Dax: An der Frankfurter Börse weht ein eisiger Wind

Dax: An der Frankfurter Börse weht ein eisiger Wind

Vor allem die Aktien deutscher Banken hat es seit Ende letzter Börsen-Woche zerissen. Die Commerzbank büßte knapp 13 Prozent ein.

Seit vergangenen Freitag hat der Wind an Europas Börsen auf Nord gedreht. Der Dax, der ATX oder der Euro Stoxx 50 sind empfindlich abgestürzt. Einzelne Blue-Chip um bis zu 13 Prozent. Die Ursachen und wie Experten die weitere Entwicklung an den Märkten einschätzen.

Seit Ende April sieht die Welt an den Börsen und Devisenmärkten anders aus. Nach den Anstiegen bis dahin, setze seit dem 28. April an Europas Börsen der Kursverfall ein. Seither hat sich der Dax (ISIN DE0008469008) seither von seinem jüngsten Höchstkurs von 10.321 Prozentpunkten kontinuierlich Richtung Süden verabschiedet und notiert nun unter der psychologischen Marke von 10.000 Punkten und liegt aktuell bei 9.952. Ein Minus von 3,7 Prozent. Der Euro Stoxx 50 (ISIN EU0009658145) verlor seit dem 28. April um 4,7 Prozent. Nicht viel besser sieht es beim Austro-Index ATX (ISIN AT0000999982) aus. Das Minus beträgt seit Freitag 2,6 Prozent.

Die größten Börsen-Verlierer im deutschen Aktienindex Dax seit vergangenen Donnerstag:

1. Commerzbank (ISIN DE000CBK1001): -12,8 %
2. Deutsche Bank (ISIN DE0005140008): 12,8 %
3. Deutsche Lufthansa (ISIN DE0008232125): 11,9 %
4. Volkswagen (ISIN DE0007664039): -7,9 Prozent

Die Laune der Anleger haben zahlreiche enttäuschende Nachrichten von Unternehmen verdorben, ebenso der kräftige Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar. So stieg die europäische Währung erstmals seit August 2015 auf über 1,16 Dollar (--> aktueller Wechselkurs EUR/USD). Die Leittragenden dieser Entwicklung sind Unternehmen, deren Exporte von Waren sich auf diese Weise verteuert. Der Kursanstieg wurde durch die aktuelle Zinspolitik verursacht, die Spekulationen um eine baldige Zinsanhebung derzeit eher unwahrscheinlich macht. Investoren messen einer Zinsanhebung nur einer Wahrscheinlichkeit von 13 Prozent bei.

Enttäuschte Experten

Bisher haben sich damit die Prognosen vieler Experten, dass sich europäische Aktien bessere entwickeln sollten als US-Aktien nicht erfüllt. In den vergangenen Wochen kam es neben enttäuschenden Unternehmensdaten auch zu einer Reihe von schwachen Wirtschaftsdaten der Eurozone.

Günstige Bewertungen und ein moderat positiver Wirtschaftsausblick sprechen jedoch nach Einschätzung von Pioneer nach wie vor dafür Euro-Aktien gegenüber US-Aktien den Vorzug zu geben. Doch kurzfristig könnte es an den Börsen in einer ähnliche Tonalität wie in den letzten Tagen weitergehen. Dazu tragen das bevorstehende britische Referendum und belastende politische Diskussionen in Spanien, Griechenland und zuletzt Italien.

Deshalb haben wir unsere Positionierung auch bei europäischen Aktien auf „neutral“ geändert. Experten rechnen zwar für Aktien europäischer Unternehmen mit keinen großen Kurseinbrüchen, weitere Rückgänge halten diese jedoch für durchaus möglich. „Gute Einstiegschancen dürften sich kurz vor dem Referendums in Großbritannien bieten, da sich dann die Stimmung verschlechtern dürfte“, glaubt Pioneer-Stratege Köck. „Sollte sich unser Basisszenario von einem BIP-Wachstumstempos von ca. 1,9 Prozent in den USA und ca. 1,6 Prozent in der Eurozone bestätigen, sehen wir Phasen von Überreaktionen der Märkte als Einstiegsmöglichkeiten“, so Hans Köck, Investmentstratege bei Pioneer Investments. Aktuell hat die Investmentgesellschaft europäischen Aktien auf „neutral“ geändert.

Mittelfristig erwartet die DZ Bank, dass sich die Gewinnrückgänge bei europäischen Unternehmen, allen voran jenen des Dax, bald beendet sein sollte. „Spätestens ab dem dritten Quartal 2016 sollten die Gewinne wieder zulegen. Die laufende Gewinnrezession der börsennotierten Unternehmen sollte dann enden“, so die DZ Bank in ihrem aktuellen Ausblick.

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