Bilanzen vom 21.7.: Ebay, Intel und Swatch sorgen für Bewegung

Bilanzen vom 21.7.: Ebay, Intel und Swatch sorgen für Bewegung

Die Online-Handelsplattform Ebay sorgt mit angehobenen Jahresprognosen und einem ausgeweiteten Aktienrückkauf für Freude bei Anlegern, bei Intel halbieren Umbaukosten den Gewinn. Swatch und Lufthansa leiden unter dem Terror.

Ebay erfreut Investoren mit Quartalsbericht

Die Handelsplattform Ebay sorgt mit angehobenen Jahresprognosen und einem ausgeweiteten Aktienrückkauf für Freude bei Anlegern. Die Aktie legte in einer ersten Reaktion auf den Bericht zum zweiten Quartal um fast sechs Prozent zu.

Ebay steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,23 Milliarden Dollar (2,02 Mrd. Euro). Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft legte von 430 auf 437 Millionen Dollar zu, wie Ebay nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Das Vorjahresquartal war das letzte vor der Abspaltung des Bezahldienstes PayPal.

Ebay kündigte ein zusätzliches Aktienrückkauf-Programm mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Dollar an. Für das gesamte Jahr rechnet Ebay mit einem Umsatz zwischen 8,85 und 8,95 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 6 bis 7 Prozent bei gleichbleibenden Währungskursen entspräche.

Umbaukosten halbierten Intel-Gewinn

Beim Chip-Riesen Intel drücken die Kosten des groß angelegten Konzernumbaus mit der Streichung Tausender Stellen den Gewinn. Im vergangenen Quartal verdiente Intel mit 1,33 Milliarden Dollar nur halb so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz legte unterdessen von 13,2 auf 13,5 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte.

Die Umstrukturierungskosten schlugen dabei mit 1,4 Milliarden Dollar zu Buche. Intel-Chef Brian Krzanich hatte im April den Abbau von rund 12.000 Stellen bis Mitte 2017 angekündigt - rund elf Prozent der Belegschaft. Die Aktie gab nachbörslich um rund drei Prozent nach.

In seinem Hauptgeschäft mit Prozessoren für PCs konnte Intel erneut trotz eines schrumpfenden Marktes den Umsatz mit einem Rückgang von 7,5 auf 7,3 Milliarden Dollar fast stabil halten. Der Marktführer verkaufte zwar 15 Prozent weniger Prozessoren, konnte aber den Durchschnittspreis um 13 Prozent steigern. Dadurch wuchs auch der operative Gewinn der Sparte von 1,6 auf 1,9 Milliarden Dollar.

Das zweite wichtige Standbein - das Geschäft mit Chips für Rechenzentren - wuchs von 3,8 auf 4 Milliarden Dollar. Die Sparte verdiente mit 1,76 Milliarden Dollar aber operativ etwas weniger als ein Jahr zuvor.

Das Geschäft mit Chips für vernetzte Technik im sogenannten "Internet der Dinge" kann Intel nicht so recht in Schwung bringen. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich nur von 559 auf 572 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis der Sparte sank von 145 auf 89 Millionen Dollar. Nachdem Intel das Geschäft mit Prozessoren für Smartphones und Tablets an Technologie des Chipentwicklers ARM verlor, will der Konzern nun unbedingt im "Internet der Dinge" punkten.

Im vergangenen Quartal konnte Intel seine Chips noch in rund fünf Millionen Tablets unterbringen - das waren halb so viele wie ein Jahr zuvor.

Krzanich will Intel unabhängiger vom schwächelnden PC-Geschäft machen. Der Umbau ist auch der Auslöser für den Stellenabbau.

Lufthansa schraubt nach Anschlägen Prognose für 2016 herab

Politische Unsicherheiten und Anschläge in Europa stimmen die Lufthansa skeptisch. Deutschlands größte Fluggesellschaft senkte am Mittwochabend überraschend ihr Gewinnziel für dieses Jahr. Das Betriebsergebnis werde 2016 unter den 1,8 Milliarden Euro aus dem Vorjahr liegen, teilte die Lufthansa mit.

Zuvor hatte der Konzern noch erwartet, den Vorjahreswert "leicht" übertreffen zu können. Erst vor zwei Wochen hatte Konzernchef Carsten Spohr diese Prognose bestätigt.

Als Grund für den Pessimismus gab die Airline eine Buchungsdelle vor allem bei Langstreckenflügen nach Europa an. Ursache dafür seien die wiederholten Anschläge in Europa sowie die zuletzt gestiegene politische und wirtschaftliche Unsicherheit. "Eine vollständige Aufholentwicklung hält der Vorstand aus heutiger Sicht für nicht mehr wahrscheinlich", hieß es in der Mitteilung des Konzerns.

Die Ergebnisse im ersten Halbjahr lagen vorläufigen Zahlen zufolge aber noch über denen des Vorjahres. Der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um 13 Prozent auf 529 Millionen Euro. Dagegen fiel der Umsatz um 2,6 Prozent auf 15 Milliarden Euro. Den ausführlichen Zwischenbericht zum ersten Halbjahr will die Lufthansa am 2. August veröffentlichen.

In den vergangenen Monaten haben eine Reihe von Anschlägen wie im November in Paris, im März in Brüssel oder in der vergangenen Woche in Nizza Europa erschüttert. Die Auswirkungen bekommen oftmals Fluggesellschaften und Tourismuskonzerne zu spüren, da viele Menschen aus Angst zunächst nicht mehr reisen wollen. Zudem belastet die Branche ein harter Preiskrieg, weshalb die Lufthansa bereits im Mai ihre Wachstumspläne zurückschraubte. Auch die Airline-Gruppe British Airways/Iberia stutzte ihre Expansionspläne.

Gewinn der Swatch Group brach im Halbjahr um 52 Prozent ein

Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch Group hat ein schwaches erstes Halbjahr hinter sich: Umsatz und Gewinn brachen in dem Umfang ein, den Swatch vergangenen Freitag angekündigt hatte. Der Gewinn brach im Vergleich zur Vorjahresperiode um 52 Prozent auf noch 263 Mio. Franken (241,7 Mio. Euro) ein, wie Swatch am Donnerstag mitteilte.

Der Betriebsgewinn lag mit 353 Mio. Franken um 54 Prozent unter dem Niveau vom letzten Jahr. Und der Umsatz betrug 3,7 Mrd. Franken, ein Minus von 11 Prozent.

Swatch hatte vergangenen Freitag vor dem Ergebniseinbruch gewarnt. Betriebs- und Konzerngewinnen würden um 50 bis 60 Prozent zurückgehen, der Umsatz um 12 Prozent, hieß es damals.

Das Unternehmen leidet unter einem Rückgang der Touristenzahlen in Europa nach den Attentaten in Frankreich und Brüssel. Dadurch werden weniger Uhren verkauft. Allerdings ist der Verkaufsrückgang nicht die einzige Ursache für die schwachen Zahlen.

Ein Grund sei auch, dass man die Mitarbeiter weiter beschäftige, obwohl zahlreiche Bestellungen annulliert worden seien, hieß es in der Mitteilung vom Freitag. Gemäß der Tradition und Philosophie der Swatch Gruppe betrachte man die Mitarbeiter nicht als bloßen Kostenfaktor. Damit will der Konzern das Know-how an Bord halten.

Bereits im Mai an der Generalversammlung hatte Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek gesagt, dass auch in Krisenzeiten ein Stellenabbau bei Swatch kein Thema sei. Dies war ein Seitenhieb auf den Genfer Konkurrenten Richemont, der bis Ende April in der Schweiz rund 500 Stellen abbaute. Das sind ungefähr 5 Prozent der Belegschaft.

Qualcomm überrascht mit Quartalszahlen positiv - Aktienkurs legt zu

Qualcomm hat im abgelaufenen Quartal dank steigender Aufträge aus China und höherer Lizenzeinnahmen besser abgeschnitten als Experten erwartet hatten. Der Umsatz stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres um 4 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 6 Mrd. US-Dollar (5,44 Mrd. Euro), teilte der größte Hersteller für Mobiltelefon-Chips am Mittwoch mit.

Der Gewinn legte unter dem Strich um 22 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar zu. Anleger waren von dem Zahlenwerk begeistert, der Aktienkurs von Qualcomm legte im nachbörslichen Handel um sieben Prozent zu.

Für das laufenden Quartal rechnet Qualcomm mit einem Umsatz von 5,4 bis 6,2 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 1,05 bis 1,15 Dollar. Analysten hatten hier bisher 5,72 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,08 Dollar vorhergesagt.

EasyJet rechnet wegen Brexit-Votums mit höherer Unsicherheit

EasyJet geht wegen der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt und den Ereignissen in der Türkei und Nizza von einer stärkeren Verunsicherung unter den Fluggästen aus. Dies werde sich auf das vierte Quartal auswirken, kündigte Europas zweitgrößter Billigflieger am Donnerstag an.

Bereits kurz nach dem Referendum am 23. Juni hatte der Ryanair -Konkurrent seine Prognose gekappt und dies damit begründet, dass sich wegen des Brexits weniger Menschen im Sommer für eine Flugreise entscheiden könnten.

Im dritten Geschäftsquartal per Ende Juni sank der Umsatz der Fluggesellschaft um 2,6 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Pfund (1,4 Mrd. Euro). Die Erlöse pro Sitzplatz gaben sogar um mehr als acht Prozent nach. EasyJet begründete dies unter anderem auch mit zahlreichen Flugausfällen im Juni.

Unilever profitierte von höheren Preisen - Umsatz stieg

Höhere Preise und eine stärkere Nachfrage haben im zweiten Quartal den Umsatz des Lebensmittel- und Konsumgüterkonzerns Unilever angeschoben. Bereinigt seien die Erlöse um 4,7 Prozent gestiegen, teilte das niederländisch-britische Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten auf dieser Basis mit einem Plus von 4,4 Prozent gerechnet.

Von Jänner bis Juni wuchs der Gewinn um 2 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Für das zweite Quartal wies Unilever - bekannt für Rexona-Deos, Domestos-Reinigungsmittel, Lipton-Tee und Knorr-Fertiggerichte -das Nettoergebnis nicht separat aus. Trotz der Zuwächse bezeichnete Unilever-Chef Paul Polman das Geschäft als herausfordernd. Es gebe keine Anzeichen für eine Verbesserung der Weltwirtschaft, begründete Polman seine Skepsis.

Fürs Gesamtjahr rechnet die Firma, die 400 Marken unter einem Dach vereint, weiterhin mit einem Wachstum zwischen drei und fünf Prozent. Am Mittwoch hatte der Konzern angekündigt, die auf den Versand von Rasierklingen und Männer-Drogerieartikel spezialisierte Firma Dollar Shave Club zu übernehmen.

Mattel trotz Barbie-Verkaufserfolgs weiter im Minus

Der US-Spielwarenhersteller Mattel bleibt trotz Verkaufserfolgen mit seiner Barbie in den roten Zahlen. Von April bis Ende Juni machte das Unternehmen 19,1 Mio. Dollar (17,34 Mio. Euro) Verlust, wie Mattel am Mittwoch mitteilte. Die Umsätze sanken im zweiten Quartal um 3,1 Prozent auf 957,3 Mio. Dollar.

Finanzvorstand Richard Dickson betonte aber, die Verkäufe der Barbie weltweit seien in den drei Monaten um 23 Prozent gestiegen. Seit Beginn des Jahres legten die Umsätze allein mit der Barbie laut Dickson um elf Prozent zu. Grund für den Erfolg sei die "Rückbesinnung auf alte Stärken", sagte der Finanzvorstand.

Mattel verkauft seit Anfang des Jahres auch "kleine", "große" und "rundliche" Versionen der berühmtesten Puppe der Welt. Zudem ist eine sprechende Barbie dazugekommen.

Der Spielwarenhersteller, von dem unter anderem auch die Matchbox-Autos stammen, ist einer der größten der Welt. Im ersten Quartal hatte Mattel bereits einen Verlust von 73 Mio. Dollar ausgewiesen. Als Grund nannte das Unternehmen Währungseffekte. Die Verkäufe waren demnach weitgehend stabil geblieben, obwohl Mattel Ende 2015 die Lizenz für die Prinzessinnen-Serie von Disney verloren hatte - die Produkte machten zehn Prozent der Verkäufe aus.

Für das kommende Jahr sieht es laut Unternehmenschef Christopher Sinclair rosiger aus, denn Mattel hat die Lizenzen für die Disney-Filme "Fast and Furious" und "Jurassic Park" bekommen. Dies bedeute für Mattel "schöne Möglichkeiten, das Wachstum 2017 und danach zu beschleunigen".

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