Dax auf Rekordkurs: „Gefahr einer Korrektur ist gestiegen“

Die "Trump-Rallye" geht in die nächste Runde. An den Märkten reagiert Zuversicht und Sorglosigkeit. Wohin das führen könnte, ob die Rallye fundamental begründet ist und wie sich politische Risiken in Europa auf den Dax auswirken könnten. Tipps wie Anleger sich in dieser Situation vorhalten sollten.

Dax auf Rekordkurs: „Gefahr einer Korrektur ist gestiegen“

Die Stimmung an den Märkten könnte besser kaum sein. Internationalen Börsen markierten reihenweise neue Hochs. Das deutsche Aktienbarometer Dax ist nur noch vier Prozent vom Allzeithoch von April 2015 entfernt. Denn die „Trump-Rally“ hat zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen. Trend.at geht der Frage nach, wie die Entwicklung im Dax und an den europäischen Aktienmärkten weiter gehen könnte.

Sorglosigkeit als Kontraindikator

Analysten erwarten, dass das „Trump-Momentum“ mittelfristig anhalten könnte und die Kurse weiter nach oben treibt. Ein vorübergehendes
Überschreiten des DAX von 12.000 Punkten ist somit in greifbarer Nähe. „Ängst werden in den Hintergrund gedrängt und an den Märkten breitet sich Sorglosigkeit aus“, konstatiert Michael Bissinger, Analyst der DZ-Bank. Das könne in nächster Zeit jedoch als Kontraindikator gesehen werden. “ Die Gefahr einer Korrektur ist damit gestiegen“, glaubt der Experte.

Stärkstes Wachstum seit sechs Jahren

„Das Umfeld für Aktien ist trotz möglicher Rückschläge so gut wie seit Langem nicht mehr. So steht die Rallye auf einem guten ökonomischen Fundament. So erwartet die DZ Bank, dass die Unternehmensgewinne im Euro Stoxx 50 in diesem Jahr um zwölf Prozent und 2018 um zehn Prozent steigen werden. Das wäre das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2010. Das würde auch die derzeit hohe Bewertung des Dax relativieren. So beträgt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses Jahr 14,3.
Zum großen Teil ist die Aufwärtsbewegung der Unternehmensgewinne jedoch, unter anderem durch den gestiegenen Ölpreis bedingt, da Unternehmen aus der Energie- und artverwandten Branchen die Gewinnentwicklung des Dax nicht mehr belasten werden. Auch die Wirtschaft in Europa insgesamt zieht an. So hat die DZ Bank die Wachstumsprognosen in diesem Jahr auf 1,3 Prozent und 2018 auf 1,5 Prozent Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt nach oben angepasst. Bissinger: " Das ist zwar immer noch ein recht mageres Wachstum, jedoch deutlich
mehr als 2015 und 2016, als die Wirtschaft stagnierte." Hinzu kommt das „Trump-Momentum“ das auch in Europa Potenzial, die Kurse noch weiter nach oben zu treiben“, urteilt Bissinger. Er rät daher Rückschläge im Jahresverlauf jedoch regelmäßig Einstiegspunkte markieren.

Europäische Börsen spüren politische Turbulenzen besonders heftig

Nicht unterschätzen sollte man allerdings die deutlich an Brisanz hinzugewonnenen politischen Risiken, die in diesem Jahr auf den europäischen Aktienmärkten lasten. Die Vergangenheit zeigt, laut Beobachtungen der DZ Bank-Experten, dass politische Negativ-Events etwa betreffend Griechenland, Krim-Krise und Brexit den DAX immer überproportional belastet haben. „Gerade die Wahlen in den Niederlande, Frankreich und Deutschland in diesem Jahr beinhalten, vor allem für die europäischen Aktienmärkte, ein erhebliches Belastungspotenzial “, warnt DZ-Analyst Bissinger. Die aktuellen Prognosen, für die nächsten anstehenden Wahlen in den Niederlanden am 15. März könnten bereits kurzfristig für erhebliche Verunsicherung an den Märkten führen, da der Rechtspartei ein deutlicher Vorsprung erwartet wird. Doch Bissinger gibt dennoch mittelfristig Entwarnung und rät Anlegern bei Kursschwankungen aufgrund politischer Turbulenzen Ruhe zu bewahren, da diese meist nur kurzfristig sind.

Finance for Future: Klimaschutz durch Geldanlage

Klima- und Umweltschutz gehören zu den größten Herausforderungen für die …

Gewinnfreibetrag: Mit diesen Wertpapieren senken Sie Ihre Steuer

Einkommensteuerzahler können Ihre Bemessungsgrundlage für die Steuern …

USA zapfen Ölreserven an - Freigabe von 50 Millionen Fass

USA zapfen Ölreserven an - Freigabe von 50 Millionen Fass

Damit soll der starke Preisanstieg abgemildert werden.

Italiens Kartellbehörde verhängt Strafe gegen Amazon, Apple

Italiens Kartellbehörde verhängt Strafe gegen Amazon, Apple

Strafe wegen wettbewerbschädlicher Kooperation