 Prozent auf 718,2 GWh zu, das entspricht dem Bedarf von mehr als 205.000 Haushalten.

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