Bitcoin-Kurs im freien Fall Richtung 9000 Dollar

Bitcoin-Kurs im freien Fall Richtung 9000 Dollar

Die Achterbahnfahrt beim Kurs der Kryptowährung Bitcoin geht weiter. Einmal mehr stürzt der Bitcoinkurs ab. Als Ursache orten die Beobachter den massiven Widerstand gegen Facebooks Kryptowährungsprojekt Libra. Der Bankenausschuss im US-Senat hat Facebook eine kräftige Abfuhr erteilt.

Der Widerstand gegen Facebooks Libra wird massiver. Und wird nun auch neben Klimaschutz auch auf der Tagesordnung des Mitte August im südfranzösischen Biarritz stattfindenden G7-Gipfels der Staats- und Regierungschefs stehen.

Der Bankenausschuss des hat US-Senats erneut Bedenken geäußert. Der Senat hatte den Libra-Projektleiter vorgeladen. Die Parlamentarier bezeichneten die Pläne des Online-Netzwerks als "verrückt". Vor allem meinten sie, es sei eine "wahnhafte Idee" ausgerechnet Facebook angesichts zahlreicher Datenskandale zu vertrauen. Die Politiker haben Facebook eindeutig signalisiert, dass sie dem Unternehmen nicht erlauben werden, Geld seiner Kunden zu verwalten.

Daraufhin ist der Kurs der schon 2009 gegründeten Kryptowährung Bitcoin massiv ins Schlingern gekommen und abgestürzt. Binnen weniger Stunden hat der Bitcoin-Kurs eine Talfahrt unter die 10.000-Dollar-Marke in Richtung 9.000 Dollar angetreten. Der Tagesverlust liegt zur Mittagszeit bereits bei rund 15 Prozent.

Mitte Dezember 2018 hatte Bitcoin zum Jahrestief bei 3.158 Dollar notiert. Danach hatte sich der Kurs wieder kräftig erholt. Am 9. Juli 2019 notierte Bitcoin zum Jahreshoch bei 13.875,70 Dollar. Der erneute kräftige Anstiege wurde mit dem Facebook-Effekt in Verbindung gebracht. Erstmals hatte Facebook Anfang des Montags Libra angekündigt, was die Spekulanten ermuntert hatte in Bitcoin zu investieren. Seit Anfang Juli pendelte der Kurs zwischen 10.000 und 12.000 Dollar rauf und runter gependelt. Nach dem Libra-Dämpfer verpufft nun einmal mehr auch bei Bitcoin-Spekulanten die Euphorie. Zur Mittagszeit lag der Kurs von Bitcoin nur noch bei rund 9.300 Dollar. Im Verlauf des Nachmittags hatte sic das Minus zum Vortag auf rund 9,1 Prozent eingependelt bei einem Kurs knapp unter 9.600 Dollar.

Facebooks Libra-Liebe

Facebook will 2020 die eigene Kryptowährung Libra starten. Über eine eigene Plattform sollen via Internet zunächst über 100 Unternehmen an der Kryptowährung Libra teilnehmen. Neben der gerade gegründeten Facebook-Finanztochter Calibra sollen auch die traditionellen Zahlungsabwickler Visa, Mastercard und Paypal sowie Fahrdienstvermittler wie Lyft und Uber teilnehmen. Das Projekt Libra soll in der Schweiz seinen Sitz haben und dort auch beaufsichtigt werden. Facebook will damit Bankgeschäfte vereinfachen, schneller und für den Nutzer kostengünstiger machen. Notenbanker fürchten, dass dadurch das Bankensystem ausgehebelt wird und eine Parallelwährung aufgebaut werden soll, die nur noch von Facebook kontrolliert würde.

Bei Notenbankern schürt das nicht zuletzt die Sorge davor, dass Facebook durch die Deckung von Libra durch Staatsanleihen zu einem gewaltigen Gläubiger von Staaten werden könnte.

Der Nutzer soll die Libra unter anderem via Smartphone nutzen. Um auf dem Smartphone die Ersatzwährung, deren Stabilität durch die Bindung an einen Korb staatlicher Währungen wie Euro und Dollar garantiert werden soll, zu nutzen, müssen Nutzer eine digitale Geldbörse installieren. So einfach wie eine SMS soll das Abwickeln von Zahlungen sein, wirbt Facebook für Libra.

Mit seiner weltweit gigantischen Nutzerschaft für seine Online-Netzwerke und den Messenger WhatsApp kann Facebook auf eine enorme Verbreitung von Libra setzen.

Massive Kritik der Netzaktivisten

Nicht nur bei Notenbankern, selbst bei der Netzcommunity und stößt das Vorhaben von Facebook auf massive Kritik. Angesichts der jüngsten Datenskandale ist das Vertrauen in Facebook geschwunden. Der Datenschutz bekommt bei der Netzavangarde nun mehr Bedeutung. "Ich kann es kaum abwarten: Eine Kryptowährung mit der Ethik von Uber, der Zensur-Gegenwehr von Paypal und der Zentralisierung von Visa - alle vereint unter dem bewährten Facebook-Datenschutz", lautet etwa die Kritik von Sarah Jamie Lewis von der nichtkommerziellen Forschungsorganisation Open Privacy.

Auch die Finanzminister Europas, die sich vor dem G7-Gipfel gerade zusammen mit den Notenbank-Gouverneure in Paris treffen, haben mehrheitlich massive Bedenken gegen Facebooks Ambitionen geäußert. Sie stemmen sich prinzipiell dagegen, dass Unternehmen wie Facebook eine eigene digitale Währung herausbringen, wie Facebook es mit Libra nun vorhat. Die Finanzminister sehen Libra mehrheitlich skeptisch. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz warnte bereits am Dienstag, die Herausgabe von Währungen gehöre nicht in die Hände eines Privatunternehmens. Der Euro müsse das einzige gesetzliche Zahlungsmittel im Euro-Raum bleiben.

Rückendeckung bekommen die Finanzminister Europas auch vom US-Ressortchef Steven Mnuchin. Der US-amerikanische Finanzminister äußerte ernsthafte Bedenken, dass Libra von Geldwäschern und zur finanziellen Unterstützung von Terroristen missbraucht werden könne.

Facebook-Aktie

Die Facebook-Aktie (ISIN US30303M1027) hat die Debatten rund um Libra bislang unbeschadet überstanden und ist seit dem Jahreswechsel konstant im Aufwind. In der letzte Woche konnte das Papier wieder um gut fünf Prozent zulegen. Der aktuelle Wert von rund 204 Dollar ist nahe am Allzeit-Hoch des Papiers von 217,50 Dollar vom Juli 2018.

Facebook-Aktie; 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen auf die Grafik klicken.

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