Die Bilanzen vom 22.7.: Vodafone spürt noch nichts vom Brexit

Die Bilanzen vom 22.7.: Vodafone spürt noch nichts vom Brexit

Im Zuge der Earnings Season haben unter anderem der Mobilfunker Vodafone, der Agrarchemiespezialist Syngenta und der Chipkonzern AMD ihre Zahlen auf den Tisch gelegt.

Vodafone übertrifft Erwartungen - Brexit-Votum noch ohne Folgen

Vodafone hat unter anderem wegen eines starken Geschäfts in Deutschland das achte Quartal in Folge ein Wachstum hingelegt. Bei den wichtigen Service-Erlösen, bei denen Geräte-Subventionen herausgerechnet werden, legte der britische Mobilfunker im ersten Geschäftsquartal 2,2 Prozent zu. Hier hatten Experten 1,9 Prozent erwartet.

Der Umsatz ging den Angaben vom Freitag zufolge allerdings um 4,5 Prozent auf 13,4 Mrd. Euro zurück. Vodafone-Chef Vittorio Colao sprach unter Hinweis auf Deutschland, Spanien und Italien von einer guten Entwicklung in Europa trotz der sinkenden Roaming-Einnahmen. Vodafone-Aktien legten im Verlauf 2,3 Prozent zu.

Vodafones Geschäft ist in Kontinentaleuropa besonders stark. Die Briten geben daher seit April ihre Geschäftszahlen in Euro und nicht mehr in Pfund an. Der Konzern hat auch offengelassen, ob er nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU auf der Insel bleiben wird. Colao erklärte am Freitag, bis jetzt sei die Situation beim Thema Brexit unverändert.

Dollar und flaue US-Saison bremsten Agrarchemiekonzern Syngenta

Der starke Dollar und der langsame Start in die US-Anbausaison haben den vor der Übernahme durch ChemChina stehenden Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgutproduzent Syngenta im ersten Halbjahr gebremst. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 7,09 Mrd. Dollar, wie der Konzern aus Basel am Freitag mitteilte. Unterm Strich stand mit 1,06 Mrd. Dollar (962,3 Mio. Euro) um 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Neues zur laufenden Übernahme durch ChemChina gab es nicht. Der seit Juni amtierende neue Konzernchef Erik Fyrwald zeigte sich zuversichtlich, die Transaktion bis Jahresende über die Bühne bringen zu können. "Wir führen konstruktive Gespräche mit allen Regulierungsbehörden, was unser Vertrauen stärkt, dass bis Ende des Jahres die Transaktion abgeschlossen sein wird", erklärte er. Der Chemieriese aus Peking will für Syngenta 43 Mrd. Dollar auf den Tisch legen und hat die Frist für die Annahme des Offerts bis jetzt zweimal verlängert. Dem Deal müssen allerdings noch wichtige Kartellbehörden zustimmen, allen voran der Ausschuss für ausländische Investitionen CFIUS in den USA.

15 Prozent mehr Umsatz bei Paypal

Der Online-Bezahldienst Paypal will über eine Partnerschaft mit Visa stärker in den Alltag vorstoßen. Mit dem Deal sollen Paypal-Nutzer unter anderem über Terminals für kontaktlose Zahlungen auch in Geschäften bezahlen können. Dieses Service soll zunächst in den USA verfügbar sein.

Paypal gab gleichzeitig bekannt, dass die Zahl aktiver Kunden im vergangenen Quartal um elf Prozent auf 188 Millionen zulegte. Der Umsatz wuchs um 15 Prozent auf 2,65 Milliarden Dollar und der Gewinn legte um sechs Prozent auf 323 Millionen Dollar zu, wie Paypal nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Die Aktie gewann nachbörslich zeitweise drei Prozent hinzu.

Für Paypal ist es der bisher größte Vorstoß, auch zum Bezahlen in Läden genutzt zu werden. Die Firma gehörte bis vor einem Jahr zur Handelsplattform Ebay und ist seitdem eigenständig.

Chipkonzern AMD schafft Umsatzplus und schwarze Zahlen

Beim Chiphersteller AMD läuft das Geschäft nach einer Durststrecke wieder deutlich besser. Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um neun Prozent auf knapp 1,03 Milliarden Dollar (935 Mio. Euro) zu. Es gab einen Gewinn von 69 Millionen Dollar nach roten Zahlen von 181 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, wie AMD nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Den Ausschlag dafür gab allerdings ein positiver Effekt von 150 Millionen Dollar aus der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens in China.

Das Umsatzwachstum stammt vor allem aus dem Geschäft mit Prozessoren für Spielekonsolen. Die Sparte, in der sie unter anderem mit einfachen Chips zum Einbau in verschiedene Geräte zusammengefasst sind, legte um fünf Prozent auf 592 Millionen Dollar zu. Den operativen Gewinn steigerte sie von 27 auf 84 Millionen Dollar.

Obwohl der PC-Markt weiter schrumpfte, gelang AMD in diesem Geschäft ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 435 Millionen Dollar. Der Grund waren bessere Verkäufe von Notebook-Prozessoren und Grafik-Chips. Der operative Verlust der Sparte wurde von 147 auf 81 Millionen Dollar gedrückt. Der deutlich kleinere Konkurrent von Intel war in den vergangenen Jahren hart vom Abschwung des PC-Geschäfts getroffen worden.

Die AMD-Aktie legte nachbörslich zeitweise um rund vier Prozent zu.

Lindt & Sprüngli steigerte Gewinn und Umsatz im ersten Halbjahr

Der Schweizer Schokoladekonzern Lindt&Sprüngli hat Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr trotz des stagnierenden Schokolademarkts gesteigert. Der Reingewinn legte um gut 11 Prozent auf 72,2 Mio. Franken (66,4 Mio. Euro) zu, während die Erlöse um knapp sieben Prozent auf 1,5 Mrd. Franken stiegen, wie das für seine Goldhasen und Lindor-Kugeln bekannte Unternehmen am Freitag mitteilte.

Analysten hatten durchschnittlich mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. Franken gerechnet. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern eine Beschleunigung des Umsatzwachstums und das Erreichen der strategischen Ziele. Zuletzt hatte die Firma für 2016 ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft zwischen sechs und acht Prozent und eine Steigerung der operativen Rendite in Aussicht gestellt.

Internet-Radio Pandora verliert Nutzer - Mehr Quartalsverlust

Das US-Internet-Radio Pandora, das in den nächsten Jahren auch international ins Geschäft mit Musik aus dem Netz vorstoßen will, verliert zunächst weiter Kunden. Für das vergangene Quartal meldete Pandora 78,1 Millionen aktive Nutzer, drei Monate zuvor waren es noch 1,3 Millionen mehr.

Der Quartalsverlust stieg auf 76,3 Mio. Dollar (69,3 Mio. Euro), nach einem Minus von 16 Mio. Dollar vor einem Jahr, wie Pandora nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Zugleich legte der Umsatz um 20 Prozent auf 343 Mio. Dollar zu. Neben Werbeerlösen trug dazu auch das Ticket-Geschäft bei. Der an die Spitze zurückgekehrte Gründer Tim Westergren will Pandora zu einer Rundum-Plattform für Musik mit Streaming-Abos und Tickethandel ausbauen. Dafür kaufte Pandora den gescheiterten Online-Musikdienst Rdio.

Westergren will zum Jahr 2020 den Umsatz auf 4 Mrd. Dollar vervierfachen. Doch ihm stehen mit dem aktuellen Streaming-Marktführer Spotify und Apple Music mächtige Konkurrenten gegenüber. Allein Spotify hat nach jüngsten Angaben über 100 Millionen Nutzer, von denen mindestens 30 Millionen zahlende Abo-Kunden sind.

Dem "Wall Street Journal" zufolge schlug Pandora ein Übernahmeangebot des Kabel-Riesen Liberty Media auf, das die Firma mit 3,4 Milliarden Dollar bewertet hätte. Dazu gab es keinen Kommentar. Zuletzt war Pandora an der Börse noch 2,7 Milliarden Dollar wert - und die Aktie fiel nach dem Quartalsbericht nachbörslich um über sieben Prozent auf 11,11 Dollar. Liberty bot nach Informationen der Zeitung 15 Dollar pro Anteilsschein.

Czech Airlines steigerte im Halbjahr den Gewinn auf 2,68 Mio. Euro

Die tschechische, zum großen Teil entstaatlichte Fluglinie Czech Airlines (CSA) hat ihren Aufwärtstrend bestätigt: Im ersten Halbjahr 2016 hat sie einen Gewinn in Höhe von 72,4 Mio. Kronen (2,7 Mio. Euro) erwirtschaftet, teilte CSA in einer Presseaussendung mit. Dies war um fast 60 Mio. Kronen mehr als im Jahresvergleich und das beste Halbjahrergebnis seit zehn Jahren.

Der CSA-Chef Josef Sincak sagte dazu, das positive Ergebnis sei auf eine bessere Auslastung der CSA-Flotte sowie den Anstieg der Fahrgäste um 12 Prozent zurückzuführen. Man habe das Ergebnis trotz der verschlechterten Sicherheitslage in Europa und des permanenten Drucks auf die Preise von Flugtickets erzielt, so Sincak.

CSA war erst 2015 nach acht Jahren in die Gewinnzone zurückgekehrt, indem sie einen Gewinn in Höhe von 223 Mio. Kronen erwirtschaftet hatte. Der Hauptaktionär von CSA ist Korean Air (44 Prozent). 34 Prozent der Aktien hält die private tschechische Fluglinie Travel Service. Dem tschechischen Staat gehören nur noch knapp 20 Prozent und die restlichen 2,26 Prozent gehören der Versicherungsgesellschaft Ceska Pojistovna.

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