Corona-Virus schickt Börsen auf Talfahrt, Gold hebt ab

An den Börsen haben die Leitindizes infolge der Ausbreitung des Corona-Virus in Italien kräftig Federn gelassen. DAX & Co haben trotz aller Beschwichtigungsversuche der Experten und Politiker über drei Prozent an Wert verloren. Der Ölpreis notiert ebenfalls schwächer. Gold wurde wieder teuer. Zuvor hatten die Börsen in Asien kräftig verloren.

Corona-Virus schickt Börsen auf Talfahrt, Gold hebt ab

Gerade erst war an den Finanzmärkten die Sorge wegen des Coronavirus abgeebbt - doch damit ist es jetzt vorbei. Aktienkurse brachen zum Wochenbeginn ein, die Ölpreise gaben nach. Gefragt waren hingegen Anlagen wie Gold und Staatsanleihen, die als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten gelten.

Der Grund für die Turbulenzen: Die Anzahl der Infizierten ist in Italien übers Wochenende deutlich gestiegen, in China ist die Zahl der Toten durch das Virus sprunghaft angestiegen und auch Südkorea und der Iran sind zunehmend betroffen.

Die Folge: Die Anleger haben kalte Füße bekommen. Das Corona-Virus hat nun auch voll an den Weltbörsen zugeschlagen. Der Ausverkauf von Aktien hat auch in Europa begonnen. Anleger ziehen sich nun auch teilweise an Europas Börsen zurück. Die Folge: Die Leitindizes an Europas Börsen haben im Verlauf der Tages [bis 17 Uhr MEZ] massive Verluste eingefahren. In Frankfurt notierte der DAX um satte 4,2 Prozent schwächer, der Londoner FTSE100 hatte 3,4 Prozent verloren, in Zürich notierte der SMI um satte 4,4 Prozent niedriger gegenüber Freitag, der CAC in Paris hat 4,2 Prozent verloren, der Wiener ATX folgte ebenso dem Abwärtstrend mit einem Minus von 3,9 Prozent. Der Leitindex FTSE MIB in Mailand hat im Verlauf des Montags über 5,6 Prozent gegenüber dem Schluss am Freitag schwächer notiert.

In Italien stürzte das Börsenbarometer mit dem Leitindex FTSE MIB in Mailand um 5,6 Prozent ab. Italien hat sich zuletzt zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Mehr als 150 Ansteckungsfälle wurden dort inzwischen nachgewiesen, mindestens fünf Menschen starben an der Infektion.

Die US-Börsen haben ebenso in einer Abwärtstendenz eröffnet. Eine halbe Stunde nach Eröffnung [17 Uhr MEZ] zeigte sich ein ähnliches Bild wie in Europa. An der New York Stock Exchange sowie der Technologiebörse Nasdaq notierten die drei US-Leitindices kräftig im Minus. Dow Jones notierte um 2,8 Prozent, S&P500 mit einem Minus von 2,7 Prozent sowie Nasdaq 100 um 3,2 Prozent schwächer. Alle drei Indices hatten zunächst mit Verlusten um rund drei Prozent und darüber eröffnet.

Der Rückschlag

Chinas Präsident Xi Jinping hat in der Nacht auf Montag seine Landsleute auf einen wirtschaftlichen Rückschlag angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eingestellt. Außerdem hat der Internationale Währungsfonds (IWF) nun seine Wachstumsprognose für China gesenkt.

Lange Zeit schien es auch so, dass das Corona-Virus vor allem nur kurzfristig China und Asien betreffen werde. Auch die ersten Lockerungen in der Provinz Wuhan konnten die Anleger nicht überzeugen. Und auch die Meldung, dass Volkswagen nach einem Produktionsstopp in China wegen des Coronavirus die meisten Werke wieder in Betrieb genommen wurden, konnte die Anleger nicht zuversichtlich stimmen. Nachdem auch Europa offenbar betroffen ist scheint die Krise keineswegs gebannt, auch wenn die Experten beschwichtigen.

Stockt die Produktion in chinesischen Fabriken länger, weil sie wegen des Virus geschlossen bleiben, geraten auch deren Kunden in Bedrängnis. Apple etwa kassierte wegen des Coronavirus erst jüngst seine Umsatzprognose für das laufende Quartal wegen Lieferengpässen bei iPhones. Am Montag warnte auch der britische Mischkonzern AB Foods vor Auswirkungen auf seine Textilkette Primark. In Deutschland rechnen laut BDI unter anderem die Branchen Elektro, Automobil, Pharma und Papier mit Engpässen bei Lieferungen aus Fernost.

Wird weniger produziert, muss auch weniger transportiert werden. Das bekommen als erstes Logistikkonzerne und Fluggesellschaften zu spüren. Ihre Aktien zählten neben den Papieren deutscher Autobauer zum Wochenstart zu den größten Verlierern.

Wiener Börse

Die Wiener Börse hat am Montagnachmittag ebenfalls schwere Kursverluste verzeichnet. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 3.031,71 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 117,68 Punkten bzw. 3,74 Prozent, das bis 17 Uhr nochmals auf minus 3,9 Prozent erhöht hat.

In Österreich war der nach Italien über die Brennergrenze zuvor einige Stunden eingestellt worden. Hintergrund war der Verdacht auf zwei Fälle von Coronavirus in einem Zug von Venedig nach München, der sich jedoch nicht bestätigte.

Im ATX standen die Ölaktien Schoeller-Bleckmann (minus 6,35 Prozent auf 37,60 Euro) und OMV (minus 5,58 Prozent auf 40,41 Euro) besonders stark unter Druck. Der Brent-Ölpreis lag am Nachmittag 3,9 Prozent im Minus. Am Ölmarkt befürchtet man Auswirkungen des Coronavirus auf die globale Ölnachfrage.

Unter den weiteren größten Verlierern waren vor allem Werte aus konjunktursensibleren Branchen wie voestalpine (minus 6,07 Prozent auf 21,06 Euro) und Andritz (minus 5,94 Prozent auf 32,60 Euro). Die Anteilsscheine der AT&S lagen 6,16 Prozent im Minus und standen damit bei 16,45 Euro. Der Leiterplattenhersteller hat drei Werke in China.

5,97 Prozent verloren die Titel des Luftfahrtzulieferers FACC und standen damit bei 11,02 Euro. Titel mit Bezug zur Luftfahrtbranche zeigten sich europaweit schwach, da diese vom Coronavirus besonders betroffen sein dürfte. Eine positive Analysteneinschätzung rückte in den Hintergrund. Die Erste Group hat ihre "Buy"-Empfehlung für die FACC-Aktien bestätigt und ihr Kursziel von 14,50 auf 15,00 Euro erhöht.

Kursgewinner gab es im gesamten prime-market-Segment am Nachmittag keine. Die Titel des Biotechunternehmens Marinomed tendierten unverändert bei 102,00 Euro. Die übrigen 37 Werte lagen im Minus.

Gold glänzt weiter

Gold profitiert hingegen immer mehr von seinem Status als sicherer Anlagehafen. Der Preis des Edelmetalls stieg auf ein neues 7-Jahres-Hoch. In der Spitze wurden für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) rund 1.679 US-Dollar gezahlt. Das ist der höchste Stand seit Februar 2013. In Euro wurde ein neuer Rekordstand von rund 1.555 Euro erreicht.

Unter sind vor allem Indexfonds gefragt, die mit physischem Gold gedeckt sind (ETF). Zuletzt habe vor allem die fortschreitende internationale Verbreitung des Virus Sorgen hervorgerufen, hieß es am Markt.

Auch Staatsanleihen legten kräftig zu, ihre Renditen fielen im Gegenzug.

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