Earnings Season: Quartalsergebnisse der AT-Unternehmen

Die österreichischen Blue-Chips veröffentlichen in diesen Tagen ihre die Ergebnisse für das erste Quartal des Jahres 2019. Ein Überblick.

Earnings Season: Quartalsergebnisse der AT-Unternehmen

AMAG

Alu-Preis und Rohstoffkosten drücken auf den Profit

AMAG [ISIN AT00000AMAG3]

Der Aluminiumkonzern AMAG hat im ersten Quartal 2019 aufgrund niedriger Aluminiumpreise und höherer Rohstoffkosten weniger Gewinn gemacht. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach von 18,6 auf 12,8 Millionen Euro ein, das Ergebnis nach Ertragsteuern reduzierte sich von 12,9 auf 7,6 Millionen Euro. Absatzsteigerungen im Segment Walzen sorgten aber für ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 274,4 Millionen Euro.

Die Absatzmenge insgesamt stieg im ersten Quartal um 10 Prozent auf 111.600 Tonnen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern nnd Abschreibungen (EBITDA) betrug 33,0 Millionen Euro, nach 38,9 Millionen Euro im Vorjahresvergleichszeitraum. Diese Zahlen gab das oberösterreichische Unternehmen am Dienstag bekannt.


Austrian Airlines

Lufthansa-Tochter rutscht tief in die roten Zahlen

LUFTHANSA [ISIN DE0008232125]

Billigflieger machen der AUA zu schaffen. Die österreichische Lufthansatochter will nun den Preiskampf aufnehmen. Dafür gibt es Gründe, die sich in Zahlen, Daten und Fakten gießen lassen: Die AUA ist wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal 2019 von Jänner bis März schrieb die österreichische Lufthansa-Tochter einen operativen Verlust (Adjusted Ebit) von 99 Millionen Euro, das ist ein um 26 Millionen Euro höherer Verlust als im Winterquartal 2018. In den vergangenen fünf Jahren gab es für die AUA keinen schlechteren Jahresauftakt.

AUA-Finanzvorstand Wolfgang Jani erklärte das Jahr 2019 zu einem Jahr des Umbruchs. Den Gewinn des Vorjahres von 83 Millionen Euro wird die AUA heuer nicht mehr erreichen. Das Ziel für heuer sei, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Der Manager geht davon aus, dass das zweite und dritte Quartal wieder besser laufen.


Manner

Schnitten-Fabrikant schafft den Turnaround

Josef Manner AG [AT0000728209]

Der Wiener Süßwarenhersteller Manner hat 2018 "nach mehreren schwierigen Jahren eine Trendwende geschafft", wie es im Geschäftsbericht heißt. Die Rohstoffpreise lagen auf einem im historischen Vergleich niedrigen Niveau - dadurch gab es etwas mehr Umsatz und deutlich mehr Gewinn. Zugleich ging die Verschuldung deutlich zurück. 58,4 Prozent des Umsatzes kamen aus dem Ausland.

Der Umsatz legte um 3,1 Prozent auf 209,9 Millionen Euro zu, der Jahresüberschuss stieg von 3,2 Millionen Euro auf 5,7 Millionen Euro. Dabei stieg der Vorsteuergewinn (EBT) von 4 auf 7,6 Millionen Euro. Umbau und Neuausrichtung des Standortes Wien beeinflussten das Geschäftsergebnis nur mehr geringfügig.


Marinomed

Biotech-Firma schließt 2018 mit Millionenverlust

Marinomed [ATMARINOMED6]

Die österreichische Biotech-Firma Marinomed hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresverlust von 12,1 Millionen Euro abgeschlossen, nach 2,4 Millionen Euro Verlust im Jahr davor. Die an der Wiener Börse notierte biopharmazeutische Firma erwirtschaftete rund 4,7 Millionen Euro Umsatz, nach 4,8 Millionen Euro im Jahr 2017.

"Die Ergebnisse waren plangemäß negativ und spiegelten die hohen Investitionen in den zukünftigen Wachstumskurs von Marinomed wider", heißt es in der Unternehmensaussendung.

Das operative Ergebnis (EBIT) kam insbesondere aufgrund der höheren F&E-Aufwendungen und einmaliger Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang bei minus 5,1 Millionen Euro (2017: minus 1,6 Millionen Euro) zu liegen, so das Unternehmen. Darüber hinaus belastete ein einmaliges, nicht cashwirksames Bewertungsergebnis in Höhe von minus 5,7 Millionen Euro im Zusammenhang mit der 2017 ausgegebenen Wandelanleihe das Finanzergebnis.


Palfinger

Gewinn auf Rekordhöhe

Palfinger [AT0000758305]

Der Bergheimer Kranhersteller Palfinger blickt sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig auf ein Rekordquartal zurück. Der Umsatz des Salzburger Unternehmens erhöhte sich im ersten Quartal 2019 um 11,8 Prozent auf 440,9 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 27,3 Prozent auf 42,7 Millionen Euro. Das Konzernergebnis legte kräftig um 18 Prozent auf 21,1 Millionen Euro zu.

Das Management erwartet auch für das zweite Quartal Rekordumsätze und -ergebnisse. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet Palfinger auf Basis der aktuellen Marktentwicklung mit einem Umsatzzuwachs auf 1,7 Milliarden Euro und einer weiteren Steigerung der Profitabilität auf eine EBIT-Marge von 9 Prozent. Der Ausblick auf das Gesamtjahr lasse ein historisches Rekordjahr erwarten.

Bis zum Jahr 2022 will das Unternehmen eine organische Umsatzsteigerung auf rund 2 Milliarden Euro sowie im Durchschnitt über den Wirtschaftszyklus eine EBIT-Marge von 10 Prozent erreichen.


Telekom Austria

Teilstaatliche Telekom steigert Gewinn

TELEKOM AUSTRIA AG [AT0000720008]

Die Telekom Austria hat im ersten Quartal 2019 deutlich mehr verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit einem Nettogewinn von 85,9 Millionen Euro stieg der Gewinn um rund 200 Prozent. Analysten hatten einen klaren Gewinnsprung erwartet. Der Umsatz stieg minimal um 1,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Der Gewinnanstieg wurde positiv beeinflusst von den Abschreibungen für das Rebranding des vergangenen Jahres. Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte von 61,8 Millionen Euro auf nunmehr 140,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) fiel um 3,5 Prozent auf 374,1 Millionen Euro.

Die Geschäfte des Unternehmens rein in Österreich betrachtet, fiel der Umsatz um 0,9 Prozent auf 646,8 Millionen Euro. Das EBIT am Heimmarkt brach um 22,1 Prozent auf 101,8 Millionen Euro ein. Das EBITDA in Österreich fiel wegen Restrukturierungsaufwendungen um 11,4 Prozent auf 226 Millionen Euro. Laut den Angaben des Unternehmens im Quartalsbericht blieb die Marktdynamik in Österreich stabil.

Die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden stieg konzernweit um 3,6 Prozent auf 16,263 Millionen, in Österreich um 1,4 Prozent auf 3,831 Millionen. Die Erlöse aus Festnetzdienstleistungen stiegen in allen Märkten.


UIAG

Verlust 2018 verringert

Unternehmens Invest Aktiengesellschaft [ISIN AT0000816301]

Die börsennotierte Beteiligungsfirma Unternehmens Invest AG (UIAG) hat 2018 ihre Verluste verringert. Unterm Strich betrug das Ergebnis minus 2,24 Millionen Euro, nach minus 5,16 Millionen Euro im Jahr 2017. Der Umsatz der Beteiligungsholding stieg von 26,1 auf 27,3 Millionen Euro. Wie schon im Vorjahr ist auch heuer keine Dividende geplant, geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor.

Die Bilanzsumme verringerte sich von 122,9 auf 121 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn (inklusive Rücklagen) sank von 80,1 auf 78,6 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg minimal von 90 auf 90,6 Prozent. Das Ergebnis je Aktie betrug minus 0,53 Euro, nach minus 1,21 Euro im Jahr 2017. Die Zahl der Mitarbeiter im Jahresschnitt sank leicht von 244 auf 241 Personen.

Die im Standard Market Continuous der Wiener Börse notierte UIAG ist als Industrie-Holding an mittelständischen Unternehmen beteiligt. Der Beteiligungsansatz ist langfristig ausgerichtet. Im Geschäftsbericht heißt es dazu, dass sich der Großteil der Beteiligungen positiv entwickelt habe.


Voestalpine

Vor der Konjunkturabkühlung

voestalpine [ISIN AT0000937503 ]

Der Linzer Stahl- und Technologiekonzern voestalpine rechnet im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 mit einer deutlich schwächeren Konjunktur und bereitet sich darauf auch mit weiteren Einsparungen vor. "Es ist kein Geheimnis, dass wir uns auf eine massiv schlechtere Konjunktur einstellen", sagte Vorstandschef Wolfgang Eder

"Das heißt, es gibt zusätzliche 'Kostenoptmierungsprogramme'. Es gibt 'Effizienzsteigerungsprogramme'." Diese könnten auch Zeitarbeiter treffen. Ein Stellenabbau bei den knapp 52.000 eigenen Beschäftigten ist nicht geplant.

Sorge bereiten der Stahlbranche mit Konzernen wie ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001) und ArcelorMittal (ISIN US03938L2034) Bremsspuren in der Automobilindustrie. voestalpine erzielt hier etwa ein Drittel seines gesamten Umsatzes. "In der Autoindustrie gibt es nach vier Jahren Aufwärtsentwicklung eine begründete Befürchtung, dass einfach die Konjunktur sich aufgrund dieser langen positiven Entwicklung etwas abschwächen wird."

Hinzu komme eine Unsicherheit durch neue Abgastests, die Nachfrage in China und der Zollstreit mit den USA. Wahrscheinlich werde die zweite Jahreshälfte in der Autoindustrie noch schwieriger als die erste.

"Wir gehen davon aus, dass wir die Bereiche, die im traditionellen Autobau betroffen sind, teilweise über die neuen Chancen in der E-Mobilität kompensieren können." Für voestalpine sei die Situation aber nicht dramatisch. "Wir stehen in der Automobilindustrie auf relativ vielen Beinen." Der Konzern sei nicht von einzelnen Herstellern abhängig.

Das AG Capital Team rund um Daniel Jennewein (links) und Karl Lankmayr (2. v. rechts)

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