Börsenlexikon: Die wichtigsten Börse-Begriffe im Überblick

Für viele ist die Welt der Geldanlage voll mit Fachchinesisch. Doch beim Fachvokabular firm zu sein, ist für Anleger unabdingbar, wenn Experten etwa im Fernsehen reden hört oder Analysen liest, wenn man etwas verstehen will. Die meistgebrauchten Begriffe aus dem Anleger-Alltag in einem praktischen Börsenlexikon zusammengefasst.

Börsenlexikon: Die wichtigsten Börse-Begriffe im Überblick

A

Aktien

Firmenanteile, die am Finanzmarkt gehandelt werden. Den Preis bestimmen Angebot und Nachfrage. Firmen geben Aktien aus, um an Kapital zu kommen; Anleger kaufen Aktien, um Dividenden zu erhalten, oder von zukünftigen Kurssteigerungen zu profitieren. Dazu braucht es gutes Timing – und Glück.


Anleihen

Wertpapiere mit fixer Laufzeit und Verzinsung, die am Finanzmarkt gehandelt werden. Im Unterschied zur Aktie, bei der Investoren quasi zu Mitbesitzern werden, stehen sich Anleger und Ausgeber bei der Anleihe als Gläubiger und Schuldner gegenüber, inklusive rechtlicher Verpflichtungen zur Rückzahlung plus Zinsen. Auch Anleihen steigen und fallen im Kurs, doch im Vergleich zu volatileren Aktien sind sowohl Risiken als auch Erträge niedriger.

Nicht nur Firmen, auch Regierungen geben Anleihen aus; diese Staatsanleihen gelten als besonders sicher, da nur ein Staatsbankrott zur Zahlungsunfähigkeit führen könnte.


B

Börse

Handelsplätze, auf denen Wertpapiere und Waren gehandelt werden. Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise. Die global größte Wertpapierbörse steht in jener Straße, die zum Synonym wurde für Kapitalismus und Hochfinanz: New York Stock Exchange, 11th Wall Street.


C

Call

Eine erwerbbare Garantie, ein bestimmtes Asset (Wertpapier, Sachwert etc.) zu einem späteren Zeitpunkt zu einem fixierten Preis zu kaufen. Wer einen Call erwirbt, verpflichtet sich aber noch nicht zum Kauf. Bei Ablauf der Frist kann man die Kaufoption auch einfach verpuffen lassen.


D

Deflation

Generelle Preissenkung in einer Volkswirtschaft, und somit Aufwertung von Geld. Entsteht u.a. durch sinkende Löhne oder hohe Zinsen.


Devisen

Forderungen auf Fremdwährungen, also Guthaben oder Schecks, die in fremden Währungen auszubezahlen sind. Der Wert verschiedener Währungen variiert, unter anderem nach den Gesetzen von Angeboten und Nachfrage. Von diesen Schwankungen können Anleger profitieren.


Dividende

Teilweise Ausschüttung des Firmengewinns an Aktionäre. Auf diese Weise belohnen manche Firmen ihre treuen Teilhaber. Die Entscheidung über Regelmäßigkeit und Höhe liegen bei der Hauptversammlung.


E

Euribor

Der Zinssatz, zu dem Banken einander kurzfristig (bis zu zwölf Monate) Euro-Darlehen geben dürfen. Damit dient der EURIBOR als Referenzzinssatz für Anlageprodukte, Kredite und Darlehen. Wird täglich berechnet, außer an Wochenenden, am ersten Weihnachtsfeiertag und an Neujahr. Selbst die Weltfinanz braucht mal Pause.


F

Fonds

Ein Geldtopf, gespeist aus Anteilsverkäufen, aus dem Fondsmanager in Wertpapiere oder Sachwerte investieren. Geeignet für Anleger, die ihr Geld erfahrenen Investoren anvertrauen wollen. Doch Vertrauen hat einen Preis: Einige Fonds verlangen hohe Management-Gebühren.


G

Gläubiger

Geldgeber mit Anspruch auf Rückzahlungen plus Zinsen.


H

Hauptversammlung

(auch genannt: Eigentümerversammlung) Eine Versammlung sämtlicher Aktionäre eines Unternehmens. Sie entscheidet über unter anderem über Kapitalveränderungen, Umwandlung und Auflösung der Aktiengesellschaft und Dividendenausschüttung. Grundsätzlich zählt jeder Anteilsschein als eine Stimme.


I

Index

Summe an Kurswerten für einen bestimmten Zeitpunkt, dargestellt als Kurve, anhand deren man Marktentwicklungen ablesen kann. Prominente Indizes sind der Dow Jones (Aktienwerte von 30 der größten US-Unternehmen) oder der DAX (selbiges für Deutschland). Das österreichische Äquivalent, der ATX, bemisst die 20 größten der heimischen börsenotierten Unternehmen.

Inflation

Generelle Preissteigerung in einer Volkswirtschaft, und somit Entwertung von Geld. Entsteht u.a. durch steigende Löhne oder niedrige Zinsen.


J

Junge Aktien

Frische Anteilsscheine, die Firmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgeben.


K

Korrektur

Ein starker Kursrückgang, der eine längere Phase des Wertzuwachses unterbricht.


L

Leitzinssatz

Der Preis des Geldes, das sich Geschäftsbanken von Zentralbanken leihen können. Zentralbankdirektoren senken oder heben den Leitzinssatz, um Geld- und Kapitalmarkt zu steuern.


M

Magisches Dreieck

Eine grafische Darstellung des Zwischenspiels von Sicherheit, Liquidität und Rendite. Hilfreich zur individuellen Abmischung dieser Faktoren.


N

Nettoinventarwert

Die Summe aller Vermögenswerte (Aktien, Anleihen, Immobilien etc.), über die ein Investmenfonds verfügt. Im englischen: NAV (Net Asset Value)


O

Option

Eine erwerbbare Garantie, ein bestimmtes Asset (Wertpapier, Sachwert etc.) zu einem späteren Zeitpunkt zu einem fixierten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Optionskäufer haben das Recht, nicht aber die Pflicht, die vereinbarten Termingeschäfte durchzuführen.


P

Put

Eine erwerbbare Garantie, ein bestimmtes Asset (Wertpapier, Sachwert etc.) zu einem späteren Zeitpunkt zu einem fixierten Preis zu verkaufen. Wer einen Put erwirbt, verpflichtet sich aber noch nicht zum Verkauf. Bei Ablauf der Frist kann man die Verkaufoption auch einfach verpuffen lassen.


Q

Quiet Period

Eine von börsennotierten Unternehmen bestimmte Periode, in der keine Investorengespräche stattfinden dürfen. Wird meist vor wichtigen Ankündigungen (z.b. Geschäftszahlen) verhängt.


R

Rendite

Profit durch Wertpapierhandel, oftmals angegeben in Prozent des investierten Kapitals. Rendite setzt sich zusammen aus der (hoffentlich positiven) Differenz zwischen Kaufs- und Verkaufswert sowie Dividenden.


Risiko

Verlustchancen beim Wertpapierhandel, leider stets präsent. Anlageformen sind verschieden riskant, als Faustregel gilt: Je mehr man riskiert, desto mehr kann nachher rausspringen. Anleger sollten ihre Bedürfnisse nach Ertragssicherheit also genau kennen, bevor sie investieren.


S

Sachwerte

Physische Güter als Investments. Dazu zählen Gold, Immobilien oder Kunstwerke.


T

Termingeschäft

Käufe und Verkäufe, die erst an einem festgelegten Zeitpunkt schlagend werden. Preis und Basiswert werden im Vorfeld ausgehandelt. Beispiel: Call- oder Put-Optionen.


U

Unterbewertung

Bewertung eines Wertpapiers, die im Vergleich zu anderen Wertpapieren zu niedrig erscheint. Unterbewertete Aktien bieten daher Wachstumspotential.


V

Volatilität

Instabilität eines Wertes über Zeit. Hohe Volatilität bedeutet gleichzeitig hohe Verlust- und Ertragschance, denn was schnell fallen kann, das kann auch rasch steigen. Als besonderes volatile Wertpapiere gelten Aktien.


W

Wertpapier

Urkunde über bestimmte verbriefte Rechte, z.b. auf einen Unternehmensanteil (Aktie) oder auf Rückzahlung von Kapital (Anleihe).


X

Xetra ®

Kurzform für „Exchange Electronic Trading“, bezeichnet ein elektronisches Handelssystem. Seit 1997 für die Deutsche Börse AG im Einsatz, seit 1999 auch für die Wiener Börse. Das System sammelt Aufträge in einem zentralen und offenen Auftragsbuch.


Y

YTD

Abkürzung von Year-To-Date, beschreibt den Zeitraum zwischen Jahresbeginn und aktuellem Zeitpunkt. Beispiel: beträgt die YTD-Rendite einer Aktie 5%, so ist sie seit Jahresbeginn insgesamt um 5% gestiegen.


Z

Zinsen

Der Preis des Geldes. Wer anderen leihweise Kapital überlässt, z.b. als Einzahlung in ein Bankkonto oder beim Kauf einer Anleihe, erhält einen prozentuellen Aufschlag zusätzlich zur Rückzahlung. Sieht man Geldverleih als Dienstleistung, so sind Zinsen der Lohn der Dienstleister.

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