Airbnb und Doordash bringen Euphorie an die Börsen

Nach dem Börsendebüt von Essenszulieferer Doordash will auch die Wohnungsvermittler-Plattform Airbnb große Kasse machen. Die US-Börsen jubeln: Der Dezember 2020 schlägt trotz Corona-Krise schon jetzt die Rekorde.

Airbnb und Doordash bringen Euphorie an die Börsen

Ausgerechnet im Corona-Jahr 2020 dürfte der Monat Dezember 2020 für die US-Börsen zum Rekordmonat werden. Gleich mehrere Unternehmen wagen mit dem Initial Public Offering (IPO) den Sprung an die Börse. Und bringen den Geldkreislauf so richtig in Schwung.

Die gesamten US-Börsengänge im Dezember werden die bisherige Rekordmarke von 8,3 Mrd. Dollar aus den Jahren 2001 und 2003 übertreffen. Bereits jetzt haben Unternehmen der Bloomberg-Daten zufolge bei Börsengängen in den USA im laufenden Jahr schon 156 Mrd. Dollar eingesammelt - so viel wie nie zuvor. US-Finanzexperten zufolge gibt es sehr viel Geld, dass in neue Werte investiert werden soll. Zuvorderst von Fondsgesellschaften, die zum Teil ihr Portfolio umschichten wollen oder auch neue Chancen suchen und in neue Unternehmen investieren wollen.

Sofortaufstieg in die Topliga

Der US-Essensauslieferer Doordash [US25809K1051] hat am Mittwoch bei seinem Börsengang noch mehr Geld hereingeholt als zuletzt geplant war. Das Unternehmen schlug 33 Millionen Anteilsscheine zum Preis von 102 US-Dollar los. Erst vorige Woche wurde der Preis pro Aktie von der Preisspanne von 75 bis 85 US-Dollar auf 90 bis 95 Dollar angehoben. Insgesamt sammelte Doordash somit 3,4 Milliarden Dollar ein (2,81 Milliarden Euro). Der Börsenwert des erst 2013 gegründeten Unternehmens beläuft sich auf nun 38 Milliarden Dollar.

Und fulminant war auch der Start nach dem Börsengong. Binnen weniger Minuten ist der Aktienkurs wie eine Rakete vom Ausgabekurs von 102 Dollar auf 195,50 Euro in die Höhe geschossen - plus 91,6 Prozent. Gegen 19 Uhr [MEZ] notierten die Doordash-Papiere immerhin noch um 80,12 Prozent im Plus bei 183,37 Dollar.

Doordash hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2020 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht: Ende September schreibt das Unternehmen Erlöse in Höhe von 1,92 Milliarden Dollar, 587 Millionen Dollar waren es im selben Zeitraum des Vorjahres. Gewinn schreibt das Unternehmen noch nicht. Doordash war schon vor Ausbruch der Covid-Pandemie US-Marktführer der Essenzusteller mit einem Marktanteil von über 50 Prozent. Rund eine Million Zusteller arbeiten für Doordash.

Co-Gründer und CEO ist der 35-jährige Tony Xu (Anm. eigentlich: Xu Xun). Der Sohn chinesischer Migranten kam als Vierjähriger Mitte der 1980er-Jahre aus Nanjing in China in den Midwesten der USA. Sein Vater hatte ein Stipendium für einen Engineering Course an der US-University of Illinois, südlich von Chicago, gewonnen. Die Mutter hatte aber ihre Karriere als Doktor aufgegeben und stattdessen in einem Restaurant begonnen zu arbeiten. Xu half in dem Restaurant ebenso als Tellerwäscher mit. Der Wert der Anteile von Xu an Doordash wird mit dem Börsegang nun auf rund 13 Milliarden Dollar beziffert.

Essenszusteller Doordash zählt zu den Corona-Gewinnern, ist allerdings nicht unumstritten. Einige Finanzexperten glauben bereits, das Unternehmen vielleicht seinen Höhepunkt schon überschritten, was die Aussichten auf Umsatz und Profit anbetrifft. Und mit dem Abflauen der Corona-Pandemie würde das Geschäft ohnehin weiter zurückgehen. Dazu rechnet Doordash selbst, dass künftig die Umsätze künftig nicht mehr so stark wachsen werden.

Im zweiten Anlauf an die Börse

Dass ausgerechnet Airbnb ganz oben auf der Liste der Investoren steht, überrascht ein wenig. Denn Airbnb wollte angeblich schon im Frühjahr aufs Börsenparkett. Allerdings hatte die Corona-Pandemie dem US-Wohnungsvermittler einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch wenn das Unternehmen im dritten Quartal erstmals wieder schwarze Zahlen schrieb, rechnen die Analysten für das 4. Quartal erneut mit Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe.

Im Sommer noch hatte Airbnb Verluste geschrieben hatte und ein Drittel der Belegschaft gefeuert. Für die ersten neun Monate steht unterm Strich ein Verlust von knapp 697 Millionen Dollar. Der Gewinn im vergangenen Quartal von 219 Millionen Dollar dürfte noch nicht der Turnaround sein. Analysten rechnen für Airbnb im Weihnachtsquartal mit einem weiteren Verlust in dreistelliger Millionenhöhe.

Doch In den letzten Tage vor dem Börsendebüt dominiert der Optimismus. Airbnb dürfte kräftig Kasse machen. Die Preisspanne der Aktie wurde nochmals nachjustiert von bisher 40 bis 50 Dollar pro Anteilschein auf 56 bis 60 Dollar. "Wall Street Journal" und Bloomberg berichteten dies unter Berufung von damit vertrauten Personen.

Die erste Preisspanne hatte die Analysten bereits angesichts der einstürzenden Umsatz- und Gewinnzahlen sowie den hohen Rückzahlungen an die Kunden aufgrund der coronabedingten Stornierungen sowie dem kräftigen Mitarbeiterabbau überrascht. Dass nun die Preisspanne nochmals erhöht wurde, ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Nachfrage nach Airbnb-Aktien dennoch sehr positiv eingeschätzt wird.

Airbnb würde auf eine Bewertung von 42 Milliarden Dollar (34,5 Milliarden Euro) und somit gleich zum Börsensuperstar aufsteigen. Ab Donnerstag werden die Aktien von Airbnb [Kürzel ABNB] erstmals an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq notiert.

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