Börse-Vorschau: Die Angst vor dem Crash ist omnipräsent

Börse-Vorschau: Die Angst vor dem Crash ist omnipräsent

Im Ölpreis-Verfall und der Abkühlung der chinesischen Konjunktur sehen viele Anleger Vorboten einer neuen Krise. Vergleiche zu 2008 werden gezogen - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Stimmung an den Börsen.

An den Finanzmärkten geht die Rezessionsangst um: Anleger werten den rasanten Ölpreis -Verfall, die Abkühlung der chinesischen Konjunktur und die schwächelnde US-Wirtschaft als Vorboten einer neuen Krise. Dies schürt Experten zufolge Spekulationen auf wachsende Kreditausfälle und ein Schieflage des Bankensektors.

"Nicht wenige Marktteilnehmer ziehen Parallelen zur Situation im Jahr 2008 - mit vergleichbaren Auswirkungen auf die Aktienmärkte", sagt Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg. Aus seiner Sicht hat der Dax seine Talsohle noch nicht durchschritten. In der alten Woche verlor er 4,5 Prozent. Der europäische Banken-Index brach sogar um mehr als sieben Prozent ein. Gleichzeitig verbilligte sich die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um rund acht Prozent auf gut 31 Dollar je Barrel (159 Liter).

Aus diesem Grund werden nach Ansicht von Analysten weitere Anleger Kurs auf als sicher geltende Häfen nehmen. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, stieg in der alten Woche von einem Rekordhoch zum nächsten. Die "Antikrisen-Währung" Gold ist mit etwa 1240 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) aktuell so teuer wie zuletzt vor einem Jahr.

Frohes Neues Jahr: Chinesen kehren an die Börse zurück

Der allgemeine Konjunkturpessimismus lenkt zusätzliche Aufmerksamkeit auf die anstehenden Wirtschaftsdaten: Den Anfang machen die chinesischen Außenhandelsdaten am Montag. Außerdem warten Investoren gespannt auf die Wiedereröffnung der Börsen in Shanghai und Shenzhen, die wegen der Feiern zum chinesischen Neujahr in der alten Woche komplett geschlossen blieben. Allerdings muss an diesem Tag insgesamt mit eher dünnen Umsätzen gerechnet werden, da die US-Anleger wegen eines verlängerten Wochenendes erst ab Dienstag wieder ins Geschehen eingreifen.

Am Mittwochabend werden sich Börsianer in die Sitzungsprotokolle der US-Notenbank vertiefen. Von den Mitschriften erhoffen sie sich Hinweise auf die Geldpolitik. Die Kurse an den Terminmärkten signalisieren, dass Anleger frühestens 2017 mit weiteren Zinserhöhungen der Fed rechnen. Am Donnerstag stehen dann das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia und die US-Frühindikatoren auf dem Terminplan.

Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank warnt allerdings, dass selbst auf den ersten Blick positive Daten den Börsen nicht unbedingt Auftrieb geben werden. "Investoren suchen derzeit verstärkt nach dem Haar in der Suppe." Einblicke in die Stimmungslage der deutschen Börsenprofis liefert am Dienstag der ZEW-Index.

Um dieser Abwärtsspirale zu entkommen, ist dem Commerzbank-Analysten Michael Leister zufolge ein Eingreifen der Zentralbanken notwendig. "EZB-Präsident Mario Draghi könnte im Rahmen seiner Anhörung vor dem EU-Parlament am Montag ein solches Signal abgeben." Allerdings sei mit einer konkreten Maßnahme vorerst nicht zu rechnen.

Handelsriese Wal-Mart öffnet die Bücher

In dieser Gemengelage rücken die Firmenbilanzen in den Hintergrund. In der neuen Woche legen unter anderem die Deutsche Börse (Dienstag) und die Allianz (Freitag) ihre Zahlen vor. In den USA öffnet der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart am Donnerstag seine Bücher.

Zum Abschluss der Börsenwoche verfallen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. In den Tagen zuvor schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

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