Brexit: Schweizer Franken stark gefragt, SNB schreitet ein

Nach dem Votum der Briten gegen die EU steigt der Schweizer Franken zum Euro auf den höchsten Stand seit Sommer 2015. Die Schweizer Nationalbank (SNB) interveniert nun am Markt.

Brexit: Schweizer Franken stark gefragt, SNB schreitet ein

Zürich. Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU hat die Anleger in den Schweizer Franken getrieben. Die Währung kletterte zum Euro auf den höchsten Stand seit August 2015. Ein Euro kostete am Freitagmorgen 1,0626 Franken. Bereits in den Wochen vor der Abstimmung hatte die Schweizer Währung deutlich zugelegt. Sie gilt bei Investoren als sichere Anlage in turbulenten Zeiten - und ist daher gefragt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat angesichts des Höhenflugs des Frankens nach dem Brexit-Votum der Briten am Devisenmarkt interveniert. "Nach der Abstimmung Großbritanniens über einen Austritt aus der Europäischen Union ist der Schweizer Franken unter Aufwertungsdruck geraten", erklärt die Notenbank am Freitag: "Die Schweizerische Nationalbank hat mit Interventionen auf dem Devisenmarkt stabilisierend eingegriffen und bleibt am Markt aktiv."

Beim Brexit-Referendum hat sich TV-Anstalten zufolge eine Mehrheit der Briten für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ausgesprochen. Sowohl die BBC als auch ITV erklärten die EU-Gegner zum Sieger der Abstimmung.

Keine aggressiven Maßnahmen erwartet

Experten erwarten aber keine aggressiven Maßnahmen der Schweizer Notenbank. "Es würde mich überraschen, wenn die Nationalbank heute außer Interventionen etwas anderes machen würde", sagte Thomas Stucki von der St. Galler Kantonalbank. Sollte der Druck auf den Franken mehrere Tage oder Wochen anhalten, dann seien Zinssenkungen nicht auszuschließen: "Entscheidend ist nicht, wo der Franken heute Abend steht. Entscheidend ist, wo der Franken in einer Woche steht."

Nach Einschätzung von Felix Adam, Chef des Schweizer Währungsexperten ACT Currency, dürfte die SNB erst bei einem Eurokurs von 1,05 Franken größere Maßnahmen ins Auge fassen. "Dass auf der Zinsseite etwas Dramatisches passiert, kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Da müsste mehr Stress im Markt sein", sagte er. Die Marktreaktion zeige jedoch, wie überrascht viele Börsianer von dem sich abzeichnenden Wahlergebnis seien.

Höhenflug des Schweizer Franken verhindern

Die Zentralbank will einen Höhenflug des Franken mit allen Mitteln verhindern - denn ein starker Franken ist Gift für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. SNB-Präsident Thomas Jordan hatte Interventionen am Devisenmarkt angekündigt, sollte es rund um die Abstimmung zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen. Notfalls hatte er auch eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen. Der Leitzins in der Schweiz ist mit rund minus 0,75 Prozent bereits auf einem Rekordtief.

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