Die größten Börsengänge 2021 und geplante Debüts 2022

Das Geschäft mit Börsendebüts boomt. Das Jahr 2021 hat, was IPOs (Initial Public Offering) betrifft, alle Rekorde gebrochen. Nie zuvor gingen mehr Unternehmen an die Börse, nie wurden dabei mehr Geld für diese eingesammelt. Was die spannendsten Börsendebüts des Jahres waren und welche IPOs und Aktien im Jahr 2022 vielversprechend sind.

Die größten Börsengänge 2021 und geplante Debüts 2022

Ob Robinhood, Coinbase oder Bumble, im Jahr 2021 hatten so einige Unternehmen ihren Börsengang. Das erfolgreichste IPO feierte Rivian Automotive, der mit einer Bewertung von 100 Milliarden Dollar am ersten Handelstag zum größten Börsengang des Jahres wurde. Damit ist Rivian bereits jetzt hinter Tesla der wertvollste US-Automobilhersteller – noch vor renommierten Unternehmen wie Ford oder General Motors. Kursplus von Anfang November bis Mitte Dezember: 18 Prozent. Der Elektroautobauer hat damit erheblichen Anteil daran, dass der Marktwert der diesjährigen Börsendebütanten bei mehr als einer Billion Dollar liegt.

Zocker- und Daten-Apps seit ihren Debüts im Tiefflug
Nicht alle Debüts waren allerdings von Fortune gekrönt. Die Aktie des US-Online-Börsen-Apps Robinhood stürzte kurz nach ihrem Depot im Juli 2021 um 43 Prozent ab. Die Aktie der Kryptobörse Coinbase ist seit dem ersten Listing im April um 19 Prozent abgestürzt. Noch härter erwischt hat es die Aktie von Bumble. Seit dem Börsenstart der amerikanischen Dating-App Anfang März ging es um 50 Prozent bergab.

Hoch geflogen, dann über Wasser gehalten
Trotz einzelner Flops war das Jahr 2021 ein Rekordjahr, was IPOs betrifft. "Noch nie zuvor gingen so viele Unternehmen an die Börse wie dieses Jahr und auch das dabei eingesammelte Kapital war noch nie höher“, so Andrey Wolfsbein, Österreich-Sprecher der Investmentgesellschaft Freedom Finance. Eine hohe Rendite konnten Anleger zunächst bei der Aktie von Affirm erzielen, dessen Aktienpreis im Vergleich zum Emissionspreis nun allerdings nur noch bei knapp 13 Prozent hält. Doximity, eine Online-Plattform für Ärzte, oder TaskUs, die Outsourcing-Dienstleistungen für schnell wachsende Technologieunternehmen anbieten, hält nach einem steilen Anstieg im Vergleich zu ihrem Startpreis nach einem Plus von 195 Prozent nur bei fünf Prozent .

IPOs in Europa mehr als verdoppelt
Die Zahl der Börsengänge stieg nach Erhebungen der Wirtschaftsexperten von Ernst & Young (EY) im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent, während das Emissionsvolumen gleichzeitig um elf Prozent zunahm. Am stärksten fiel das Wachstum in Europa aus, wo sich die IPO-Anzahl sogar mehr als verdoppelt hat und das Emissionsvolumen um 83 Prozent anstieg.

Techsektor dominierte 2021
Dominiert wurden die Börsengänge in den letzten Monaten vor allem von Unternehmen aus dem Technologiesektor: „Seit Jahresbeginn gingen bereits mehr als 400 Technologieunternehmen an die Börse und auch für das kommende Jahr werden einige vielversprechende IPOs aus diesem Bereich erwartet“, so Wolfsbein.


Geplante Börsengänge 2022

1. Stripe Experten rechnen unter anderem mit einem Börsengang des FinTechs Stripe, einer digitalen Zahlungsplattform, die bereits in mehr als 120 Ländern genutzt wird. „Laut Bloomberg befindet sich Stripe bereits in Gesprächen mit Investmentbanken für einen möglichen Börsengang im Jahr 2022. Dadurch, dass das Unternehmen zuletzt bereits mit 100 Milliarden Dollar bewertet wurde, könnte dieser IPO eines der größten Angebote überhaupt werden “, erklärt Freedom Finance-Aktienexperte Wolfsbein.

2. Chime. Mit der vollständig mobilen Bankplattform Chime steht ein weiterer Vertreter aus dem FinTech -Bereich vor seinem Wall-Street-Debüt. Der IPO des Unternehmens, das zahlreiche Dienstleistungen traditioneller Banken anbietet, ohne dabei physische Standorte zu führen, wird für März 2022 vermutet und soll zwischen 35 und 45 Milliarden Dollar einbringen.

3. Databrics. Als verheißungsvoll wird auch das erwartete IPO des Startups Databrics eingestuft. Das Unternehmen hat eine Software zur schnellen Verarbeitung großer Datenmengen und deren Aufbereitung für Analysen entwickelt. „Databrics hat bereits über 5.000 Stammkunden und zählt unter anderem Microsoft und Amazon zu seinen Investoren“, beschreibt Wolfsbein. Nach Angaben der Business Times könnte die Bewertung beim Börsengang zwischen 35 und 50 Milliarden Dollar liegen.

4. Instacart. Mit Instacart strebt außerdem einer der beliebtesten Lebensmittellieferdienste Nordamerikas an die Börse. Das Unternehmen ist für 85 Prozent der Haushalte in den USA und 80 Prozent in Kanada verfügbar. „Instacart hat ein komplexes Logistiksystem aufgebaut, das mit mehr als 400 Einzelhändlern Vereinbarungen hat, die wiederum mehr als 30.000 Geschäfte beliefern“, erläutert Wolfsbein. Zuletzt wurde das Unternehmen mit 39 Milliarden Dollar bewertet, beim Börsengang könnten es sogar bis zu 50 Milliarden werden.


Aktientipps vom Profi

1. Meta Platforms/Facebook . Für das kommende Jahr empfiehlt Wolfsbein die Aktie von Meta Platforms, dem Mutterkonzern von Facebook, im Auge zu behalten. „Das digitale Werbegeschäft von Facebook wächst stetig und das Portfolio von Meta bietet langfristig ein enormes Wachstumspotenzial“, so der Experte. 2021 kletterte der Kurs der Aktie um rund 30 Prozent. In den letzten fünf Jahren betrug der Anstieg beträchtliche 160 Prozent.

2. Alibaba-Aktie. Aufgrund des hervorragenden Geschäfts und der hohen Marktkapitalisierung ist die Alibaba-Aktie interessant, wenngleich von den chinesischen Regulierungsbehörden ein größtes Risiko ausgeht. „Die Marktkapitalisierung von Alibaba ist gegenüber seinem Höchststand im vierten Quartal 2020 um mehr als 50 Prozent gesunken , obwohl sich im Unternehmen nichts grundlegend verschlechtert hat“, weiß Wolfsbein. Durch die Aktivitäten der chinesischen Behörden ergibt sich für Investoren zwar ein erhöhtes Risiko, die Aktie ist aber verhältnismäßig günstig. Fallen die regulatorischen Hürden im nächsten Jahr weg, könnte die Alibaba-Aktie wieder steigen.

Take Aways
  • Geplante Börsengänge 2022:
  • 1. Das US-Fintech Stripe. Das Unternehmen wird mit 100 Milliarden Dollar bewertet und könnte das größte IPO des Jahres werden.
  • 2. Die US-Bankplattform Chime, dass das Geschäftsmodell klassischer Banken untergräbt, könnte beim IPO an die 45 Milliarden Dollar erzielen.
  • 3. Databrics, die Software zur Verarbeitung und Analyse riesiger Daten und hat Investoren wie Microsoft und Amazon. Das, Börsendebüt könnte an die 50 Millionen Dollar bringen.
  • 4. Instacart, einer einer der beliebtesten Lebensmittellieferdienste der USA.
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