Diabetes und Übergewicht: Neue Präparate beleben Pharma-Aktien

Diabetes und Übergewicht: Neue Präparate beleben Pharma-Aktien

Derzeit kommen viele neue Produkte auf den Markt, die Diabetes und Übergewicht und deren Folgeerkrankungen besser in den Griff bekommen sollen. Das macht die Aktien der führenden Unternehmen für Anleger interessant.

Übergewicht und Diabetes zählen weltweit zu den größten medizinischen Problemen, die es heute und in Zukunft zu bewältigen gilt. Diabetes-Spezialisten sprechen von einem regelrechten Diabetes-Tsunami, der fast alle Länder betreffen wird.

425 Millionen leiden an Diabetes – nur sechs Prozent entsprechend behandelt
Laut aktuellen Schätzungen leiden 425 Millionen Erwachsene zwischen 20 und 79 Jahren an Diabetes. Bis 2045 soll die Anzahl der Betroffenen auf über 629 Millionen steigen. Dabei sind über 50 Prozent der Diabetiker weltweit noch gar nicht diagnostiziert – und nur sechs Prozent aller Diabetiker werden gemäß den medizinischen Leitlinien behandelt beziehungsweise liegen mit ihren Blutzuckerwerten im gesunden Bereich.

650 Millionen Übergewichtige
Während über die Hälfte der europäischen Bevölkerung übergewichtig ist, sind es in Amerika bereits 74 Prozent. Weltweit leiden 650 Millionen Menschen an Adipositas. „Allein die Änderung des Lebensstils, wie Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität reicht in den wenigsten Fällen eine dauerhafte, stabile Gewichtsreduktion bewirken können“, so Maximilian-Benedikt Köhn, Analyst für den Sektor Healthcare bei DJE Kapital und Fondsmanager des DJE – Europa. Der Fonds, der seit Jahresbeginn ein Plus von 14,5 Prozent verzeichnete, hat Aktien von Unternehmen im Gesundheitsbereich mit 17 Prozent am stärksten gewichtet.

Adipositas: Neue Behandlungen erzielen besseren Erfolg
Bisher waren Pillen gegen Fettleibigkeit zwar teils erfolgreich, mussten aber oft wegen ihrer Nebenwirkungen abgesetzt und sogar vom Markt genommen wurden. Nun gibt es aber effektivere Medikamente, die teils seit Jahren aus der Diabetologie bekannt sind. Dazu gehören Medikamente von Novo Nordisk, die in ein begleitendes Online-Coaching-Programm eingebunden sind.

Nur zwei Prozent der Übergewichtigen werden behandelt
Derzeit werden 13 Millionen Menschen, das sind gerade einmal mal zwei Prozent aller Übergewichtigen, mit Medikamenten behandelt. Die WHO hat zwar Adipositas offiziell als chronische Erkrankung anerkannt, aber Medikamente werden in der Regel nicht erstattet. Dies wiegt umso schwerer als es meist eine Dauerbehandlung ist. Zudem geben adipöse Erwachsene 42 Prozent mehr Geld für ihre Gesundheit aus als Erwachsene mit Normgewicht. Die Gesundheitskosten pro Kopf für schwerst- oder krankhaft-fettleibige Erwachsene sind sogar 81 Prozent höher als für Erwachsene mit Normgewicht.

Adaptives Blutzuckermessgerät: Markt von 31 Milliarden Dollar
Neue Produkte für Diabetes, eine typische Folgeerkrankung von Übergewicht, bringen Dynamik in das Wachstum dieser Unternehmen. Innovationen finden derzeit bei digitalisierten Diabetiker-Produkten statt. App-gesteuerte kontinuierliche Glukosemessungen (CGM) sollen die Zuckereinstellung der Patienten verbessern und Krankenhausaufenthalte, bedingt durch Unterzuckerung reduziert werden. Der amerikanische Pharmakonzern Abbott Laboratories, aber auch jüngst Apple haben mit einem adaptiven Blutzuckermessgerät einen Markt für sich entdeckt, der auf 31 Milliarden Dollar in 2022 geschätzt wird.

Folgekrankheiten von Diabetes und Adipositas - Dialyse-Behandlungen im Anstieg
Eine weitere Folgekrankheit von Adipositas sind Nierenerkrankungen. Weltweit leiden ungefähr 850 Millionen Menschen daran – das sind doppelt so viel wie Diabetiker. Diabetes ist wiederum für 20 bis 30 Prozent aller chronischen Nierenerkrankungen verantwortlich. Oft hilft nur noch eine Nierentransplantation oder eine Dialyse. Weltweit soll die Anzahl der Dialyse-Patienten in 2025 auf fünf Millionen ansteigen. Über eine halbe Millionen Amerikaner sind derzeit auf eine Dialyse angewiesen. 90 Prozent der amerikanischen Patienten werden in Nierenzentren behandelt, davon sind knapp 50 Prozent der anfallenden Kosten Personalkosten. Allein die öffentliche Krankenversicherung Medicare gibt dafür jährlich rund 35 Milliarden Dollar aus.

Leberschaden durch Übergewicht und Diabetes: Mehrere Firmen vor Pillen-Zulassung
Auch viele Patienten, die von nicht alkoholbedingtem Leberschaden (NASH) betroffen sind, etwa Übergewicht, Typ-2 Diabetes. Für Nash, so wird die Erkrankung in Fachkreisen genannt, gibt es im Moment keinen zugelassenen Wirkstoff. Es geht dabei um Milliarden. Die Zahl der Erkrankungen hat in der jüngsten Vergangenheit um mehr als das Dreifache zugenommen. Der Markt ist heiß umkämpft, sowohl bei möglichen Neuzulassungen als auch bei Übernahmekandidaten. Es geht schließlich um Milliarden. Laut einer Studie der Deutschen Bank steigt das Marktpotential bis 2029 auf 29 Milliarden Dollar. Novo Nordisk, Intercept Pharmaceuticals, Marginal Pharmaceutical als auch das französische BiotechunternehmenGenfit sind hier spannende Kandidaten für mögliche Zulassungen. So ist Genfit bei der Entwicklung des Wirkstoff Elafibranor zur Behandlung von nicht alkoholbedingter Fettleber bereits sehr weit fortgeschritten. Auch Gilead Sciences (- 10,6 Prozent im letzten Jahr) Pfizer (+17 Prozent) und Novartis wollen in dem Markt mitmischen.


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Zwei Firmen teilen sich den Dialysemarkt auf - Newcomer mit Potential
Der Dialysemarkt teilen sich bisher zwei Konzerne auf: Das deutsche Unternehmen Fresenius Medical Care und US-Konkurrent DaVita. Fresenius mit Sitz in Bad Homburg stellt Dialyseprodukte her und bietet Dialysedienstleistungen zur Versorgung chronischem und akutem Nierenversagen. Mit der Übernahme von NxStage könnte Fresenius laut DJE-Kapital-Experten den Heim-Dialyse Markt neu aufrollen und die Kosten reduzieren. US-Präsident Trump teilt diese Einschätzung und möchte bis 2025 80 Prozent der Dialyse-Patienten mit einer Heim-Dialyse behandeln lassen oder eine Nierentransplantation ermöglichen. Im letzten Jahr hat die Aktie jedoch 20 Prozent verloren. Der Pharmahändler CVS Health hat zuletzt ebenfalls erfolgreich klinische Studien für ein Heimdialyse-Geräten getestet und könnte gerade in den USA zu einer Konkurrenz für Fresenius und DaVita werden. Ein Grund warum die Aktie von DaVita in den vergangenen zwölf Monaten 16 Prozent einbüßte.

Novo Nordisk mit großen Wachstumschancen
Das dänische Unternehmen Novo Nordisk produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen. Das vor knapp 100 Jahren gegründete Unternehmen ist Weltmarktführer bei Diabetes-Medikamenten. Das Wachstum war in den vergangenen drei Jahren allerdings nur schwach. Gut aufgestellt sind die Dänen auch bei Blutgerinnungsmedikamente, Wachstumshormontherapie und Hormonersatztherapie. Börsenwert: Über 100 Milliarden Euro.

Orales Insulins mit Milliardenpotenzial
Der große Hoffnungsträger von Novo Nordisk ist Semaglutide, eine orale Variante von Insulin. Analysten halten eine Zulassung im dritten Quartal 2019 für möglich. Sollte es den Dänen gelingen ein orales Insulin auf den Markt zu bringen, wäre das ein enormer Fortschritt für die Versorgung der Patienten und ein großer Vorteil gegenüber Konkurrenten. Das Unternehmen könnte etliche Milliarden Dollar. Aber auch über Semaglutide hinaus hat Novo Nordisk eine interessante Pipeline mit zahlreichen weiteren neuen Wirkstoff-Kandidaten.

Intercept: Spezialist für chronische Lebererkrankung nach Absturz mit hohem Potential
Intercept Pharmaceuticals ist ein amerikanisches biopharmazeutisches Unternehmen, das 2002 gegründet wurde und sich auf die Entwicklung neuartiger synthetischer Gallensäure zur Behandlung chronischer Lebererkrankungen konzentriert. Das Unternehmen hat im letzten Jahr an der Börse jedoch 25 Prozent an Wert eingebüßt, in den letzten fünf Jahren gar 62 Prozent. Analyst B. Riley hat das Kursziel von 169 auf 158 Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Aktueller Kurs: 69 Dollar. Der Umsatz soll laut 17 Analysten im Schnitt um 43 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen.

Schnelltest für Lebererkrankung: 18 Milliarden Dollar Wachstum bis 2026
Laut dem französischen Biotech-Unternehmen Genfit leiden 70 Prozent der Patienten mit Diabetes und Adipositas über 50 Jahren an NASH, der Hauptursache von Lebererkrankungen in Industrieländern. NASH lässt sich bislang nur mit Leberbiopsie, also einer invasiven Maßnahme diagnostizieren. Nun hat Genfit bei der US-Gesundheitsbehörde einen Antrag auf Zulassung für einen NASH-Schnell-Test gestellt. Mit Hilfe von Biomarkern im Blut soll eine Leber-Erkrankung diagnostiziert werden können. GlobalData prognostiziert, dass der Markt in den USA und den größten europäischen Ländern mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 63 Prozent bis 2026 einen Wert von 18,3 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Gesundheitsexperte Köhn: "Ein attraktiver Markt für Pharma- und Biotech-Unternehmen und potenzielle Investoren."

Hohes Risiko, große Chancen
Bei Pharma- und speziell bei Biotechfirmen sollten Anleger jedoch vorsichtig sein, denn die Kurse entwickeln sich teils sehr unterschiedlich und drehen, wie die vergangenen zwölf Monate zeigen, bei einzelnen Papieren schon auch mal deutlich ins Minus. Die hohen Risiken dieser Aktien, gehen jedoch auch mit hohen Kaufchancen einher. So sehen Experten bei Genfit, zuletzt deutlich im Minus, ein Kurspotential von 150 Prozent. Vorausgesetzt bei all diesen Aktien, sie erhalten für einen Wirkstoff eine Zulassung oder nicht.

Fonds, die in Gesundheitswerte investieren
Mit einem Fonds, der sich auf Gesundheitsaktien spezialisiert hat oder der solche beimischt, sind sicherheitsorientierte Anleger da besser aufgehoben. Ein Klassiker auf dem Gebiet ist der Bellevue BB Adament Medtech. Der von Morningstar mit fünf Sternen bewertete Fonds erzielte in den vergangenen fünf Jahren jährlich im Schnitt 19,3 Prozent Rendite und liegt seit Jahren weit über dem durchschnittlichen Ertrag dieser Investmentkategorie. Die aktuell am höchsten gewichtete Aktie im Depot ist Abbott Labratories und das Medizintechnikunternehmen Medtronic.

Beim DJE - Europa werden Gesundheitswerte beigemischt. Zu den Top-Positionen im Depot zählen dem Fonds-Datenblatt zufolge Roche, AstraZeneca und Qiagen. Roche legte an der Börse seit Mitte 2018 um rund 21 Prozent zu. Bei AstraZeneca betrug der Wertzuwachs 14 Prozent. Goldman Sachs empfiehlt jedoch die Aktie nun zu verkaufen. Das Unternehmen hätte den Höhepunkt seiner Profitabilität erreicht. JP Morgan wiederum rät die Aktie überzugewichten. Deren Begründung: Jüngste Studien zum Krebsmittel Imfinzi in Kombination mit einer Chemotherapie gegen kleinzelliges Lungenkarzinom hätten eine bedeutende Verbesserung der Überlebensrate gezeigt. Dies könnte sich positiv auf den Gewinn auswirken.

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