Eigentumswohnungen: Weniger Verkäufe, höhere Preise

Eigentumswohnungen: Weniger Verkäufe, höhere Preise

Das Angebot an Eigentumswohnungen wird in manchen Städten bereits knapper. Für Käufer keine gute Nachricht.

In welchen Landeshauptstädten Eigentumswohnungen noch immer erstaunlich günstig sind, wo die Zahl der Wohnungskäufe zurückgeht, welche Städte Wien preislich toppen, wann bei Luxusimmobilien der Markt gesättigt sein dürfte. Plus: Was bei Ausstattung gefragt ist und was die Immowirtschaft ärgert.

Die ersten Hochrechnungen was die Entwicklungen am österreichischen Immobilienmarkt betrifft sind da. Die wichtigsten Entwicklungen laut Erhebungen des Verbandes der Immobilienwirtschaft (ÖVI) und Immounited, Bereitsteller von Grundbruch-Transaktionsdaten, im Überblick:

1. Weniger Eigentumswohnungen österreichweit verkauft
Die Zahl der Eigentumswohnungen, die 2018 Besitzer gewechselt haben, ist gegenüber 2017 zurückgegangen. Wurden 2017 noch rund 47.000 Eigentumswohnungen ge- und verkauft, werden es 2018 doch deutlich weniger sein. Recherchen des Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft (ÖVI) und Immounited, Bereitsteller von Grundbruch-Transaktionsdaten, ergaben heuer ein Transaktionsaktionsvolumen von rund 42.000 Wohnungsobjekten österreichweit, ein Minus von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Jahr davor.

2018 wurden in Wien fast 13.000 Wohnungen verkauft bzw gekauft.

2. Deutlich weniger Verkäufe in Wien, Eisenstadt, Klagenfurt, Salzburg, Graz und Wien
In Wien gehen nach wie vor die mit Abstand meisten Transaktionen über die Bühne. Dort wechseln rund 30 Prozent der Wohnungen den Eigentümer, weitere 20 Prozent in den übrigen Landeshauptstädten. Die Entwicklung fällt dabei unterschiedlich aus: Während in Eisenstadt, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Graz und Wien laut Immoverband 2018 mit deutlich weniger Transaktionen zu rechnen ist als im Jahr davor, konnten Innsbruck, Bregenz und St. Pölten ihre Umschlagzahlen halten oder sogar teilweise ausbauen.

In Wien wurden 2018 Eigentumswohnungen im Wert von fast vier Milliarden Euro verkauft.

3. Preise sind trotzdem gestiegen: Durchschnittspreis: 240.500 Euro
Trotz des rückläufigen Transaktionsvolumens beläuft sich das Gesamtvolumen 2018 in Österreich auf zehn Milliarden Euro. Ein Wert, der nur um vier Prozent unter dem des Vorjahres liegt. Im Schnitt verteuerten sich Eigentumswohnungen um mehr als sieben Prozent, von 223.500 Euro auf 240.500 Euro. Ursachen für diese Entwicklung sind nach Einschätzung von Andreas Wollein, Sachverständiger und ÖVI Vorstand, anhaltend hohe Nachfrage, Preissensitivität und teilweise knapperes Angebot.


Preise im Schnitt zwischen 1.550 Euro und 3.790 Euro/ m²
Das Angebot reicht von im Schnitt 1.550 Euro /m² in Eisenstadt für eine gebrauchte Eigentumswohnung bis hin zu 3.790 Euro/m² in Wien. Für Neubauwohnungen bewegen sich die Quadratmeterpreise im Mittel zwischen 3.154 Euro in Klagenfurt bis hin zu 6.401 Euro in Salzburg.

4. Kaum veränderte Preise in manchen Landeshauptstädten
Unverändert sich die Preise gegenüber dem Vorjahr in Salzburg, Innsbruck. In Wien sind die Preise laut Grundbuchsdaten auf das bisherige Höchstniveau gestiegen.

5. Extreme Unterschiede: Graz extrem günstig, Bregenz zwei Mal so teuer
Das zweitgrößte Ballungszentrum nach Wien, nämlich Graz, ist nach wie vor ein erstaunlich günstiges Pflaster, um Eigentum zu erwerben. Mittlere Preise von 219.000 Euro für eine Wohnung in Linz stehen Preisen von 180.000 in Graz gegenüber, Durchschnittswerte von gebrauchten und neuen Wohnungen gesamt betrachtet. Salzburg hingegen liegt bei 287.000 Euro, Bregenz sogar bei 316.000 Euro, noch vor Wien mit 293.000.

Die teuersten Landeshauptsädte: Salzburg, Innsbruck und Wien. Der Billighotspot: Eisenstadt

6. Einzelne Landeshauptstädte mit extrem wenig Neubauten
„Der Eigentumswohnungsneubau in St. Pölten und Eisenstadt liegt unter der statistischen Wahrnehmungsgrenze“, so Wollein.

7. Hohe Zahl der Neubauten in Wien wird 2019 und 2020 forgesetzt
2018 und 2019 werden etwa gleich hohe Fertigstellungen von jeweils 11.500 Objekten erwartet. 2020 sollen es bereits 16.000 Objekte sein.

8. Mehr Miete, weniger Eigentum
Der Trend geht dabei laut ÖVI in den nächsten Jahren weg vom Eigentumsbau hin zur Miete.

9. 2020 soll der Markt bei Luxusobjekten gesättigt sein
Trotz hoher Zuwanderung und entsprechendem Wohnbau wird vom ÖVI für das teurere Segment spätestens eine Marktsättigung erwartet. „Baukosten und Grundkosten bleiben ein relevanter Faktor in der Entwicklung“, so Sandra Bauernfeind, ÖVI Vorstand und Maklersprecherin.

Abrissverbot für Häuser vor 1945: Vermieten nur noch schwer leistbar
Doch die Immobranche wurde 2018 durch eine Maßnahmen irritiert. Das Abrissverbot von Gebäuden vor 1945. „Nur wenn auch das Vermieten für den Eigentümer leistbar bleibt, wird dieser ein besonderes Interesse an der Erhaltung von historischer Substanz haben, erklärt Sandra Bauernfeind, ÖVI Vorstand und Maklersprecherin. Der ÖVI weiter: „Die politisch instrumentalisierte neue Lagezuschlagskarte der Stadt Wien wird diese Anforderungen nicht erfüllen. Im Gegenteil, die Rechtsunsicherheit steigt weiter.“

Die Ausstattungstrends bei Eigentumswohnungen

Eigentumswohnungen werden immer besser ausgestattet. Das macht sich auch in den Bau‐ bzw. Sanierungskosten bemerkbar. Vor wenigen Jahren konnte man eine ältere Wohnung um netto 600 Euro pro Quadratmeter kernsanieren. Heute liegt der Richtwert bei 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Hochwertige Technik und Materialien
„Dafür sind gestiegene Qualitätsbedürfnis bei Materialien, aber auch immer mehr Technik in den Wohnräumen verantwortlich“, erläutert Wollein. Der Einbau einer Klimaanlage, mit der man in der Übergangszeit auch heizen kann, ist bei immer höheren Sommertemperaturen ein gefragtes Extra. Auch flächige oder versteckte LED Beleuchtung, kabelloses WLAN in allen Räumen, Bus‐ Systeme zur Vernetzung der Haustechnik und Alarmanlage werden oft gewünscht.

Smarte Grundrisse
Die Grundrisse sollten smart sein, dass bedeutet wenig ungenützte Flächen wie etwa ein übergroßes Vorzimmer oder allzu große Räume. In Zeiten in denen Wohnraum immer teurer wird, sinken die Wohnungsgrößen und die Grundrisse werden entsprechend auf die Bedürfnisse der Kundschaften optimiert.

Freier, unverbaubarer Blick
Ein besonderer Trend sind Wohnungen mit freiem, unverbaubarem Blick. Hier kann man mit moderner Technik, wie Schallschutzfenstern in Kombination mit moderner Wohnraumlüftung, Lagenachteile aufgrund von Verkehrslärm ausschalten. Wollein: „Dadurch entstehen an bis jetzt weniger beliebten und teils lauten Lagen neue Wohnqualitäten. Die Preise steigen in diesem Segment bereits.“

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