Earnings Season: Die Bilanzen vom 13.4.2016

Earnings Season: Die Bilanzen vom 13.4.2016

Die britische Supermarktkette Tesco konnte erstmals seit drei Jahren wieder ein Umsatzplus verbuchen, auch die Software AG und der Verpackungshersteller Gerresheimer starten mit einem Gewinnsprung ins neue Jahr. Der Autozulieferer Hella wächst schneller als der Markt, die US-Großbank JP Morgan verdient zu Jahresbeginn weniger.

US-Großbank JP Morgan verdiente zu Jahresbeginn weniger

Die größte US-Bank JP Morgan hat im ersten Quartal die Krise der Ölfirmen und den schwachen Anleihenhandel zu spüren bekommen. Der Nettogewinn ging deswegen um 6,7 Prozent auf 5,52 Mrd. Dollar (4,8 Mrd. Euro) zurück, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte.

Analysten hatten für die sechs größten US-Banken, die allesamt in den nächsten Tagen ihre Quartalsbilanzen vorlegen, im Schnitt einen deutlich stärkeren Rückgang von 20 Prozent erwartet. Im vorbörslichen US-Handel zogen JP-Morgan-Aktien deswegen um 1,6 Prozent an.

Tesco mit erstem Umsatzplus seit Jahren

Großbritanniens führende Supermarktkette Tesco hat sich im Konkurrenzkampf mit Aldi und Lidl etwas Luft verschafft. Erstmals seit drei Jahren erzielte der Einzelhändler im abgelaufenen Quartal wieder ein Umsatzplus auf dem Heimatmarkt. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stiegen in den drei Monaten bis Ende Februar die vergleichbaren Erlöse auf der Insel um 0,9 Prozent. Dazu trug insbesondere das überraschend starke Weihnachtsgeschäft bei. Gleichzeitig warnte Tesco aber davor, dass der Preiskampf auch im laufenden Jahr auf den operativen Gewinn drücken werde.

Im Ende Februar zu Ende gegangenen Geschäftsjahr legte der operative Gewinn vor einmaligen Effekten um umgerechnet rund fünf Millionen Euro auf 1,18 Milliarden Euro zu. Der durch die deutschen Discounter weiter angefachte Preiskampf hat den britischen Branchenprimus massiv unter Druck gesetzt. Tesco versucht sich mit niedrigeren Preisen und besserem Service zu behaupten. Investoren zeigten sich von den Aussichten aber enttäuscht: Tesco-Aktien verloren zum Handelsauftakt in London fast vier Prozent.

Software AG steigerte Gewinn und Umsatz im 1. Quartal

Die Software AG ist mit einem Gewinn-und Umsatzanstieg in das Jahr 2016 gestartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahr um 55 Prozent auf 45,3 Millionen Euro, wie das Darmstädter Unternehmen am Dienstagabend in einer Pflichtveröffentlichung mitteilte.

Der Gesamtumsatz der im TecDax notierten Firma verbesserte sich währungsbereinigt um neun Prozent auf 206,2 Millionen Euro. Die Lizenzerlöse des Konzerns kletterten währungsbereinigt um 31 Prozent auf 59,1 Millionen Euro. Der Auftragseingang im digitalen Cloud-Geschäft sprang im Auftaktquartal um über 150 Prozent in die Höhe.

Der Umsatz in der Hoffnungssparte Digital Business Platform (DBP), dem Geschäft mit Integrationssoftware für Unternehmen, wuchs währungsbereinigt um sechs Prozent auf 94,6 Millionen Euro. Der Konzern erwartet einen währungsbereinigten Anstieg des DBP-Produktumsatzes zwischen fünf und zehn Prozent für 2016. Die Software AG bekräftigte ihren Ausblick für das Gesamtjahr. In diesem Jahr rechnet der Vorstand mit einer weiteren Verbesserung der operativen Rendite auf 30 bis 31 Prozent.

Deutscher Autozulieferer Hella wächst schneller als der Markt

Europas führender Scheinwerfer-Hersteller Hella bleibt dank der zunehmenden Nachfrage der Autoindustrie auf Wachstumskurs. "Mit unserem starken Technologieportfolio gewinnen wir erfolgreich neue Aufträge und wachsen schneller als der Gesamtmarkt", sagte Konzernchef Rolf Breidenbach am Mittwoch. Treiber seien die LED-Technologie und elektronische Komponenten für Energieeffizienz und Sicherheit.

So sorgten die "solide" Nachfrage in Europa und Amerika und anziehende Geschäfte in China in den ersten neun Monaten des Bilanzjahres 2015/16 für ein Umsatzplus von rund zehn Prozent auf 4,65 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebit) legte bereinigt um Sonderbelastungen aus einem Lieferausfall um rund neun Prozent auf 345 Millionen Euro zu. Unter Berücksichtigung der Einmaleffekte in Höhe von 47 Millionen Euro schrumpfte das Ebit allerdings um etwa 20 Millionen auf 290 Millionen Euro. Breidenbach bekräftigte sein Umsatzziel für das im Mai endende Bilanzjahr 2015/16, das ein Plus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich vorsieht.

Ein chinesischer Hersteller von Kunststoffteilen hatte mit seinem Lieferstopp bei Hella Mehrbelastungen von 50 Millionen Euro für zusätzliche Transport- und Einkaufskosten verursacht. Breidenbach kassierte daher im vergangenen sein Gewinnziel und rechnet mit einem Rückgang des Ebit statt mit zweistelligen Zuwachsraten. 2014/15 hatte das familiengeführte Unternehmen bei einem Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro operativ 430 Millionen Euro verdient. Netto blieben 295 Millionen Euro.

Gerresheimer startet mit Gewinnsprung ins Jahr

Der Zukauf in den USA zahlt sich für Gerresheimer aus: Der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Verpackungshersteller startete mit einem Gewinnsprung in das Bilanzjahr 2015/16. Bei einem Umsatzplus von 13,4 Prozent legte der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) um knapp 30 Prozent auf 66,0 Millionen Euro zu, wie die Düsseldorfer am Mittwoch mitteilten. "Unsere strategischen Weichenstellungen im letzten Jahr wirken sich sehr positiv auf unser Geschäft aus", betonte Firmenchef Uwe Röhrhoff.

Ein Teil des Umsatzzuwachses habe sich aus dem Geschäft mit Kunststoffverpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente ergeben, das mit dem Kauf von Centor im vergangenen Jahr übernommen wurde. Damit sei Gerresheimer in den USA nun auch die Nummer eins bei Kunststoffbehältern für verschreibungspflichtige Tabletten. Mit Glasverpackungen für zu spritzende Medikamente sei das Unternehmen in Nordamerika schon seit langem Marktführer. Bereinigt um Währungseffekte und um Akquisitionen habe sich der Umsatz im Zeitraum Dezember bis Februar um 4,4 Prozent erhöht.

Für 2016 bekräftigte Röhrhoff sein Ziel, den Konzernumsatz um neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu steigern. Das bereinigte Ebitda soll auf rund 320 (Vorjahr: 277,9) Millionen Euro klettern. In den Folgejahren peilt der Manager unverändert durchschnittliche Umsatzzuwächse zwischen vier und sechs Prozent an.

Schweizer Nahrungsmittelfirma Hügli 2015 mit etwas weniger Gewinn

Die Frankenstärke hat dem Schweizer Nahrungsmittelhersteller Hügli 2015 zwar das Umsatzwachstum verhagelt, der Gewinn sank dank weniger Steuern aber nur marginal. Unter dem Strich blieben 23,3 Mio. Franken (21,4 Mio. Euro), um 0,3 Prozent weniger als 2014.

Damit blieb auch die Gewinnmarge mit 6,2 Prozent stabil, wie die Firma mit dem Suppentopf im Logo am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen sank allerdings um 5,4 Prozent auf noch 30,6 Mio. Franken.

Den Umsatz hatte Hügli schon im Jänner kommuniziert: Er wuchs um 0,4 Prozent auf 378,3 Mio. Franken. Dabei drückte der überbewertete Franken stark aufs Geschäft, denn Hügli realisiert über 80 Prozent seiner Umsätze in Fremdwährungen.

Organisch wuchs der Umsatz 2015 um 3,4 Prozent, wozu Preissteigerungen 0,4 Prozent beitrugen. Die zugekauften deutschen Naturkost-Firmen granoVita und Eden erbrachten in Lokalwährungen ein Umsatzplus von 6,7 Prozent oder 25 Mio. Franken.

Frankenstärke drückte bei Schweizer Handelskette Migros auf Gewinn

Die Schweizer Supermarktkette Migros hat im vergangenen Jahr unter dem Einkaufstourismus und der Frankenstärke gelitten. Der Konzern hat zwar gleich hohe Einnahmen erzielt wie im Vorjahr. Die Marge und damit der Gewinn sind jedoch gesunken.

Der Gewinn reduzierte sich um 4,2 Prozent auf 791,1 Mio. Franken (727,5 Mio. Euro). Der Betriebsgewinn (EBIT) ging sogar um 12,8 Prozent auf 981,6 Mio. Franken zurück, wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Gründe für diesen Rückgang gibt die Migros nicht an. Sie sind jedoch offensichtlich. Die Frankenstärke und der Einkaufstourismus haben auf die Margen gedrückt.

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