Börse-Vorschau: Zur Fastenzeit die Gürtel enger schnallen

Börse-Vorschau: Zur Fastenzeit die Gürtel enger schnallen

Vor, während und nach der Karnevalszeit ist die Stimmung an den Börsen trist: Es dominieren die Sorgen um die Weltwirtschaft und den Ölpreis, einzig von den Notenbanken erwarten sich Investoren einen Lichtblick.

Am Aschermittwoch ist zum Leidwesen der Karnevalisten alles vorbei. So mancher Anleger dürfte dagegen froh sein, wenn dann auch die Talfahrt an den Aktienmärkten vorbei wäre. Nach Einschätzung von Analysten ist es allerdings noch nicht soweit. An den Börsen dominiere weiterhin die Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und einem erneuten Ölpreis-Absturz.

Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets, hält daher einen Rückgang des Dax in den kommenden Wochen auf bis zu 8300 Punkte für möglich. In den vergangenen Tagen fiel der deutsche Leitindex rund vier Prozent ins Minus auf knapp 9400 Zähler. Das ist der größte Wochenverlust seit dem verpatzten Jahresauftakt 2016.

Gefahr droht den Aktienbörsen vor allem vom Ölmarkt. Der Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee stieg zwar in den vergangenen Wochen wegen Spekulationen auf geringere Fördermengen um etwa acht auf aktuell rund 35 Dollar je Barrel (159 Liter). Diese Hoffnungen könnten sich jedoch schnell als trügerisch erweisen, warnt Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht. Außerdem würden das US-Energieministerium und die Internationale Energieagentur am Dienstag voraussichtlich ihre Nachfrageprognosen senken.

China legt eine Pause ein

Dies verschärft Experten zufolge die Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft. "Bislang war man davon ausgegangen, dass sich die US-Konjunktur in einem Aufschwung befindet, wenngleich in einem schwachen", betont CMC-Experte Stanzl. "Nun macht sich die Angst breit, dass die US-Wirtschaft bereits schrumpft." Hinweise auf die Verfassung der weltgrößten Volkswirtschaft bieten in der neuen Woche die Einzelhandelsumsätze und das von der Universität von Michigan ermittelte Barometer für Stimmung der Verbraucher. Denn der private Konsum gilt als Hauptstütze der US-Konjunktur.

Aus China sind zunächst keine neuen Hiobsbotschaften zu erwarten. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen bleiben wegen der Feiern zum chinesischen Neujahr die gesamte Woche geschlossen.

Was machen die Notenbanken?

Investoren warten außerdem gespannt auf die halbjährliche Anhörung der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress am Mittwoch und Donnerstag. Sie hoffen auf Signale, dass die Fed sich in dieser schwierigen Gemengelage mit weiteren Zinserhöhungen zurückhält. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im März sehen sie bei gerade einmal acht Prozent. Selbst für Februar 2017 liegt die Quote aktuell bei 31 Prozent.

Eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) gilt dagegen als gesetzt. Bis zur nächsten Ratssitzung im März könnte der Dax allerdings auf bis zu 8300 fallen, warnt CMC-Analyst Stanzl.

Zahlen von der Voest - deutsche Blicke richten sich auf Vonovia

Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke auf Vonovia. Bis Dienstag 24 Uhr können die Eigner von Deutsche Wohnen entscheiden, ob sie ihre Aktien an den Rivalen verkaufen. Bleibt die Annahmequote unter 44 Prozent, könnte der mit einem Gesamtvolumen von 14 Milliarden Euro größte Deal in der deutschen Immobilienbranche platzen.

Gleichzeitig nimmt die Bilanzsaison Fahrt auf. Unter anderem legen die beiden Stahlkonzerne Voestalpine (Mittwoch) und ThyssenKrupp (Freitag) Geschäftszahlen vor. Zum Abschluss der neuen Börsenwoche öffnet die Commerzbank ihre Bücher.

Am Faschingsdienstag debütiert nach einigen Anlauf-Schwierigkeiten Brain - der erste Börsengang des Jahres. Die hessische Biotechfirma verkaufte Investoren 3,61 Millionen Aktien zu je neun Euro und damit am unteren Ende der Angebotsspanne.

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