Bilanzen vom 27.4.: Palfinger hat bessere Nachrichten als Apple

Bilanzen vom 27.4.: Palfinger hat bessere Nachrichten als Apple

Nach Apple, Twitter und Ebay in der vergangenen Nacht öffnen nun wieder die europäischen Unternehmen ihre Bücher. In Österreich lässt sich Palfinger in die Bilanz schauen, im restlichen Europa ziehen Santander, Osram und der Autobauer PSA die Aufmerksamkeit der Aktionäre auf sich.

Palfinger im ersten Quartal mit mehr Gewinn und Umsatz

Der börsennotierte Kranhersteller Palfinger steigerte im ersten Quartal Gewinn und Umsatz. Das Konzernergebnis wuchs um 29 Prozent auf 18,6 Mio. Euro, der Umsatz um 9,1 Prozent auf 318,8 Mio. Euro, teilte Palfinger mit. "Wir konnten unseren Wachstumskurs fortsetzen, vor allem die anhaltend starke Nachfrage in Europa war Ursache für Umsatz- und Ergebnisentwicklung", so Vorstandschef Herbert Ortner.

Der Ausblick wurde bekräftigt. Für das laufende Jahr erwartet das Management unverändert ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent. "Palfinger sieht weiterhin das Potenzial, bis zum Jahr 2017 den Umsatz inklusive der Joint Ventures in China und Russland auf rund 1,8 Mrd. Euro auszuweiten. Dies soll durch Akquisitionen und durch die Komplettierung der Produktpalette in den Marktregionen außerhalb Europas erreicht werden", so Palfinger in der Mitteilung von heute, Mittwoch.

Im ersten Quartal stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 28,6 Prozent auf 30,2 Mio. Euro. Das war ebenso wie beim Umsatz ein neuer Rekord für das erste Quartal. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 0,50 Euro, nach 0,39 Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Der derzeitige Auftragseingang lasse eine Fortsetzung der erfreulichen Entwicklung im zweiten Quartal 2016 erwarten, heißt es im Ausblick weiter. In Europa sei die Visibilität nach wie vor gering, sie habe sich jedoch in den letzten Monaten stabilisiert. Die Einschätzung der weiteren Entwicklung in den Marktregionen außerhalb Europas sei etwas schwieriger geworden.

Im Segment European Units stieg der Umsatz im ersten Quartal um 12,9 Prozent auf 226,6 Mio. Euro, das EBIT um 29,9 Prozent auf 34 Mio. Euro. Im Segment Area Units, das unter anderem das Geschäft in Nord- und Südamerika, Russland und Asien umfasst, stieg der Umsatz leicht auf 92,2 Mio. Euro, nach 91,6 Mio. Euro, das EBIT sank um 63,3 Prozent auf 0,5 Mio. Euro.

Die heute bekanntgegebenen Quartalszahlen lagen über den Erwartungen. Von der APA befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 315,9 Mio. Euro, ein EBIT von 27,3 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 17,1 Mio. Euro erwartet.

Schwächelndes iPhone-Geschäft schlägt auf LG Display durch

Die schwächere Smartphone-Nachfrage lässt den Gewinn des Bildschirmherstellers LG Display abstürzen. Im ersten Quartal brach das operative Ergebnis um 95 Prozent auf umgerechnet 30 Millionen Euro ein, wie das südkoreanische Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das ist das geringste Ergebnis seit vier Jahren. Analysten hatten allerdings sogar einen Verlust erwartet.

Apple hat im abgelaufenen Quartal erstmals weniger iPhones verkauft. Auch bei TV- und Laptop-Bildschirmen lief es für LG Display nur mäßig: Die Verkaufspreise fielen hier im Vergleich zum Schlussquartal 2015 um durchschnittlich 17 Prozent. Im zweiten Quartal 2016 rechnet der Weltmarktführer bei Flüssigkristall-Bildschirmen mit einer allmählichen Stabilisierung der Preise. Die Südkoreaner wollen sich stärker darauf fokussieren, große Bildschirme für Fernseher zu produzieren, da diese mehr Gewinn abwerfen. Angesichts sportlicher Großereignisse wie der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und den Olympischen Spielen in Brasilien rechnen Experten mit einer anziehenden Nachfrage.

Rezession in Brasilien belastet spanische Großbank Santander

Die schwere Rezession in Brasilien setzt der spanischen Großbank Santander zu. Der Nettogewinn fiel deswegen im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 1,63 Mrd. Euro, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Brasilien steht für rund ein Fünftel des Gewinns von Santander und ist der zweitwichtigste Markt der Spanier. Das Ergebnis in dem südamerikanischen Land lag 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

An der Börse in Madrid verteuerten sich Santander-Aktien um knapp drei Prozent. Trotz des Rückgangs gelang es der größten Bank der Eurozone, die Analystenerwartungen zu übertreffen.

Wirecard macht bei Umsatz und Ergebnis weiter große Schritte

Der deutsche Online-Zahlungsabwickler Wirecard hat sich auch im ersten Quartal nicht aus der Wachstumsspur werfen lassen. Der Umsatz kletterte nach vorläufigen Zahlen fast um ein Drittel auf 210,1 Mio. Euro, wie das TecDax-Schwergewicht am Mittwoch überraschend mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs noch etwas stärker um 35 Prozent auf 61,9 Mio. Euro.

Die Prognose für das Geschäftsjahr bestätigte das Management um Vorstandschef Markus Braun, das Ebitda soll rund 290 bis 310 Mio. Euro erreichen. Das wäre am oberen Ende ein Plus von gut 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (227,3 Mio. Euro).

Lichtkonzern Osram steigerte Gewinn und bekräftigt geplante Dividende

Gute Geschäfte mit Autobeleuchtung und LED-Komponenten treiben bei Osram den Gewinn. Der Überschuss stieg im zweiten Quartal um 2,9 Prozent auf 80 Mio. Euro, wie der Leuchtmittelhersteller am Mittwoch in München mitteilte. Das Unternehmen habe von der starken Nachfrage der Autobranche in den USA und im durch staatliche Kaufanreize gestützten chinesischen Automobilmarkt profitiert.

Hohe Forschungsausgaben belasteten allerdings das Ergebnis. Osram bekräftigte, dass die Dividende mit 90 Cent in dem Ende September auslaufenden Geschäftsjahr genauso hoch ausfallen solle wie im vergangenen Jahr.

Der Leuchtmittelhersteller hatte bereits Mitte April Eckdaten für das vergangene Quartal veröffentlicht und zum zweiten Mal seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr aufgestockt. Der Vorstand erwartet im Gesamtjahr einen Umsatzanstieg sowie eine operative Rendite (bereinigte Ebita-Marge) von mehr als zehn Prozent. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten sowie Zu- oder Verkäufe um drei Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Die operative Rendite kletterte auf 12,2 Prozent.

Vorstandschef Olaf Berlien krempelt Osram um: Das Geschäft mit herkömmlichen Glühbirnen steht zum Verkauf, stattdessen setzt der Manager auf LED-Technik und will eine neue Fabrik in Malaysia bauen. Für diesen Kurs hagelte es Kritik, unter anderem vom Großaktionär und einstigen Mutterkonzern Siemens. Vor wenigen Tagen kündigte zudem Finanzchef Klaus Patzak wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Strategie seinen Abschied an.

Autobauer PSA ringt mit starkem Euro - Umsatz überraschend gesunken

Der französische Autobauer PSA hat im ersten Quartal wegen des starken Euro und einem leicht rückläufigen Absatz weniger umgesetzt. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 13 Mrd. Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Paris mit.

Ohne die Folgen der Umrechnungseffekte ausländischer Währungen in den Euro wäre der Erlös um 1,5 Prozent gestiegen. Experten hatten mit einem höheren Umsatz gerechnet.

Der Konzern mit seinen Marken Peugeot, Citroën und DS habe im ersten Quartal von einem starken Wachstum in Europa profitiert, sagte PSA-Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon. Zudem zahle sich die teilweise Neupositionierung der Marken aus. Der Autobauer sei trotz des volatilen Umfelds auf Kurs, die Anfang April ausgerufenen Ziele zu erreichen.

PSA-Chef Carlo Tavares hatte nach der Rückkehr in die schwarzen Zahlen neue Wachstumsziele gesetzt. Bis 2018 soll der Umsatz mithilfe neuer Modelle um 10 Prozent wachsen. Bis 2021 soll der Umsatz dann um weitere 15 Prozent zulegen. Unter den geplanten 34 neuen Modellen sind vier Elektroautos und sieben Hybrid-Modelle.

Elektro-Gabelstapler-Boom bescherte Kion zu Jahresbeginn Umsatzplus

Kion profitiert vom wachsenden Bedarf an Elektro-Gabelstaplern. Das deutsche Unternehmen steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um fünf Prozent auf 1,2 Mrd. Euro, wie Kion am Mittwoch mitteilte. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) stieg demnach um 5,6 Prozent auf 98,6 Mio. Euro.

Als Weltmarktführer für Elektrostapler komme Kion der Wachstumstrend in diesem Bereich besonders zugute, erklärte Konzernchef Gordon Riske. Vor allem Bestellungen jener E-Stapler, die auch für immer mehr Lager und Verteilzentren im boomenden Online-Handel benötigt werden, sorgten dafür, dass der Auftragseingang im Berichtsquartal um fast fünf Prozent auf 43.600 Fahrzeuge stieg.

Im Auftaktquartal musste der MDax-Konzern allerdings einen Rückgang des Überschusses von 21 Prozent auf 33 Mio. Euro hinnehmen. Grund seien Ausgaben für eine verbesserte Konzernfinanzierung. Dies werde sich später aber durch niedrigere Zinsaufwendungen positiv auswirken.

Der Rivale von Jungheinrich zeigte sich mit dem Jahresauftakt zufrieden und hält an seinem Ziel fest, 2016 ein Umsatzplus von bis zu 4,9 Prozent und einen Ebit-Zuwachs von bis zu knapp elf Prozent zu erzielen. 2015 stiegen beide Kennziffern um neun Prozent. Das Unternehmen mit Marken wie Linde und Still rangiert auf dem Weltmarkt insgesamt auf Platz zwei hinter Toyota Industries und will bis 2020 zu den Japanern aufschließen.

Ebay übertrifft Markterwartungen

Ebay hat Anleger mit einem überraschend deutlichen Umsatzplus zu Jahresbeginn erfreut. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um vier Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Mrd. Euro), wie die Online-Handelsplattform am Dienstag mitteilte. Der Überschuss sank zwar um sechs Prozent auf 550 Millionen Dollar.

Das lag jedoch vor allem am Abgang der Bezahltochter Paypal, die vom Konzern abgespalten worden war. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg um sieben Prozent auf 482 Millionen Dollar. Am Markt kamen die Zahlen zunächst gut an - die Ebay-Aktie kletterte nachbörslich zeitweise um über fünf Prozent.

Twitter enttäuscht Börsianer

Twitter hat seinen Nutzerschwund im vergangenen Quartal vorerst stoppen können, Anleger aber trotzdem enttäuscht. Der Umsatz stieg zwar verglichen mit dem Vorjahreswert um 36 Prozent auf 594,5 Millionen Dollar (526,4 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Erwartungen der Analysten wurden damit jedoch nicht erreicht.

Zudem fiel der Ausblick auf das laufende Quartal überraschend schwach aus - Twitter geht von Erlösen zwischen 590 und 610 Millionen Dollar aus. Am Markt kam das nicht gut an, die Aktie fiel nachbörslich zunächst um mehr als zehn Prozent.

Zumindest die Zahl der aktiven Nutzer, die sich mindestens einmal pro Monat einloggen, konnte der Kurznachrichtendienst - nicht zuletzt dank einer Marketing-Initiative - zum Vorjahr um drei Prozent und zum Vorquartal von 305 auf 310 Millionen steigern.

Auch der Verlust wurde deutlich verringert, unter dem Strich ergab sich ein Minus von 79,7 Millionen Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 162,4 Millionen Dollar gewesen.

Apple verkauft erstmals weniger iPhones

Apple hat erstmals seit der Markteinführung 2007 weniger iPhones verkauft. Im zweiten Geschäftsquartal seien 51,2 Millionen Geräte an die Kunden gebracht worden, teilte der Konzern am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mit. Das sind zehn Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum.

Das Alleskönner-Gerät macht bei dem US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino den größten Umsatzanteil aus. Insgesamt fielen die Erlöse von Apple um 13 Prozent auf 50,6 Milliarden Dollar (44,92 Mrd. Euro). Unter dem Strich verdiente der Konzern 10,5 Milliarden Dollar. Das sind knapp 23 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Für das dritte Geschäftsquartal geht Apple von weiter fallenden Umsätzen aus. Der Konzern rechnet mit Erlösen zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar. Der Markt reagierte entsetzt. Analysten hatten sowohl für das zweite als auch für das dritte Geschäftsquartal mit besseren Zahlen gerechnet. Im nachbörslichen Handel brach die Apple-Aktie um sechs Prozent ein.

Andreas Lasser-Klein, Sprecher der Geschäftsführung der Kepler Fondsgesellschaft.

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Uli Krämer, (2. v. r., sitzend), Leiter des Kepler-Portfoliomanagaments, mit einem Teil des Teams im Trading-Room der Fondsgesellschaft.

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