Casinos Austria: Mehr Gewinn, Online-Geschäft wächst

Casinos Austria: Mehr Gewinn, Online-Geschäft wächst

Der teilstaatliche Casinos-Austria-Konzern, der gerade vom Rivalen Novomatic und einem tschechischen Konsortium mehrheitlich übernommen wird, war 2015 operativ so gut unterwegs wie noch nie. Der Umsatz ist allerdings leicht gesunken.

Während in den zwölf Casinos in Österreich sowie im Internet die Kugel rollte, stagnierte das klassische Lottogeschäft. Die Erlöse in den Automatensalons brachen ein, die Auslandstochter schreibt noch immer Verluste.

Der gesamte Glücksspielkonzern setzte im Vorjahr 3,599 Mrd. Euro um, etwas weniger als 2014 (3,619 Mrd. Euro). Das Betriebsergebnis stieg von 69,2 Mio. Euro auf 100,5 Mio. Euro, wie Konzernchef Karl Stoss am Freitag bekannt gab. Zu verdanken war dies vor allem der rigiden Kostenstruktur. Sowohl die zwölf Inlandspielbanken als auch die Lotterien spielten operative Höchstwerte ein.

Unterm Strich verdiente der Konzern voriges Jahr mit 55,3 Mio. Euro deutlich mehr als 2014 (41,7 Mio. Euro).

Auslandstocher bereitet Sorgen

Die defizitäre Auslandstochter (Casinos Austria International, CAI) hat es noch nicht in die Gewinnzone zurückgeschafft, jedoch machte sich der harte Sanierungskurs bezahlt. Das Betriebsergebnis drehte von -5,7 Mio. auf +8,1 Mio. Euro. Der Umsatz der Sparte sank unter anderem wegen des Verkaufs des verlustträchtigen Casinos in Canberra, Australien, von 139,1 Mio. auf 133,8 Mio. Euro. Der Verlust der CAI reduzierte sich von 11 Mio. auf 3,8 Mio. Euro.

Die zwölf Spielbanken in Österreich knackten voriges Jahr erstmals die Umsatzmarke von 300 Mio. Euro (310,7 Mio. nach 258,3 Mio.). Konzernboss Stoss hat, nicht zuletzt ob der drohenden Konkurrenz für den bisherigen Monopolisten, stark investiert. Fast 23 Mio. Euro sind in die bestehenden Casinos sowie in den neuen Standort Zell am See, der die wenig lukrative Spielbank in Bad Gastein ersetzt, geflossen. Auch die "Gastro-Offensive" wurde von den Gästen goutiert. Die Besucherzahl stieg um knapp 9 Prozent auf mehr als 2,7 Millionen, die zehn Casinorestaurants ("Cuisono") setzten mit 15,2 Mio. Euro um 15 Prozent mehr um als im Jahr davor. Das Betriebsergebnis der österreichischen Casinos Austria AG (Casag) erhöhte sich von 8,9 Mio. auf fast 21 Mio. Euro, der Überschuss der Konzerntochter legte von 16,6 Mio. auf 20,4 Mio. Euro zu.

Die weitaus größte Tochter, die Lotterien-Gesellschaft, war operativ ebenfalls stärker und legte unterm Strich einen Gewinnsprung hin (60,3 Mio. nach 35,9 Mio. Euro). Der Umsatz der Sparte schrumpfte jedoch von 3,15 Mrd. auf 3,084 Mrd. Euro.

Die klassischen Lotteriespiele stagnierten bei 1,33 Mrd. Euro, wobei das Zugpferd "Lotto 6 aus 45" wegen vieler Jackpots um fünf Prozent auf 615,7 Mio. Euro zulegte. Mit Bingo und Rubbellosen hat der Konzern ebenfalls etwas mehr erlöst, EuroMillionen hingegen gingen um fast 10 Prozent auf 306,2 Mio. Euro zurück.

Wichtiges Online-Geschäft wächst

Weiter gewachsen ist das immer wichtiger werdende Online-Geschäft, und zwar um mehr als zehn Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. 2014 hatte der Casinos-Konzern wegen der starken Konkurrenz mit seiner Spielseite win2day erstmals seit vielen Jahren weniger umgesetzt.

Die vom Staat vergebene Lotterielizenz berechtigt die teilstaatlichen Casinos Austria nicht nur zum Lottospielen, sondern auch zum Zocken im Internet und zum Betrieb von Spielautomatenhallen ("WINWIN"). Die Plattform win2day ist rein rechtlich gesehen die einzige, die in Österreich Online-Casinospiele anbieten darf, de facto können Österreicher aber auf tausenden Portalen um Geld spielen.

Neues Sorgenkind von Casinos-Chef Stoss sind die WINWIN-Spielstätten. Wegen strengerer gesetzlicher Vorgaben sind 2015 die Gäste in den 16 Automatenhallen ausgeblieben, so dass der Umsatz um 29 Prozent auf 451 Mio. Euro absackte. Seit Anfang 2015 muss sich jeder Gast registrieren lassen, außerdem sind pro Standort nicht mehr so viele Geräte erlaubt. Stoss hatte bereits im Dezember 2015 gesagt, dass WINWIN rund eine Mio. Euro Verlust eingespielt habe. Laut Gesetz könnte der Casinos-Konzern insgesamt 5.000 sogenannte Video Lottery Terminals (VLT) betreiben, also noch kräftig expandieren.

Spielautomaten sind das Kerngeschäft des künftigen Kernaktionärs der Casinos, dem Novomatic-Konzern. Dieser stellt nicht nur Glücksspielgeräte her, sondern vermietet sie auch und betreibt eigene Automatencasinos auf der ganzen Welt.

Ein Novomatic-Kunde ist schon jetzt der Casinos-Austria-Konzern, der voriges Jahr 6.365 Glücksspielgeräte (2014: 6.207 Stück) betrieben hat. Davon standen mehr als 2.000 im Inland.

Die Mitarbeiterzahl der Casinos hat sich indes weiter reduziert, nämlich von 4.539 auf 4.256 Personen. Die meisten Jobs fielen im Ausland weg.

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