Cathie Wood - die neue Buffett

Die strenggläubige Katholikin Cathie Wood sagt den männlichen Wall-Street-Größen den Kampf an. Vor sieben Jahren gründete sie ARK Invest und gilt heute als erfolgreichste Investorin der Welt.

Cathie Wood, Gründerin von ARK Invest

Cathie Wood wurde durch ihre hohen Gewinne im Corona-Jahr 2020 zum neuen Superstar unter den Wall-Street-Größen. Die Gründerin von ARK Invest stellte damit auch Warren Buffett in den Schatten.

Der neue Star in der Investmentwelt heißt Cathie Wood. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht im "Wall Street Journal", "Barron 's", der "FT" oder auch im deutschen "Handelsblatt" groß über sie berichtet wird. Selbst über Kleinigkeiten wie dass sie ihren Firmensitz von New York nach Florida verlegen wird. Viel öfter wird sie jedoch als "Wall-Street-Wölfin", "The Queen" oder einfach als die derzeit "beste Investorin der Welt" bezeichnet. Wohl auch, weil sie den Altmeister der Branche, Warren Buffett, mit der Performance ihres Flaggschifffonds, des ARK Innovation ETFs, deutlich abgehängt hat. Seit dem Start 2014 erzielte Wood damit rund 550 Prozent. Buffett schaffte in den sieben Jahren hingegen nur rund 100 Prozent. Wood hat sich vor allem durch ihre starke Performance im Corona-Jahr 2020 Kultstatus erworben. Während die Berkshire-Hathaway-Aktie 2020 lediglich um 2,4 Prozent zulegen konnte, gewann der ETF von Wood da rund 150 Prozent.

Wahlweise wird Wood daher bereits als "die neue Buffett" oder auch als "Anti-Buffett" bezeichnet. Tatsächlich könnten die Anlagestrategien der beiden Investmentmanager unterschiedlicher kaum sein. Buffett ist der klassische Value-Investor. Bei ihm stehen Coca-Cola, Kraft Heinz, Bank of America oder American Express ganz oben im Depot. Apple kam als einziger Technologie-Wert erst vor wenigen Jahren hinzu. Wood hingegen schätzt Growth, disruptive Neuerungen - hauptsächlich aus den Bereichen Technologie und Pharma. Sie hat früh auf Tesla gesetzt. Im Jahr 2018 investierte sie zehn Prozent des gesamten von ihr verwalteten Vermögens in den Elektroautobauer bei einem Kurs von rund 60 US-Dollar. Heute steht die Aktie bei 790 US-Dollar. Aber auch die großen IT-Titel wie Zoom, Teladoc oder Square trugen viel zur außergewöhnlichen Performance ihres ARK Innovation ETFs bei.

Während der ARK Innovation ETF von Cathie Wood seit seinem Start im Jahr 2014 ein Plus von rund 550 Prozent schaffte, konnte Warren Buffetts Berkshire Hathaway Aktie in dieser Zeit nur um rund 100 Prozent zulegen. WARREN BUFFETT selbst hat als Value-Investor im Corona-Jahr 2020 die Chance, billige Blue Chips zu kaufen, verpasst. Die Berkshire-Hathaway-Aktie brachte in der Zeit daher nur 2,4 Prozent.

Während Buffett Berkshire Hathaway bereits 1956 gründete, startet Wood ihre Karriere als eigenständige Investorin erst 2014. Bis dahin arbeitete sie beim Vermögensverwalter Alliance Bernstein. Als der ihre Idee von eigens zusammengestellten Technologie-ETFs aber ablehnte, kündigte sie und gründete -im Alter von 57 - ARK Invest. ARK steht für Aktive Research Knowledge und verwaltet derzeit 30 Milliarden US-Dollar. Beiden Investment-Stars folgt eine große Schar von Fans. Doch während diese im Fall von Buffett in normalen Jahren zur Berkshire-Aktionärsversammlung nach Omaha regelrecht pilgert, scharen sich die Fans von Wood aber in sozialen Medien wie Twitter oder beim Neo-Broker Robinhood um ihr Idol.

Gezielt genutzte Transparenz

Und auch was die Transparenz betrifft, unterscheiden sich die Investmentgrößen: Buffett gibt kaum Einblick in sein Portfolio. Seine Anhänger erwarten sehnsüchtig die quartalsweisen SEC-Files, in dem er seine größten Aktiendeals der US-Aufsichtsbehörde melden muss. Wood hingegen nutzt gezielt die Öffentlichkeit. Sie stellt Recherchen und Prognosen ihrer Analystenteams oft kostenlos online, verbreitet sie über YouTube, ihre Website oder andere Kanäle. Sie macht damit besonders jüngere Menschen zu ihren Fans. Und zu ihren Anlegern, die ihre Investments noch verstärken.

Wie groß ihr Einfluss auf Anleger inzwischen ist, zeigte sich zuletzt beim US-Onlinebroker Robinhood. Das Börsendebüt des Unternehmens Ende Juli war alles andere als erfolgreich. Als Wood wenige Tage später eine Investition in die Trading-App öffentlich machte, griffen ihre Fans zu und katapultierten den Aktienkurs um 65 Prozent in die Höhe.

Die Transparenz ihrer Investments kommt auch Anlegern in Deutschland oder Österreich zugute. Denn anders als die für Kleinanleger geschaffene Berkshire-Hathawy-B-Aktie sind ihre Fonds und ETFs hier nicht zum Vertrieb zugelassen. Wer hier von Woods Investmentstrategie profitieren will, kann das derzeit nur tun, indem er die erfolgreichsten Aktien aus dem Depot nachkauft.

Neue Deals

Gerade während des Einbruchs der Tech-Werte in der ersten Oktober-Woche griff Wood wieder zu. Die größten Positionen ihrer jüngsten Neu-sowie Zukäufe im vergangenen Quartal waren der 3D-Drucker-Hersteller 3D Systems, der Datenanalysespezialist Palantir, das Biotech-Unternehmen Codexis, das gerade eine Kooperation mit Merck eingegangen ist, aber auch der Internetgigant Alphabet, bei dem sie einen Kursrückgang zu Nachkäufen nutzte.

Brandneu in Woods-Depot. TESLA zählt zu den erfolgreichsten Investments von Wood. Sie kaufte die Aktie bei 60 US-Dollar. Heute steht sie 790 Dollar. Plus: 1.840 Prozent.

In der Tabelle unten sind jene Titel angeführt, die sie aufgestockt oder neu ins Portfolio aufgenommen hat und die auch bereits eine starke Performance in diesem Jahr vorweisen können. Weitere Zugänge im Portfolio des Ark Innovation ETFs waren der in den USA führende Online-Immobilienmarktplatz Zillow, der Sportwetten-Anbieter DraftKings, der Robotic-Softwareexperte UiPath oder die Gesundheitsplattform Signify. Bei diesen Titeln setzt Wood aber auf einen Rebound, denn sie sind alle auf Jahressicht mehr oder weniger stark im Minus.

Einen Teil des Geldes für die Zukäufe machte Wood übrigens dadurch locker, indem sie sich von rund 270.000 Tesla-Aktien im Wert von etwa 210 Millionen US-Dollar trennte. An ihrer erfolgreichsten Aktie will sie aber weiterhin festhalten -und betreibt mit einer Ankündigung gleich weiter ein wenig Kurspflege: Erst wenn die Aktie bei 3.000 US Dollar steht, schmeißt sie alle auf den Markt.

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