Berg- und Talfahrt: Bitcoin rutscht unter 8.000-Dollar-Marke

Berg- und Talfahrt: Bitcoin rutscht unter 8.000-Dollar-Marke

Bitcoins: Die Kursentwicklung ist nichts für schwache Nerven.

Bei Bitcoins und anderen Kryptowährungen spielen die Kurse wieder einmal verrückt: Zeitweise verlor die Kryptowährung im Tagesverlauf um über 2.000 Dollar an Wert. Der Hintergrund sind drohende Verbote und angekündigte Regulierungen. Sie sollen das Zocken, Geldwäsche und sonstige kriminelle Machenschaften mit Kryptowährungen eindämmen.

Bitcoin-Investoren und Spekulanten brauchen derzeit Nerven aus Stahl. Die Kursentwicklung der Kryptowährung gleicht einer irren Fieberkurve. Binnen der letzten 24 Stunden eines Tages verloren Bitcoins erst rund 1.600 Dollar an Wert (von 9.234 Dollar auf 7.625 Dollar), um dann sogar kurz wieder auf über 9.000 Dollar zu steigen.

Es ist die Fortsetzung eines irren Ritts, der seit kurz vor Weihnachten andauert. Damals wurden Bitcoins noch um rund 20.000 Dollar gehandelt. Gegenüber dem Dezember-Höchststand lagen die Verluste im Tagesverlauf des 2. Februar zwischenzeitlich bei 60 Prozent, und die Kurs-Achterbahnfahrt hielt weiter an.

Wer darauf gewettet hat, dass sich der Kurs der Kryptowährungen im Jahr 2018 ähnlich wie im Jahr 2017 entwickeln würde - Anfang Jänner 2017 wurden Bitcoins noch um weniger als 1.000 Euro gehandelt - wurde jedoch massiv enttäuscht.

Der erneuten Ausschläge nach unten dürften mit einigen weiteren Ankündigungen in Zusammenhang stehen, Kryptowährungen zu verbieten oder deren Handel stärker zu regulieren.

Indien gegen Kryptowährungen

Indien steht etwa schon länger auf Kriegsfuß mit Kryptowährungen. Die Regierung stellt sie in mehreren Fällen in Zusammenhang mit betrügerischen Schneeballsystemen.

Nun will der Staat Indien Bitcoin und Co. für Bezahlvorgänge oder andere Transaktionen verbieten, wie Finanzminister Arun Jaitley ankündigte. Investitionen in Cyber-Devisen sollen für Anleger aber nach wie vor möglich sein.

Die indische Finanz forderte zudem bereits im Jänner zehntausende Anleger von Cyber-Devisen zur Zahlung von Kapitalertragssteuern auf. Einer Erhebung zufolge wurden in den vorangegangenen eineinhalb Jahren Deals im Volumen von 3,5 Milliarden Dollar (2,81 Milliarden Euro) getätigt. Viele Investoren haben- so die Vermutung - ihre Geschäfte und die damit erzielten Gewinne den Behörden verschwiegen.

Die Regierung will nun entsprechende Maßnahmen ergreifen, um Betrug, illegale Transaktionen und Steuervermeidungen in Zusammenhang mit den digitalen Währungen einzudämmen.

Strom wird knapp, teuer und abgedreht

Und es gibt ein weiteres Problem: Stromkonzerne wollen nicht mehr länger billigen Strom für das teuere Bitcoin-Schürfen liefern. Europas größter Energiekonzern Enel hat die nach billigem Strom gierenden Bitcoin-Schürfer abblitzen lassen. Der italienische Konzern teilte mit, keinerlei Interesse daran zu haben, Strom für die Produktion von Kryptowährungen zu liefern. Nach intensiven Analysen habe man festgestellt, dass das Bereitstellen von Strom für dieses sogenannte Mining nicht zur eigenen Geschäftsstrategie passe.

Genau das wird nun zum Problem für die prominenteste Kryptowährung Bitcoin. Um die Cyberdevise herzustellen müssen nämlich Hochleistungscomputer den ganzen Tag lang komplexe Algorithmen berechnen, wofür ein enormer Energieaufwand nötig ist. Experten schätzen, dass dabei in einem Jahr so viel Strom verbraucht wird, wie das Land Dänemark im gleichen Zeitraum benötigt.

Auch die Regierung Chinas überlegt, der Branche den Strom abdrehen. Für die Bitcoin-Spekulanten wäre das ein harter Schlag, weil sich im Reich der Mitte zahlreiche Rechenzentren befinden, in denen Mining betrieben wird.

Brancheninsidern zufolge sind deshalb viele Unternehmen auf der Suche nach neuen Stromquellen und nähmen vor allem die skandinavischen Länder ins Visier. Dort ist der Strom viel günstiger als etwa in Deutschland, viel Energie wird mit Wind und Wasser produziert.

Doch führt der Weg auf der Suche nach billigem Strom auch nach Übersee. Die kanadische Energiefirma Hydro Quebec erklärte kürzlich etwa, sie erhalte täglich Dutzende Anfragen. Den dafür notwendigen Bedarf an Strom für das Kryptowährungs-Mining könne der Stromhersteller aber nicht decken.

Die Kontrolle

Immer mehr Notenbanken, Regierungen und Aufsichtsbehörden warnten zuletzt vor Kryptowährungen, die noch weitgehend unreguliert sind. China und Südkorea haben die Daumenschrauben bereits angezogen und erwägen ein komplettes Handelsverbot. Auch Finanzaufseher in Europa und den USA wollen die Branche stärker unter Kontrolle bringen.

Eine ähnliche Entwicklung war bei den zunehmend beliebten Bitcoin-Alternativen Ether und Ripple zu beobachten.

Und wer auf Bitcoin setzt, muss starker Nerven haben. Der Kurs ist - wie auch Kritiker immer wieder gewarnt haben - weiterhin extrem volatil. So etwa auch Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny, im trend-Interview, in dem er Bitcoins als "spekulativ, volatil und unseriös" bezeichnete. Nowotny tritt mittlerweile für die gesetzliche Regeling von Kryptowährungen ein.

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