Börse-Vorschau: Wie ein Fähnchen im Wind

Börse-Vorschau: Wie ein Fähnchen im Wind

Auch in der kommenden Woche werden die Börsen nach einer klaren Richtung suchen. Die Bilanzsaison ist vorbei, umso mehr rücken wieder Konjunkturdaten und Hauptversammlungen in den Mittelpunkt.

Nach dem Ende der Bilanzsaison sind die internationalen Börsen weiterhin auf der Suche nach klaren Richtungsvorgaben. Früher oder später dürften aber diejenigen Anleger, die sich bislang mit Engagements zurückgehalten hätten, wieder in den Markt zurückkehren, betont Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. "Fondsmanager müssen ihre hohen Barbestände einsetzen, um Geld zu verdienen. Die Frage ist nur, ob das auf dem aktuellen Kursniveau oder erst weitaus tiefer geschehen wird."

In der alten Woche büßte der Dax ein halbes Prozent ein. Dabei pendelte er in einer engen Spanne um die Marke von 10.000 Punkten. Daran wird sich nach Einschätzung des Analysten Sören Wiedau von der Weberbank vorerst nichts ändern. "Aus unserer Sicht wird vor der Brexit-Entscheidung die Unsicherheit hoch bleiben und die Aktienmärkte lähmen." Die Briten entscheiden am 23. Juni über einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union.

Konkjunkturdaten wieder im Mittelpunkt

Positive Impulse erhoffen sich Börsianer von US-Konjunkturdaten, vor allem von den Auftragseingängen für langlebige Güter am Donnerstag. Commerzbank-Analyst Christoph Weil sagt ein Plus von 2,3 Prozent voraus. Das ist fast drei Mal so viel wie die von Reuters befragten Analysten im Schnitt prognostizieren. "Gemäß den bisher vorliegenden Indikatoren erwarten wir ein spürbares Plus nicht nur bei den volatilen Flugzeugaufträgen, sondern auch im Kerngeschäft."

Von den Stimmungsbarometern der deutschen und europäischen Einkaufsmanager (Montag) sowie vom Ifo-Index (Mittwoch) erwartet Commerzbank-Experte Weil dagegen keinen Schub für den Aktienmarkt. "Denn das Umfeld für die Euroraum-Wirtschaft hat sich zuletzt sogar eher verschlechtert: Die Weltwirtschaft schwächelt weiter, und der festere Euro unterminiert die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der im Euroraum produzierenden Unternehmen auf dem Weltmarkt." Am Dienstag steht zudem der ZEW-Index auf dem Terminplan, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt. Hier sagen Analysten einen leichten Anstieg voraus.

Nach den Bilanzenm folgen die Hautversammlungen

In der neuen Woche stellen sich weitere Top-Manager deutscher Konzerne den Aktionären. Besonders spannend wird dabei die Hauptversammlung von Kuka, nachdem der chinesische Großaktionär Midea eine Übernahmeofferte im Volumen von bis zu 4,5 Milliarden Euro vorgelegt hat. Das Management des Roboter-Bauers hat sich bereits wohlwollend zu der Offerte geäußert. Offen ist allerdings, wie sich die beiden übrigen Kuka-Großaktionäre, der Anlagenbauer Voith und der hessische Unternehmer Friedhelm Loh, verhalten werden.

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