Edles Metall: Gold wird wieder glänzen

Edles Metall: Gold wird wieder glänzen
Edles Metall: Gold wird wieder glänzen

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um rund 200 Dollar gestiegen. Nun ist scheint die Gelegenheit zum Einstieg günstig zu sein.

Der Wert von Gold hat zuletzt nachgegeben. Doch Experten sind überzeugt, dass weiterhin alle Gründe für das Edelmetall sprechen. Der Goldpreis soll bis 2018 auf 2.300 US-Dollar steigen.

Es gibt wohl kaum eine Anlageklasse, die Menschen so fasziniert wie Gold. Gold vermittelt immer noch Sicherheit. In unruhigen Zeiten sind Vermögenswerte in dem Edelmetall traditionell gut aufgehoben. Wenn Inflation droht, aber auch wenn die Zinsen -so wie jetzt - im Keller sind, stellt Gold einen stabilen Wert dar.

Gold ist aber auch ein wunderbares Spekulationsobjekt. Heuer zu Jahresbeginn startete wieder eine gewaltige Gold-Rallye. Der Preis stieg von 1.050 US-Dollar für die Feinunze auf 1.366. Ein Anstieg von mehr als 30 Prozent in einem halben Jahr.

In den letzten Wochen ist der Goldpreis (XC000965517) allerdings wieder eingebrochen. Die Feinunze kostet im Moment nur mehr 1.250 US-Dollar. Spekulationen, dass die Zinsen wieder steigen würden, brachten Gold unter Druck. Hintergrund für diese Spekulationen ist, dass sich der US-Arbeitsmarkt deutlich entspannt. Analysten erwarten einen Zuwachs von 169.000 Stellen und eine Arbeitslosenquote von nur noch 4,9 Prozent. Sollten die Arbeitsmarktdaten tatsächlich so robust wie erwartet ausfallen, dann dürfte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr drastisch zunehmen.

Wo die größten Goldvorräte lagern: China und Russland haben in den letzten Monaten sehr viel Gold zugekauft.

Wo die größten Goldvorräte lagern: China und Russland haben in den letzten Monaten sehr viel Gold zugekauft.

Ist das aber schon das Ende des großen Goldrausches, beginnt nun wieder eine Talfahrt, oder kommt es nur zu einem Knick? Die Experten sind sich einig: Der jetzige Preisrutsch markiert kein Ende des langfristigen Goldpreisanstiegs:"Was auch immer die Zentralbanken den Märkten signalisieren: Sie werden die Kredit-und Geldmengen weiterhin ausweiten und die Zinsen - in realer Rechnung - niedrig halten. Nur so lassen sich die Konjunkturen in Gang und die Preise auf den Finanzmärkten hoch halten", meint Rudolf Brenner, geschäftsführender Gesellschafter des Edelmetallhandelshauses philoro. "Das damit verbundene Anschwellen der Geldmengen spricht für einen im Trendverlauf weiter steigenden Goldpreis", erklärt er in einer aktuellen Kurzanalyse.

Auch die Banken rechnen mit weiter anziehenden Goldpreisen. Die Analysten der Bank of America/Merrill Lynch hoben zuletzt ihre Prognose auf 1.475 US-Dollar je Feinunze an. Die Experten von Schroders sprechen vom "Beginn eines Bullenmarkts, der den Preis für das Edelmetall auf Jahre hinaus antreiben sollte". Und die deutsche Commerzbank beispielsweise schreibt in ihrem wöchentlichen Rohstoffbericht, der Goldpreis werde sich bald wieder erholen - und verweist dazu auf die hohe Goldnachfrage aus China, Russland oder Indien.

Goldpreis im Jahresverlauf; Stand vom 27.10.2016: 1.269 $. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Goldpreis im Jahresverlauf; Stand vom 27.10.2016: 1.269 $. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Starke Nachfrage

Nach den Zahlen des World Gold Councils, einer Vereinigung der internationalen Goldminenbetreiber, war die Nachfrage nach dem Edelmetall vor allem im ersten Halbjahr 2016 außergewöhnlich hoch und erreichte sogar den zweitbesten Wert in der Geschichte. Auch die Deutsche Börse hat einen Rekord vermeldet: Die Menge an Gold, die für die physisch hinterlegten Gold-Wertpapiere "Xetra-Gold" in Frankfurter Tresoren deponiert wurde, überschritt erstmals die Grenze von 100 Tonnen.

Die Nachfrage dürfte auch im zweiten Halbjahr nicht abreißen. Der aktuell etwas niedrigere Goldpreis kommt Ländern wie Russland oder China, die ihre Währungen durch höhere Goldbestände stärken wollen, sogar entgegen. Das Reich der Mitte steht noch dazu vor einem besonderen Problem. China sitzt auf einem gigantischen Berg von US-Schuldverschreibungen in der Höhe von 1,22 Billionen US-Dollar. Erst vor Kurzem hat China langfristige US-Treasuries im Volumen von 22 Milliarden US-Dollar verkauft. Mit einem Teil des Erlöses wurden die Goldreserven aufgestockt.

Denn China will den Yuan als Leitwährung neben US-Dollar und Euro etablieren. Doch der Yuan wird nur dann internationale Anerkennung finden, wenn seine Stabilität durch entsprechende Goldreserven gesichert ist. Nach den Berichten des World Gold Councils hat China in den vergangenen Monaten acht Tonnen Gold gekauft. Die größte Nachfrage kam jedoch aus Russland: Putins Reich hat seine Bestände um 27 Tonnen erhöht. Damit hat Russland 16,3 Prozent seiner Devisenbestände mit dem Edelmetall abgedeckt.

Die Experten meinen, dass auch private Anleger den derzeitigen Rückgang des Goldpreises nützen sollten. Die Investmentbank Goldman Sachs sieht bei einem Preis um die 1.250 US-Dollar eine gute Kaufmöglichkeit. Und Österreichs größter Gold-Fan, Ronald-Peter Stöferle, Gold-Fondsmanager beim liechtensteinischen Vermögensverwalter Incrementum, meint: "Die steigende Ungewissheit darüber, wie es mit der Wirtschaft weitergeht, hat dem Edelmetall zum Aufschwung verholfen. Die Rally wird trotz jüngster Einbrüche weitergehen. Mitte 2018 steht der Goldpreis bei 2.300 US-Dollar je Unze." Der Zeitpunkt um in Gold zu investieren könnte also jetzt tatsächlich günstig sein.

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