Brexit und die Börse: die schwärzesten Tage des Dax

Der DAX ist nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union am Freitag zum Handelsstart um zehn Prozent eingebrochen. Das ist der größte Kurssturz seit dem 24. Oktober 2008, als der deutsche Leitindex in der Finanzkrise um elf Prozent in die Knie ging.

Brexit und die Börse: die schwärzesten Tage des Dax

Beim bisher größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den DAX noch gar nicht. Er wurde am 1. Juli 1988 erstmals berechnet. Im folgenden eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste des DAX seither.

DIE 1990ER JAHRE UND DIE ANSCHLÄGE VON 9/11

16. Oktober 1989: Der DAX fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungsschwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991: Ein später gescheiterter Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den DAX um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997: Im Sog der Asienkrise sackt der DAX im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3.567 Punkten um acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998: Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den DAX um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001: Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der DAX um neun Prozent.

FINANZKRISE 2008 HINTERLÄSST TIEFE SPUREN IM DAX

21. Jänner 2008: Angst vor einer Rezession in den USA drückt den DAX um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus. Bei der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September kommt er aber glimpflich davon und verliert nur moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008: Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der DAX verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008: Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der DAX verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der DAX schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008: Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der DAX verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008: Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den DAX in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011: Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der DAX verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011: Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Eurozone drückt den DAX um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011: Der DAX verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015: Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den DAX gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

BREXIT-VOTUM:

24. Juni 2016: Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der EU führt zu Handelsbeginn zu einem Kurssturz von 10,1 Prozent auf 9.226,15 Punkte.

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