Börse-Vorschau: Der Eurokurs bestimmt die Aktienmärkte

Börse-Vorschau: Der Eurokurs bestimmt die Aktienmärkte

Ein stärkerer Euro belastet die europäische Exportindustrie, besonderes Augenmerk legen die Aktionäre in den kommenden Tagen auf die Geldpolitik der Notenbanken Fed und EZB.

Die Kursentwicklung beim Euro dürfte in der neuen Woche über Wohl und Weh im Dax (ISIN DE0008469008) entscheiden. "Wertet die Gemeinschaftswährung weiter auf, fürchten Anleger eine Belastung für die exportstarke deutsche Industrie", sagt NordLB-Analyst Tobias Basse. "Um Aktien werden Investoren dann lieber einen Bogen machen." Schon in den vergangenen Handelstagen hielten sich Anleger angesichts des wieder festeren Euros zurück. Spekulationen auf eine behutsame Straffung der US-Geldpolitik hatten der europäischen Gemeinschaftswährung Rückenwind verliehen. Der Euro notierte mit 1,1342 Dollar zeitweise auf dem höchsten Stand seit fünf Wochen. (Aktueller Wechselkurs EUR/USD) Der Dax kam nach einigem Auf und Ab bis in der vergangenen Woche auf ein Plus von knapp 0,8 Prozent.

"Die Finanzmärkte bleiben Getriebene der Geldpolitik, daran wird sich auch nach den jüngsten Sitzungen der großen Notenbanken nichts ändern", sagte ein Börsianer. Vor allem das Thema US-Leitzinsen ist für Investoren noch nicht vom Tisch. Die amerikanische Notenbank Fed hatte am Mittwoch signalisiert, dass sie nach der historischen Zinswende vom Dezember im laufenden Jahr nur noch zwei Mal nachlegen will. Ende 2015 hatten die Währungshüter noch doppelt so viele Schritte auf dem Zettel.

Notenbanken stehen im Mittelpunkt

In den kommenden Tagen dürften die Investoren nun die zahlreichen Reden von US-Zentralbankern auf Signale für den Zeitpunkt der nächsten Anhebung abklopfen. Es sprechen unter anderem Charles Evans (Dienstag), Chef des Fed-Ablegers in Chicago, und James Bullard (Donnerstag), Präsident der Fed von St. Louis. Analyst Alexander Bühler von der VP Bank hält eine weitere Straffung der Geldpolitik im Juni für wahrscheinlich. "Die US-Wirtschaft konnte zuletzt über weite Strecken überzeugen. Wichtig ist nur, dass Fed-Chefin Janet Yellen keine kalten Füße bekommt." Den Kursen am Terminmarkt zufolge sehen Anleger die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Juni aber nur bei 40 Prozent. Vor der Fed-Sitzung hatte sie bei 52 Prozent gelegen.

US-Konjunkturdaten stehen in der neuen Woche nur wenige auf dem Terminplan. Hierzu gehören die Auftragseingänge für langlebige Güter am Donnerstag. Nach dem kräftigen Plus im Januar rechnen Analysten im Februar mit einer Korrektur. In Europa richtet sich der Fokus am Donnerstag auf die Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager. Einen Vorgeschmack liefert am Dienstag der Ifo-Index, der das Klima in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Enttäuschende Zahlen könnten Spekulationen auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Nahrung geben. Die Währungshüter hatten erst vor wenigen Tagen ihre Anleihekäufe aufgestockt und die Zinsen gesenkt. Zuletzt schürte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet Spekulationen auf weitere Zinssenkungen. "Wie man bei anderen Notenbanken sieht, haben wir rein technisch noch nicht das untere Ende erreicht", sagte er am Freitag in einem Zeitungsinterview.

ProSieben verdrängt K+S aus dem Dax

Auf der Unternehmensseite geht es eher ruhig zu. Einige Firmen wie Fuchs Petrolub, Kuka (jeweils Dienstag) und Biotest (Mittwoch) legen ihre detaillierten Gesamtjahreszahlen vor. An Karfreitag bleibt die Börse geschlossen. Besonders aufmerksam dürften die Anleger das Debüt der ProSiebenSat1 Media Aktie (ISIN DE000PSM7770) im Dax verfolgen. Der TV-Konzern, der bislang im MDax gelistet ist, übernimmt ab Montag den Platz des Düngemittelherstellers K+S (ISIN DE000KSAG888) im deutschen Leitindex. Damit steigt erstmals ein Medienunternehmen in die erste Börsenliga auf. Der Düngemittelhersteller K+S war seit 2008 im Dax gelistet.

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

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