Earnings Season: Die Bilanzen vom 14.4.2016

Earnings Season: Die Bilanzen vom 14.4.2016

Die Bilanzsaison nimmt Fahrt auf: In Europa öffnen Nestle, Rocket Internet und Unilever die Bücher, in den USA sind die Bank of America und Wells Fargo an der Reihe.

Trotz starkem Schweizer Franken: Nestle mit 20,9 Mrd. Franken Umsatz im ersten Quartal

Der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestle hat in den ersten drei Monaten des Jahres 20,9 Mrd. Franken (19,2 Mrd. Euro) umgesetzt und damit gleich viel wie im Vorjahreszeitraum. Das organische Wachstum betrug 3,9 Prozent. Dieses setzte sich aus 3,0 Prozent internem Realwachstum und 0,9 Prozent Preisanpassungen zusammen, wie Nestle am Donnerstag mitteilte.

Dass der Umsatz nominal stagnierte, hängt einerseits mit Wechselkurseffekten zusammen. Diese wirkten sich mit 2,8 Prozent negativ aus. Andererseits wurde das Wachstum durch Veräußerungen von Unternehmensteilen um 1,0 Prozent gedrückt.

Auf dem russischen Markt konnte Nestle seine Verkäufe im zweistelligen Bereich steigern. Dagegen litt der Konzern unter der Instabilität im Nahen Osten und Nordafrika. In der Türkei wiederum wuchs der Konzern im zweistelligen Bereich. In der Region Europa, Naher Osten und Nordafrika (EMENA, +3,0 Prozent) waren Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien die Wachstumstreiber. Vor allem Nescafe, Produkte für Heimtiere, Tiefkühlpizza und Glace schnitten gut ab.

Rocket Internet mit fast 200 Mio. Euro Verlust 2015

Die deutsche Start-up-Fabrik Rocket Internet hat 2015 mit einem Verlust von fast 200 Mio. Euro abgeschlossen. Grund für das Minus von 197,8 Mio. Euro seien vor allem die anteiligen Verluste der Beteiligungen gewesen, erklärte Rocket Internet am Donnerstag.

Außerdem sei weniger Geld durch Verkäufe oder Börsengänge hereingekommen. Im Jahr davor hatte die Holding noch 428,8 Mio. Euro verdient.

Der Umsatz blieb praktisch unverändert bei gut 128 Mio. Euro - bei der Dachgesellschaft werden aber nur die Beteiligungen an zahlreichen Internet-Firmen verwaltet.

Preiserhöhungen helfen Konsumgüterkonzern Unilever

Dem Konsumgüterkonzern Unilever hat zu Jahresbeginn von Preiserhöhungen profitiert. Der um Sonderfaktoren bereinigte Umsatz des britisch-niederländischen Herstellers von Knorr-Fertiggerichten, Magnum-Eis und Dove-Körperpflegeprodukten stieg deswegen nach Angaben von Donnerstag um 4,7 Prozent. Auch ein Absatzplus habe dazu beigetragen. Wegen Wechselkursschwankungen fiel der Umsatz insgesamt allerdings um zwei Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Vor allem in Schwellenländern wie Brasilien und Argentinien gab es hier Belastungen.

An seiner Umsatzprognose für das Gesamtjahr hielt der Konzern zwar fest. Jedoch sei damit zu rechnen, dass das Geschäft in den Schwellenländern, das mehr als die Hälfte des Unilever-Umsatzes ausmacht, noch schwieriger werde.

Gewinn von Bank of America eingebrochen

Die Bank of America hat wegen eines schwachen Anleihen- und Aktienhandels in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich weniger verdient. Der Überschuss fiel um 18 Prozent auf 2,22 Mrd. Dollar (rund 2 Mrd. Euro), wie das zweitgrößte US-Geldhaus am Donnerstag mitteilte.

Hintergrund sind der Ölpreisverfall sowie Sorgen um die chinesische Wirtschaft und vor weiteren Zinserhöhungen in den USA. Alles zusammen rüttelte die Finanzmärkte zu Jahresbeginn kräftig durch, was viele Banken nun im Handel zu spüren bekommen.

Die Bank of America schnitt damit schlechter ab als US-Marktführer JP Morgan. Bei dem Rivalen ist der Nettogewinn im ersten Quartal nur um knapp sieben Prozent auf 5,52 Mrd. Dollar gefallen.

Die Bank of America hat zahlreiche Kunden in der Öl- und Gasbranche. Vor allem wegen der Probleme des Sektors im Zuge des niedrigen Ölpreises stiegen die Rückstellungen des Instituts für faule Kredite um 30 Prozent auf 997 Mio. Dollar.

Probleme der Ölfirmen belasten US-Großbank Wells Fargo

Die Probleme der Firmen aus der Öl- und Gasbranche haben die drittgrößte US-Bank Wells Fargo belastet. Der Nettogewinn fiel im ersten Quartal um 7 Prozent auf 5,1 Mrd. Dollar (4,5 Mrd. Euro), wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte.

Für faule Kredite musste die Bank im Quartal 1,1 Mrd. Dollar zurücklegen, vor allem für Darlehen an Energie-Konzerne. Im Jahr zuvor waren es nur 608 Mio. Dollar.

Der Ölpreis ist seit 2014 um zwei Drittel abgestürzt, was viele Unternehmen der Branche zu massiven Einsparungen zwingt und teilweise sogar in Schieflage gebracht hat.

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