Bitcoin-Fieber: Gewinne, Warnungen und Skepsis

Bitcoin-Fieber: Gewinne, Warnungen und Skepsis

Mit Kryptowährungen konnte man enorme Gewinne erzielen, doch die warnenden Sitmmen werden immer lauter.

Die Kryptowährung Bitcoin erreicht seit Monaten nahezu täglich neue Höchststände. Die Österreicher zeigen sich bislang dennoch skeptisch. Finanzexperten teilen diese Skepsis. Denn Höhenflug der digitalen Währungen droht auf Sand gebaut zu sein.

Seit Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem die Cyber-Währung Bitcoin nicht einen neuen Höchststand erreicht. Der Start des ersten Terminkontrakts an der Chicagoer Derivatebörse CBOE hat der umstrittenen Digitalwährung einen weiteren Schub gegeben. Auf den wichtigsten Handelsplätzen werden Bitcoins bereits um 17.000 Dollar gehandelt. Erst Anfang Dezember ist ihr Wert erstmals auf über 11.000 Dollar gestiegen, was einen Wertzuwachs von 6.000 Dollar oder 54 Prozent in nur zwei Wochen gleichkommt.

Und der Höhenflug könnte demnächst weiter beflügelt werdem, denn CBOE-Chef Ed Tilly denkt bereits über weitere Finanzprodukte für die Cyber-Währung nach. Dabei könne es um Optionen auf Future-Kontrakte und Indexfonds (ETF) gehen. Auch könnten Produkte für andere Krypto-Währungen außer Bitcoin folgen.

Skeptische Österreiche, warnende Banker

Trotz der anhaltenden Hausse sind die Österreicher skeptisch. Einer neuen Umfrage des Linzer market-Instituts zufolge haben bisher nur vier Prozent der Österreicher Kryptowährungen zum Bezahlen oder zum Spekulieren verwendet. 14 Prozent haben noch nie etwas davon gehört. 31 Prozent würden sogar ein Verbot befürworten. Die Bedenken sind vielfältig und breit gestreut. Die Hälfte der Befragten befürchtet, dass Betrüger leichtes Spiel haben könnten, etwa ebenso viele, dass mit Kryptowährungen illegale Geschäfte abgewickelt werden. Als Alternative zu Bargeld erachten sie nur 15 Prozent.

Mit ihrer Skepsis liegen die Österreicher auf einer Linie mit den zahlreichen Währungsexperten, die Bitcoin & Co als gefährliche Spekulationsobjekte sehen. Der österreichische Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny erklärte etwa in einem trend-Interview: "Ich halte diese Entwicklung für gefährlich und zutiefst unseriös. Bitcoin ist keine Währung, sondern es ist hoch spekulativ und volatil, unterliegt auch keiner Aufsicht. Die Kursbewegungen der jüngsten Zeit verdeutlichen das. Wir sagen daher mit Nachdruck: Es muss jedem bewusst sein, dass er damit ein hohes Risiko eingeht. In China besteht eine besondere Problematik, weil Bitcoins dort als Instrument zur Kapitalflucht und zum Umgehen von rechtlichen Regelungen verwendet werden. Wir diskutieren in der EZB, konkrete rechtliche Restriktionen zu setzen. "

Neben Nowotny haben zahlreiche weitere Notenbank-Chef ihre Besorgnis zur Entwicklung bei den Kryptowährungen geäußert. Die deutsche Finanzaufsich Bafin hat jüngst vor einem möglichen Totalverlust gewarnt, Francois Villeroy de Galhau, Chef der französischen Notenbank, erklärte: "Es handelt sich um eine spekulative Geldanlage. Der Wert und dessen extreme Schwankungen haben keine wirtschaftliche Grundlage und niemand trägt dafür die Verantwortung." Australiens Notenbank-Chef Philip Lowe schlägt in eine ähnliche Kerbe. "Die derzeitige Faszination für diese Währungen fühlt sich eher an wie ein spekulativer Wahn, als dass es mit ihrer Verwendung als effiziente und bequeme Form des elektronischen Zahlens zu tun hätte", erklärte Lowe, der den Bitcoin als Zahlungsmittle vor allem für diejenigen attraktiv hält, die Transaktionen im illegalen Bereich tätigen wollen.

Geld

CA Immo begibt Anleihe mit jährlich 1,87 Prozent Zinsen

Geld

Open Banking: Wenn Ihre Bank mit Dritten spricht

Neue 100er und 200er-Euroscheine kommen im Mai 2019

Geld

Neue 100er und 200er-Euroscheine kommen im Mai 2019