Earnings Season: Bilanzen vom 28.07.2016

Earnings Season: Bilanzen vom 28.07.2016

Zahlreiche Unternehmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuelle Quartalsbilanz. Es folgt in Kurzform ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse des Tages.

Adidas

Der Sportartikelkonzern Adidas stockte nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal seine Jahresprognose auf. Der Überschuss aus fortgeführtem Geschäft verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf 291 Mio. Euro, wie die Herzogenauracher am Donnerstag mitteilten. Der Umsatz legte im Quartal der Fußball-Europameisterschaft währungsbereinigt um ein Fünftel auf 4,4 Mrd. Euro zu. Für das Gesamtjahr geht Adidas nun von einem Umsatzplus von annähernd einem Fünftel aus. Bisher hatten die Franken einen Einnahmezuwachs von um die 15 Prozent prognostiziert. Der Gewinn aus den fortgeführtem Geschäft soll um 35 bis 39 Prozent auf 975 Millionen bis eine Milliarde Euro steigen. Bisher hatte Adidas einen Anstieg um etwa 25 Prozent vorhergesagt. DE000A1EWWW0

AstraZeneca

Die Generika-Konkurrenz für den wichtigen Umsatzbringer - das Cholesterin-Mittel Crestor - macht dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca zu schaffen. Der operative Gewinn je Aktie fiel im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 83 Cent, während der Gesamtumsatz um elf Prozent nachgab. GB0009895292

BAE Systems

Der weltweit drittgrößte Rüstungskonzern BAE Systems erwartet nach dem Brexit-Votum keine größeren Auswirkungen auf sein Geschäft. Im ersten Halbjahr verdiente das britische Unternehmen mit umgerechnet 922 Millionen Euro operativ gut zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. GB0002634946

BNP Paribas

Dank der Einnahmen aus dem Verkauf der Anteile am Kreditkarten-Dienstleister Visa Europe hielt Frankreichs größte Bank BNP Paribas ihren Gewinn im zweiten Quartal bei 2,56 Milliarden Euro stabil. Ohne diese Sondereffekte fiel er um knapp fünf Prozent auf fast 2,2 Milliarden Euro. Vor allem im französischen Privatkundengeschäft lief es nicht rund. FR0000131104

British American Tobacco

Der weltweit zweitgrößte Tabakkonzern British American Tobacco verkauft mehr Zigaretten und kann zudem höhere Preise durchsetzen. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Halbjahr um sechs Prozent. GB0002875804

BT Group

Ein gut laufendes Breitbandgeschäft hat dem britischen Telekomkonzern BT geholfen. Der Betriebsgewinn (Ebitda) legte von April bis Juni um ein Viertel auf umgerechnet 2,2 Milliarden Euro zu. GB0030913577

Carrefour

Der französische Metro -Konkurrent Carrefour hat seinen operativen Gewinn auf vergleichbarer Basis im ersten Halbjahr um 5,3 Prozent auf 706 Millionen Euro erhöht. Die Trendwende sei trotz anhaltender Verluste in China und schwierigen Bedingungen auf dem Heimatmarkt eingeleitet, teilte der Supermarkt-Betreiber mit. FR0000120172

Credit Suisse

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch um 84 Prozent auf 170 Mio. Franken (155,56 Mio. Euro) erlitten. Die Einnahmen gaben um 16 Prozent auf rund 5,5 Mrd. Franken nach. Einigerorts zeigte man sich angesichts des Gewinns erfreut, hatte doch die zweitgrößte Schweizer Bank im ersten Quartal 2016 sowie im vierten Quartal 2015 jeweils einen Verlust ausgewiesen. CH0012138530

Danone

Gute Geschäfte mit Milchprodukten wie Actimel-Joghurt sowie Einsparungen haben den Gewinn von des französischen Danone -Konzerns im ersten Halbjahr angeschoben. Das operative Ergebnis stieg um sieben Prozent auf knapp 1,48 Milliarden Euro. FR0000120644

Diageo

Nach zwei Jahren mit stabilen Ergebnissen ist der Spirituosen-Produzent Diageo im abgelaufenen Geschäftsjahr (per Ende Juni) erstmals wieder gewachsen. Der Umsatz sei um 2,8 Prozent geklettert, teilte der Branchenprimus mit. Der Anbieter von Johnnie-Walker-Whisky, Smirnoff-Wodka und Guiness-Bier bezeichnete es als zu früh, um mögliche Auswirkungen des Brexit-Votums auszumachen. GB0002374006

EnBW

Der deutsche Energieversorger EnBW hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 194 Mio. Euro an im Vergleich zu einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) brach von Jänner bis Juni noch stärker ein als der Umsatz: Das Ebitda belief sich auf 967,5 Mio. Euro, 24 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Der Umsatz schrumpfte um zehn Prozent auf 9,8 Mrd. Euro. DE0005220008

Euronext

Der Deutsche-Börse -Konkurrent Euronext hat seinen operativen Gewinn vor Sonderposten dank Einsparungen im zweiten Quartal um fast 13 Prozent auf knapp 74 Millionen Euro gesteigert. Trotz geringerer Handelsvolumina vor dem Brexit-Votum sei es das profitabelste Quartal seit dem Börsengang gewesen, teilte der Betreiber der Börsen in Paris, Amsterdam und Brüssel mit. NL0000290641

Facebook

"Unsere Community und unser Geschäft hatten ein weiteres gutes Quartal", kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Sein Unternehmen verdreifachte den Gewinn im Jahresvergleich beinahe von 719 Millionen auf 2,1 Milliarden Dollar (derzeit etwa 1,9 Mrd. Euro). Der Umsatz kletterte um 59 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Die Werbeeinnahmen, Facebooks mit Abstand wichtigste Geldquelle, legten um 63 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zu. Der Anteil der Werbung auf mobilen Geräten an den Anzeigenerlösen wuchs im Jahresvergleich von 76 auf 84 Prozent. US30303M1027

GEA

Der Konzernumbau des Anlagenbauers GEA zahlt sich aus. Trotz stagnierender Erlöse kletterte der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) um 4,3 Prozent auf 145,2 Mio. Euro. Im zweiten Quartal setzte Gea wie im Vorjahr 1,15 Mrd. Euro um. Der Auftragseingang legte um 7,3 Prozent auf 1,22 Mrd. Euro zu. DE0006602006

GoPro

Der Actionkamera-Spezialist GoPro stellt nach einer Durststrecke einen Gewinn im anstehenden Weihnachtsgeschäft in Aussicht. Im abgelaufenen Quartal gab es noch einen Verlust von 91,8 Mio. US-Dollar (83,52 Mio. Euro) verglichen mit schwarzen Zahlen von 35 Mio. Dollar ein Jahr zuvor. GoPro wurde noch 759.000 Kameras los - im Vorjahresquartal waren es 1,6 Millionen. Der Umsatz sackte entsprechend um gut 47 Prozent auf rund 221 Mio. Dollar ab. US38268T1034

LG Electronics

Der südkoreanische Elektrokonzern LG Electronics verdient so viel wie seit zwei Jahren nicht. Der Gewinn verdoppelte sich im zweiten Quartal auf umgerechnet 470 Millionen Euro. Vor allem das Geschäft mit Fernsehern und Haushaltsgeräten lief gut. US50186Q2021

Logitech

Logitech nahm fast 480 Millionen Dollar (436,72 Mio. Euro) ein. Das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent in lokalen Währungen. Bei der Umrechnung in die Berichtswährung Dollar schmilzt das Plus auf 7 Prozent - schon im vergangenen Geschäftsjahr drückten Umrechnungsverluste auf das Resultat. Unter dem Strich blieben 21,9 Millionen Dollar Reingewinn, während es im Vorjahresquartal lediglich 7,4 Millionen Dollar waren. Das Betriebsergebnis verdoppelte sich im Jahresvergleich praktisch auf 26 Millionen Dollar. CH0025751329

Linde

Der Industriegaskonzern Linde hat im ersten Halbjahr seinen Gewinn trotz schwindender Einnahmen gesteigert. Der Überschuss kletterte dank des laufenden Sparkurses um neun Prozent auf 687 Mio. Euro, wie die Münchner am Donnerstag mitteilten. Der Umsatz ging indes vor allem wegen Währungseffekten um fünf Prozent auf 8,56 Mrd. Euro zurück. DE0006483001

Nomura

Die japanische Investmentbank Nomura bekommt die Risikoscheu der Anleger zu spüren. Der Gewinn brach im ersten Geschäftsquartal um ein Drittel auf umgerechnet gut 400 Millionen Euro ein. JP3762600009

Renault

Die Erholung auf dem europäischen Automarkt und der Erfolg überarbeiteter Fahrzeugmodelle haben Renault einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr beschert. Das Nettoergebnis kletterte um 8,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. FR0000131906

Repsol

Der spanische Ölkonzern Repsol hat im zweiten Quartal dank guter Fördergeschäfte seinen Gewinn gesteigert. Das Nettoergebnis kletterte auch dank niedrigerer Ausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast elf Prozent auf 345 Millionen Euro. ES0173516115

Rolls-Royce

Der Triebswerksbauer Rolls-Royce kommt beim Konzernumbau voran. Trotz eines Einbruchs des Vorsteuergewinns im ersten Halbjahr von 80 Prozent hielt der britische Konzern an seiner Prognose fest, dass sich das Ergebnis in der zweiten Jahreshälfte verbessern wird. US7757812067

Samsung

Florierende Geschäfte mit neuen Smartphones haben Samsung im zweiten Quartal zu dem besten Ergebnis seit mehr als zwei Jahren verholfen. Der operative Gewinn stieg um 18 Prozent auf umgerechnet rund 6,4 Milliarden Euro. KR7005930003

Shell

Der Quartalsgewinn des Ölkonzerns Shell ist wegen anhaltend niedriger Öl- und Gaspreise eingebrochen. Von April bis Juni gab das Nettoergebnis um mehr als 70 Prozent auf rund eine Milliarde Dollar nach. GB00B03MLX29

Sky

Der Bezahlsender Sky hat seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr (per Ende Juni) dank neuer Produkte um zwölf Prozent auf umgerechnet 1,86 Milliarden Euro gesteigert. Die Aussichten für das Geschäft der Tochter Sky Deutschland bezeichnete der britische Konzern als "sehr positiv". DE000SKYD000

Softbank

Der japanische Telekomkonzern Softbank hofft auf eine Erholung des US-Geschäfts. Es gebe Anzeichen, dass die US-Beteiligung Sprint wieder Fuß fasse, sagte Firmenchef Masayoshi Son. Der operative Gewinn im ersten Geschäftsquartal lag mit 2,75 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Softbank will den britischen Chipentwickler ARM für 29 Milliarden Euro kaufen. JP3436100006

Telefonica

Negative Währungseffekte haben dem spanischen Telekomkonzern Telefonica zugesetzt. Die Pfund-Talfahrt nach dem Brexit-Votum und die Schwäche der lateinamerikanischen Währungen drückten den Kerngewinn (Oibda) im zweiten Quartal um 7,1 Prozent auf knapp 3,92 Milliarden Euro. ES0178430E18

Thomas Cook

Der britische Reisekonzern Thomas Cook schraubt wegen des Putschversuchs in der Türkei, den Anschlägen in Europa und des Kursverfalls beim Pfund seine Prognose herunter. Der Betriebsgewinn solle nun im Geschäftsjahr zu Ende September nur noch bei 300 Millionen Pfund liegen, noch im Mai war von 310 bis 335 Millionen Pfund die Rede. GB00B1VYCH82

Total

Trotz massiver Einsparungen ist der Gewinn des Ölkonzerns Total im zweiten Quartal erneut eingebrochen. Das bereinigte Nettoergebnis fiel auf Jahressicht um 30 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal ergab sich hingegen dank der Erholung der Ölpreise und einer gestiegenen Förderung ein Plus von 33 Prozent. FR0000120271

Verbund

Belastet von negativen Einmaleffekten musste der österreichische Verbund-Stromkonzern im ersten Halbjahr einen stärkeren Gewinnrückgang als erwartet hinnehmen, die Erlöse legten aber leicht zu. Das operative EBIT sank um 37,2 Prozent auf 190,8 Mio. Euro, und das Konzernergebnis sank um 21,6 Prozent auf 153,9 Mio. Euro. Bereinigt um Einmaleffekte wäre das Konzernergebnis um 7,9 Prozent auf 173,9 Mio. Euro gestiegen, das bereinigte EBITDA um 1,8 Prozent auf 450,2 Mio. Euro, so der Verbund am Donnerstag; tatsächlich sank das EBITDA wegen des schwierigen Energiewirtschafts-Rahmens prognosekonform um 8,0 Prozent auf die 450,2 Mio. Euro. Fürs Gesamtjahr 2016 hatte der Verbund seine Erwartungen erst am 18. Juli angehoben - auf rund 270 Mio. Euro beim Konzernergebnis und auf rund 840 Mio. Euro beim EBITDA. Die Umsatzerlöse konnte der Verbund im Halbjahr um 3,9 Prozent auf 1,461 Mrd. Euro steigern, die Analysten hatten nur marginal höhere Erlöse erwartet. AT0000746409

Wacker Chemie

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat im zweiten Quartal wegen geringerer Sondererträge weniger Gewinn gemacht als im Jahr zuvor. Das operative Ergebnis (Ebitda) sackte um 8,8 Prozent ab auf 300 Mio. Euro. DE000WCH8881

Geld

Die verrücktesten Versicherungen der Welt

Geld

„Kapitalertragssteuer für niedrige Einkommen soll fallen“

Geld

Google, Facebook & Co: Giganten für die Ewigkeit?