Crowdinvesting weiter im Vormarsch - Wachstum heuer beschleunigt

Crowdfunding-Plattformen: Hochrsikante Investment-Portale

Die Zahl der Crowdinvesting-Portale steigt weiterhin. Die Nachfrage und die Zahl der Geldgeber ist ungebrochen stark.

Bis Juni fast gesamtes Vorjahresvolumen erreicht. Allein heuer wurde mit 19 Mio. Euro mehr als ein Drittel der seit 2013 eingesammelten Summe aufgestellt. Das Vorjahresvolumen wurde bereits übertroffen.

Wien. Das stark in Mode gekommene Crowdinvesting ist in Österreich weiter im Vormarsch. Bis Juni wurde über diese Finanzierungsform mit 19,2 Mio. Euro beinahe schon so viel Geld aufgebracht wie im gesamten vergangenen Jahr. Die im ersten Halbjahr 2017 für 56 Projekte aufgestellte Geldsumme lag um 60 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresvergleich.

Seit Bestehen der österreichischen Crowdinvesting-Plattformen im Jahr 2013 wurden insgesamt 53,7 Mio. Euro für 199 Projekte eingesammelt, 36 Prozent dieses Gesamtbetrags allein heuer im ersten Halbjahr, berichtete der Fachverband Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Dienstag. Einen deutlichen Aufschwung brachte im Herbst 2015 das Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG), erinnert die WKÖ. Seit dessen Geltung sammelten die Plattformen 88 Prozent des bisher via Crowdinvesting akquirierten Geldes.

Die Zahl der Crowdinvesting-Plattformen in Österreich ist mittlerweile auf vierzehn angestiegen, 2013 waren es erst drei.

Die "Schwarmfinanzierung" ist speziell bei Start-ups und in der Kreativwirtschaft beliebt. Aber auch für Immobilienprojekte oder zur günstigen Teil-Finanzierung von Neubauten von Fußballstadien (Rapid Wien, Austria Wien) wird Crowdfunding in Österreich verwendet.

Viele kleine private Geldgeber ("Crowd") finanzieren anstatt einer Bank oder Großinvestoren ein Projekt oder eine Geschäftsidee, etwa über Nachrangdarlehen. Crowdinvesting verspricht den Investoren oft höhere Zinsen als traditionelle Finanzinstitutionen, es kann aber auch bis zum Totalverlust des zur Verfügung gestellten Betrags führen.

Früher gab es bei Crowdinvesting-Nachrangdarlehen über 1,5 Mio. Euro keine Regulierung und keine Aufsicht. Laut einem Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) vom Frühjahr handelt es sich bei Nachrangdarlehen aber um eine Veranlagung, und ab 1,5 Mio. Euro muss aus Verbraucherschutzgründen ein Prospekt für Anleger verpflichtend angeboten werden.

Bis zu 5 Mio. Euro reicht ein vereinfachter Prospekt, über 5 Mio. Euro ist ein voller Veranlagungsprospekt nötig. Bereits platzierte Nachrangdarlehen hat diese seit April bekannte Neuregelung nicht betroffen.

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