China-Aktien: Kommt nach dem Mini-Crash das Comeback?

China-Aktien: Kommt nach dem Mini-Crash das Comeback?

China-Aktien: Ende des Vorjahres zeigten sich die Anleger beunruhigt. Ein anhaltender Trend oder nur kurzes Nervenflattern?

China-Aktien kletterten 2017 um bis zu 50 Prozent, dann gab es einen Mini-Crash. Trend.at sagt Ihnen welche Prognosen die Experten für 2018 abgeben. In welche Fonds und ETFs Anleger am besten in China investieren.

Für Anleger, die 2017 in die chinesischen Aktienmärkte investiert waren, lief alles gut - zumindest in den ersten zehn Monaten. Der CSI‐300‐Index, der die größten und liquidesten Aktien der beiden Festland-Börsenplätzen Shanghai und Shenzhen beinhaltet, stieg um 24 Prozent. Der MSCI China, in erster Linie ein Barometer für die Entwicklung chinesischen Unternehmen, die offshore gehandelt werden, kletterte sogar um rund 50 Prozent. Doch im November kam die Ernüchterung. Mit den chinesischen Aktien ging es steil bergab. Sowohl der CSI‐300 als auch der MSCI China mussten kräftig Federn lassen.

Kursknick oder Beginn einer längeren Korrektur

Führte der Mini‐Crash nur zu einem Knick im Aufwärtstrend oder etwa doch zu einer längeren Kurskorrektur? „Aus fundalmentaler Sicht hat sich in den vergangenen Wochen nichts geändert“, erklärt Heike Fürpaß‐Peter vom ETF Anbieter Lyxor. „Im dritten Quartal hatte sich das chinesische Wachstum gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig abgeschwächt. Auch 2018 dürfte die Wirtschaft um gut sechs Prozent wachsen.“ Zwar hätten einige Wirtschaftsindikatoren zuletzt etwas nachgegeben, dass die Wirtschaft ins Stottern gerät, halten Experten angesichts des starken chinesischen Wirtschaftsmotors allerdings für unwahrscheinlich. „Dies gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass Präsident Xi Jinping auf dem 19. Parteitag mit einer seit Mao Zedong nie gesehenen Machtfülle ausgestattet worden ist. Das dürfte unter anderem die Pläne begünstigen, den privaten Konsum für breiter Schichten anzustoßen, um so die Konjunktur auf eine festere Basis zu stellen“, so Fürpaß‐Peter.

Starker Zyklus steigender Unternehmensgewinne

„Die robuste Konsumnachfrage und der Investitionsstau der letzten Jahre führen auch dazu, dass die Produktion weiterhin gut ausgelastet ist und die Margen weiter steigen“, erklärt Siew Hua Thio, Portfoliomanagerin des LGlobal Funds- Asian High Dividend Equity (ISIN: LU1048593997). Das Management des Fonds von Lion Global Investors (LGI) mit Sitz in Singapur.ist Partner des Wiener Asset Manager C-QUADRAT. Der Fonds hat derzeit China-Aktien mit 32 Prozent am stärksten gewichtet hat, gefolgt von in Hongkong gelisteten China-Aktien und Südkorea. Die Fondsmanagerin über die Gewinnentwicklung chinesischer Unternehmen: „Es ist es wahrscheinlich, dass der derzeitige Zyklus von Gewinnsteigerungen auch im nächsten Jahr anhalten wird, was einen weiteren Wachstumsschub im Markt unterstützen dürfte."

Eine wichtige Frage wird 2018 für China auch sein, ob die chinesischen Behörden den Schuldenabbau weit genug voran treiben werden, um die Wirtschaft zu bremsen. Die China-Experten der Fondsgesellschaft Invesco glauben jedoch nicht, dass die Schulden in China aus dem Ruder laufen und Konjunktur und Börsen trüben werden.

Auf den Index kommt es an

Es gibt einige Möglichkeiten, um in China investiert zu sein. Anlegern stehen allein sieben Aktienindizes zur Verfügung. Obwohl die Bezeichnungen dieser Indizes mitunter recht ähnlich klingen, können diese höchst verschiedene Werte enthalten und auch sehr unterschiedliche Renditen erwirtschaften. Die Frage ist weniger, ob entsprechende Unternehmen Onshore‐ oder Offshore notieren, vielmehr geht es um darum, in welchem Umfang die Unternehmen dem traditionellen Staatssektor oder aber dem boomenden Technologiesektor zugeordnet werden können.

Alibaba und Tencent: Weiterhin hohes Gewinnwachstum unwahrscheinlich

Tech‐Giganten wie Tencent oder Alibaba notieren im MSCI China und machen rund 30 bis 40 Prozent der Gesamtkapitalisierung aus. Die beiden Techgiganten haben zuletzt enorme Kursanstiege verzeichnet. Der Kurs von Tencent sprang in fünf Jahren um mehr als 700 Prozent in die Höhe, der von Alibaba stieg ähnlich steil an. Um diese Entwicklung fortsetzen zu können, braucht es allerdings weiterhin extrem hohes Gewinnwachstum. „Das erscheint gegenwärtig allerdings eher unwahrscheinlich“, so China-Expertin Fürpaß‐Peter von Lyxor.

Anleger könnten von Umstrukturierungen profitieren

Die Unternehmen, die sich im Staatsbesitz befinden, könnten dagegen in nächster Zeit sowohl ökonomisch als auch an der Börse Aufwind verspüren. „Sie könnten von den geplanten Änderungen der Eigentümerstruktur profitieren, ebenso von Fusionen und dem Abbau von Überkapazitäten. Für Anleger bedeutet das, dass in diesem Zusammenhang vor allem sogenannte A-Aktien chinesischer Unternehmen interessant sind. „A-Aktien werden vor allem von der Erwartung struktureller Änderungen getrieben und weniger von kurzfristigen Erwartungen“, sagt Uwe Wiesner vom Vermögensverwalter Hansen & Heinrich in Berlin. Selbst wenn es eine kurzfristige Korrektur an den Aktienmärkten geben sollte, stelle sich der China-Experte die Frage, wie die Welt in fünf Jahren aussieht. "Und da werden chinesische Unternehmen weltweit eine noch größere Rolle als heute", so Wiesner.
"Zwar bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß und in welcher Geschwindigkeit die Maßnahmen passieren“, schränkt Fürpaß‐Peter ein, ergänzt jedoch: „Kurzfristig sollten die Reformen aber zu einer Erhöhung des zur Verfügung stehenden Kapitals und damit zu einer Erhöhung der Marktanteile und zu einer verbesserten Preismacht am Markt führen.“ A-Aktien werden an den Börsen Shanghai und Shenzhen in der Landeswährung Yuan gehandelt. Einige Hundert davon, die in Shanghai gelistet sind, werden seit November 2014 auch in Hongkong gehandelt.

28 Prozent Rendite mit China A-Aktienfonds

Einer der Fonds, die erfolgreich in chinesischen A-Aktien investieren, ist der LionGlobal China A-Share Fund (ISIN: LI0280427241), des österreichischen C-QUADRAT-Partners Lion Global Investors in Singapur. Der Fonds legte in den vergangenen zwölf Monaten um 28 Prozent zu. Seit dem Fondsstart im September 2015 um 34,4 Prozent. Der Fonds hängt damit sowohl den Vergleichsaktienindex und hat auch deutlich besser abgeschnitten als die meisten andere Investmentfonds dieser Kategorie. Weitere erstklassige China-A-Aktien-Fonds sind der Aberdeen Global –China A Share und der BGF China A-Share Opportunities. Siehe auch A-Shares-Fonds-Übersicht.

19 Prozent mit China-ETF

Für all jene, die in diese China-Unternehmen investieren wollen, und sich ohne Fondsmanagement auf das Parkett wagen sollen, bieten sich Indexfonds, die auf dem CSI-300 Index, basieren an. Der Index bietet Zugang zu den 300 größten und liquidesten Wertpapieren die an den beiden Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen notieren ('A-Aktien'). Knapp 40 Prozent der Unternehmen in diesem Index sind dem Energiesektor zuzuordnen, 14 Prozent sind Industriebetriebe und rund 12 Prozent zyklische Konsumgüter. Die genau Index-Aufteilung in Branchen und Aktien für den CSI-300 finden Sie hier. Zu den ETF-Vehikeln die auf diesem Gebiet erfolgreich sind, zählt der db x-tracker CSI 300 UCITS ETF. Der Fonds brachte zwischen November 2016 und November 2017 eine Performance von 19,7 Prozent. Eine Auswahl an China-ETF-Fonds finden Sie hier.

Tech- als auch Restrukturierungsstory intakt

Experten gehen in China weder von einem Ende des Tech‐Booms aus, noch erwarten sie eine schnelle Umwandlung der Staatswirtschaft. ETF-Anbieter Lyxor plädiert daher für eine Mischung von alten und neuen Unternehmen Chinas. Ein genauer Blick darauf, welche Werte in welchem Umfang in welchem Index enthalten sind, wird damit wichtiger. Der im Schnitt schwankungsärmste China-Index ist jedoch der Hang Seng. Die altehrwürdige China-Börse Hang Seng mit Sitz in Hongkong, ist, bis auf einen kurzen Hänger im Dezember, in den vergangenen zwölf Monaten um 37,4 Prozent gestiegen. Papiere dieser Börse sind in zahlreichen Asien- und China-Fonds vertreten. Zu den größten Aktien zählen die Bank of China, Geely, HSBC oder Petrochina. Im Index enthalten sind vor allem Banken, Immobilien-, Konsumgüterunternehmen und Telekomkonzerne. Eine Übersicht der Unternehmen finden Sie hier.

Doch eines sollten sich Anleger, die in China investieren, bewusst sein. Das Risiko liegt gerade bei den Festland-Aktien auch darin begründet, dass diese Börsen lange Zeit nur für Inländer zugänglich waren. Die Aktienanalyse und -Auswahl internationaler Banken und Asset Managern lag daher lange brach. Dieses Umfeld, in dem nun auch ausgewählte institutionelle Investoren zugelassen sind, bietet damit zwar enorme Chancen auf Kursgewinne, ist dafür aber auch äußerst schwankungsanfälliger. Generell bieten Investment in China langfristig gute Ertragsmöglichkeiten, sollten aber nur eine Beimischung im Depot sein.

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