Wachstumskapital für Österreichs KMU von Crédit Mutuel

Die französische Crédit Mutuel Equity will sich nun auch in Österreich an wachtsumsorientierten Klein- und Mittelbetrieben beteiligen. Ein erster Deal wurde in Tirol mit der exceet Card Group fixiert.

Wachstumskapital für Österreichs KMU von Crédit Mutuel

Crédit Mutuel Equity will nun auch in Österreich strategische Untenehmensbeteiligungen eingehen.

Die französische Beteiligungsgesellschaft Crédit Mutuel Equity (CME) streckt ihre Fühler nach Österreich aus und will sich hier an mittelständischen Unternehmen beteiligen. Das Unternehmen ist französischer Marktführer für Direktbeteiligungen an KMU und ist mit rund drei Milliarden Euro bereits an 350 Unternehmen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz beteiligt. Die Höhe der Beteiligungen liegt zwischen drei und 150 Millionen Euro.

Erste Beteiligung in Österreich

Im Jänner hat Crédit Mutuel Equity mit der exceet Card Group die erste österreichische Beteiligung geschlossen. Der Tiroler Chipkartenhersteller, ein führender Anbieter sogenannter Smartcards, ist Partner für internationale Kunden in den Bereichen Banking & Government (z.B. Debit- und Kreditkarten), Access & Transport (z.B. kontaktlose Tickets für den öffentlichen Nahverkehr) und Loyalty & Gift Cards (z.B. Karten für innovative Kundenbindungsprogramme). Die exceet Card Group brauchte Kapital, um seine Wachstumsstrategie fortsetzen zu können und den Schweizer Konkurrenten Intercard vollständig übernehmen zu können.

"Für uns war das Eingehen einer Beteiligung an der exceet Card Group und die gleichzeitige Durchführung einer grenzüberschreitenden Akquisition zwar vergleichsweise anspruchsvoll, aber eine einmalige Gelegenheit ein Unternehmen mit attraktiven Wachstumsperspektiven mit unserer Expertise tatkräftig zu unterstützen. Die neu geschaffene Gruppe ist ausgezeichnet positioniert, um weitere Chancen im wachsenden Markt für intelligente Kartenlösungen wahrzunehmen",sagt Tobias Lienhard, Investmentdirektor im Gespräch mit trend.at.

Private-Equity-Markt in Österreich unterentwickelt

Nach der ersten Beteiligung hat Lienhard Appetit auf mehr. "Wir wollen uns an weiteren privat geführten KMU beteiligen", sagt er.

Tobias Lienhard von Crédit Mutuel Equity ist für KMUs nach einer Beteiligung der Ansprechpartner.

Der österreichische Markt ist für den CME-Investmentdirektor sowohl aufgrund vieler erfolgreicher KMU attraktiv als auch da der Private Equity Markt „noch nicht so intensiv bearbeitet ist wie in Deutschland und der Schweiz“. Zudem seien Industriebeteiligungen von österreichischen Banken nahezu verschwunden und einst wesentliche Player nicht mehr aktiv.

Interessiert ist CME bei den Beteiligungen an gut aufgestellten Firmen die solide Bilanzen vorweisen können, über ein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen und mittel- bis langfristig attraktive Wachstumsperspektiven bieten. Bevorzugt werden Unternehmen, die Marktführer in einer Nische sind.

Zu den Grundvoraussetzungen neben einem Mindestumsatz von 20 Millionen Euro zählt „eine hohe Qualität des Managements. Davon müssen wir überzeugt sein“, stellt Lienhard klar. Das Management sollte auch signifikant am Unternehmen beteiligt sein. Kurzfristige Turbulenzen wie die Coronakrise lassen den Beteiligungsprofi dagegen vor einem Einstieg nicht zurückschrecken. Lienhard: „Ein schwieriges Umfeld geht vorbei.“

Milliardenschwere Muttergesellschaft

Im Gegensatz zu den meisten Private-Equity-Gesellschaften wird das Geld für Beteiligungen nicht über einen Fonds eingesammelt, sondern aus dem Eigenkapital der Muttergesellschaft, der Crédit-Mutuel-Alliance-Fédérale-Gruppe, finanziert. Die Credit Mutuel ist in Frankreich nach der Crédit Agricole mit einer Bilanzsumme von 820 Milliarden Euro und 380 Milliarden an vergebenen Krediten - vorwiegend an KMU - die zweitgrößte Genossenschaftsbank des Landes und ähnlich groß wie Goldman Sachs in den USA und größer als die Schweizer UBS oder die italienische Unicredit.

Was die Branchen betrifft, sind wir „Agnostiker“, meint der Lienhard. Derzeit führt er Gespräche mit einem Metallbauunternehmen - in der in Österreich stark vertretenen Branche sieht Lienhard viele interessante Unternehmen. Nur Finanzdienstleister lasse man außen vor: „Das würde mit unserem eigenen Business zu stark korrelieren.“

Minderheitsbeteiligungen als Ziel

CME strebt bei seinen Beteiligungen lediglich Minderheitsbeteiligungen an. „Das Management auszutauschen und durchzuregieren entspricht nicht unserer Philosophie. Wir sehen uns vielmehr als Sparringpartner“, betont der Lienhard.

Betreut werden die Unternehmen von Lienhard und seinem siebenköpfigen Team. Sie legen wert auf unkomplizierten fachlichen Austausch mit dem Management. „Es ist nicht so, dass einmal im halben Jahr jemand aus Paris ein Update will“, so der Investmentdirektor, „bei CME sieht man die Aufgabe darin, Unternehmen mit Ideen und Visionen zu unterstützen oder bei der Umsetzung von Akquisitionen zur Seite zu stehen. Das ist unser Kerngeschäft.“

Im Schnitt hält Crédit Mutuel Beteiligungen für eine Dauer von fünf bis acht Jahren, mitunter aber auch über 20 Jahre lang. Als lohnende Beteiligung stuft Lienhard Investments ein, die unter dem Strich Gewinne in zweistelliger Höhe abwerfen.

Lienhard sieht solche Beteiligungen als Win-Win-Siutuation für beide Seiten. "Wenn Unternehmen ihren Finanzierungsbedarf über einen Bankkredit decken, zahlen sie laufend Zinsen und müssen dazu mitunter auch ihr Haus und ihre Aktien verpfänden. Wir dagegen nehmen keinen Sicherheiten. Unser Lohn für das höhere Risiko sind höhere Renditen."

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