Bitcoin steigt über 50.000 Dollar - die Hintergründe des Höhenflugs

Die Kryptowährung Bitcoin hat erstmals die 50.000 Dollar Marke geknackt. Tesla-Chef Elon Musk spielt bei der jüngsten Kurs-Rallye eine wesentliche Rolle. Er hat 1,5 Milliarden Dollar in die Cyber-Währung investiert.

Bitcoin steigt über 50.000 Dollar - die Hintergründe des Höhenflugs

Der Wert der Cyber-Währung Bitcoin steigt und steigt. Am Dienstag, den 16. Februar 2021, erreichten die Bitcoins erstmals einen Wert von über 50.000 Dollar.

Eine der Ursachen für den zuletzt so rasant gestiegenen Kurs trägt den Namen Elon Musk. Der Tesla-Chef hatte den Hype um die Digitalwährung in den vergangenen Wochen immer wieder befeuert, in dem er via Twitter laufend positive Stimmung für die Digitalwährung machte.

Musk war es auch, der den Kursanstieg mit angeheizt hatte. Und so nebenbei teilte er dann mit, dass Tesla selbst einen Teil seiner Cashreserven von Dollar in Bitcoin getauscht hat. Und das war keine kleiner Betrag: 1,5 Milliarden Dollar investierte Musk in Bitcoins.

So nebenbei teilte Musk auch mit, dass Tesla-Käufer künftig einen Teil ihres Autos in Bitcoin bezahlen können.

Weitere Spekulationen

Die Liebe zur Twitteria, vor allem zu einem kräftigen Anstieg des Bitcoin-Kurses ist aber an Marktbeobachtern und Aufsehern nicht vorbeigegangen. Beobachter sehen die Entwicklungen mit Argusaugen, weil Musks Tweets ihrer Ansicht nach zum Teil manipulativ sind und wenig Substanz dahinter steht. Kurspflege also, für Bitcoin und Tesla, ein zweiter Spekulationsast für Musk, nachdem der Tesla-Kurs zuletzt nicht mehr ganz so reüssieren konnte.

Doch Musks Spekulation bekam im Februar ausgerechnet Unterstützung von der Bank Mellon, der ältesten Bank der USA. Sie will künftig für ihre Kunden Bitcoins halten. Womit der US-Dollar, der weltweit seit der Tagung von Bretton Woods im Jahre 1944 eine Sonderstellung hat und die Leitwährung im internationalen Handel ist, einen scharfen Konkurrenten bekommt.

Ende der Dollar-Vorherrschaft?

Dem Bitcoin könnte es nun gelinge, das Ende der Dollar-Vorherrschaft einzuläuten. Bitcoins und andere digitale Währungen genießen immer mehr Anerkennung.

EZB-Chefin Christine Lagarde, aber auch die neue US-Finanzministerin und ehemalige jahrelange US-Notenbank-Chefin Janet Yellen warnen jedoch weiterhin vor Kryptogeld, das die Geldwäschegefahr erhöhen würde. Sie plädieren daher auch für eine strengere Regulierung und vor allem, dass anonymisiertem Spekulieren mit Kryptowährungen ein Riegel vorgeschoben wird.

Elon Musks Poker

Musks Agitation via Twitter oder auch zuletzt über das neue gehypte Social-Media-Portal Clubhouse hat freilich auch Charme. Kritiker sprechen zwar abfällig von Krypto-Zockerei. Der extrovertierte Unternehmenschef und Selfmade-Milliardär gilt aber etwa bei Privatanlegern geradezu als Idol, weil er auch saturierte Hedgefonds zum Schwitzen bringt. Und auch den Geldmonopolisten, den Nationalbanken verschiedener Länder, einen Spiegel vorhält.

Gleichzeitig fordert Musk mit seiner Twitteria auch etablierte Player wie etwa den Kreditkartenkonzern Mastercard heraus, die sich zum Teil auch der Kryptowelle folgen. Der US-Kreditkartenkonzern hatte ebenso angekündigt, sich für Kyptogeld zu öffnen.

Bitcoin-Fonds

Doch abseits der Finanzinstitutionen reklamieren sich im Zuges des Bitcoin-Hypes auch andere neue Player in das Finanzbusiness: So hat Twitter-Chef Jack Dorsey gemeinsam mit Jay-Z einen Bitcoin-Fonds gestartet. Dorsey kündigte am Freitag per Tweet an, dass die beiden 500 Bitcoin als Startkapital einsetzen, was aktuell knapp 24 Millionen Dollar entspricht. Der Fonds solle Bitcoin-Projekte finanzieren, zunächst mit Fokus auf Entwicklerteams in Afrika und Indien. Die beiden wollten damit andere Investoren animieren, sich an dem Fonds zu beteiligen.

Spekulationen mit Cyber-Geld

Wie schnell es mit der Spekulation bergab gehen kann, haben in der Vorwoche auch die Zocker erfahren, die von Musks Tweets getrieben auch in Gamestop-Aktien investierten. Und zum Teil nach Kurszuzwächsen wieder massive Verluste hinnehmen mussten.

Wie schnell ein Kurs auf Musks Twitter-Botschaften reagiert, war einmal mehr zuletzt bei der Phantasie-Kryptowährung Dogecoin aus Japan zu sehen. Vorige Woche hatte Tesla-Chef Musk den Kurs von Dogecoin regelrecht in die Höhe getwittert. Und gleichzeitig auch Stimmung gemacht. Am Montag hatte Musk gemeint: „Wenn große Dogecoin-Inhaber den größten Teil ihrer Münzen verkaufen, hat das meine volle Unterstützung. Zu viel Konzentration ist das einzige wirkliche Problem in meinen Augen.“ Mehr brauchte es nicht: Der Dogecoin Kurs ist umgehend um 13 Prozent abgestürzt.

Mit Spannung erwarten daher auch Musk-Kritiker, wann denn die US-Börsenaufsicht SEC tätig wird. Sie könnte prüfen, ob Tesla sich schon Bitcoin mit eingedeckt hatte, als Musk sich für Bitcoin starkmachte. Dies wäre der Beweis dafür, dass Musk den Markt manipuliert und als größter Tesla-Aktionär profitiert.

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