Die Bilanzen vom 25.4.: Costantia, Covestro und Philips

Die Bilanzen vom 25.4.: Costantia, Covestro und Philips

Constantia Flexibles-Werk in Polen: Der Verpackungsmarkt wächst, vor allem im Schwellenländern.

Der Verpackungshersteller Constantia Flexibles machte 2015 zwar mehr Umsatz, aber weniger Gewinn. Der Ausblick ist dem Unternehmen zufolge positiv, das Jahr hat gut begonnen - man profitiert unter anderem vom starken Wachstum in Schwellenländern. Auch der Tech-Konzern macht mehr Umsatz, vor allem wegen der florierenden Medizinsparte. Doch hier drückt die Aufspaltung des Unternehmens auf die Bilanz.

Constantia Flexibles im Vorjahr mit mehr Umsatz und weniger Gewinn

Der Verpackungshersteller Constantia Flexibles (ISIN AT0000A13JT9) hat am Montag seine endgültigen Ergebniszahlen für 2015 vorgelegt. Während der Umsatz im Vergleich zu 2014 um rund 10 Prozent auf knapp 1,9 Mrd. Euro stieg, ging der Gewinn um rund 20 Prozent auf 59,4 Mio. Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 3 Prozent auf 263 Mio. Euro.

Im Geschäftsbericht ist von einem positiven Ausblick für das laufende Geschäftsjahr die Rede. Das heurige Jahr habe vielversprechend begonnen. Im Unternehmen geht man davon aus, dass Umsatz und EBITDA im Vergleich zu 2015 wachsen werden. Der Fokus verschiebe sich Richtung mehr Profitabilität. Der Verpackungsmarkt wachse weiter, vor allem in Schwellenmärkten. In Europa wird auch mit einem kleinen Plus von 1 bis 2 Prozent gerechnet. In Nordamerika geht man von einem Plus von 3 bis 4 Prozent aus, in Afrika von plus 5 bis 7 Prozent, in Südostasien von plus 6 bis 8 Prozent und in Indien von 10 bis 12 Prozent.

Constantia Flexibles produziert Verpackungen aus Aluminium, Papier und Kunststoff in den Bereichen Nahrungsmittel, Pharma und Labels. Größter Geschäftsbereich mit einem Umsatz von rund 1,13 Mrd. Euro (plus 7,5 Prozent) ist das Segment Food. Die Division Labels steuerte 541 Mio. Euro (+5,5 Prozent) zum Vorjahresumsatz bei, die Pharmadivision 296 Mio. Euro (+7,9 Prozent).Das Unternehmen hat über 40 Produktionsstätten weltweit außer in Australien und Südamerika und beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter, rund 1.200 davon in Österreich.

Bayer-Tochter Covestro steigerte Gewinn und bekräftigt Prognose

Die Bayer-Kunststofftochter Covestro (ISIN DE0006062144) ist mit einem Ergebnissprung ins Jahr gestartet. Der Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte im ersten Quartal um gut 29 Prozent auf 508 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Unter dem Strich legte der Gewinn um 58,3 Prozent auf 182 Mio. Euro zu.

Covestro profitierte von einem höheren Absatz in seinen beiden Kerngeschäftsfeldern Polyurethane und Polycarbonate. Daneben kam der Gesellschaft eine einmalige Versicherungserstattung von 30 Mio. Euro zu Gute sowie die gesunkenen Rohstoffpreise. Diese drücken aber zunehmend die Verkaufspreise, weshalb der Umsatz um 5,9 Prozent auf 2,875 Mrd. Euro gesunken ist.

Bayer (ISIN DE000BAY0017) hatte Covestro im Oktober an den Aktienmarkt gebracht, es war der größte Börsengang in Deutschland seit 2007. Die Leverkusener besitzen noch rund 64 Prozent an dem Unternehmen. Covestro fertigt Vorprodukte für die Auto-, Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie. Kunststoffe der Gesellschaft finden sich im Schaumstoff von Matratzen, Autositzen, aber auch im Ball der Fußball-WM.

Philips-Aufspaltung kostete im ersten Quartal Gewinn

Der niederländische Elektronikkonzern Philips (ISIN NL0000009538) profitiert weiter von seiner Medizintechniksparte. Vor allem dank des guten Abschneidens mit Geräten wie Computertomographen und MRT-Scannern kletterte der Umsatz des Konzerns im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 5,52 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) legte um 14 Prozent auf 374 Mio. Euro zu. Unter dem Strich blieb wegen Belastungen aus der Aufspaltung des Konzerns mit 37 Mio. Euro aber nur gut ein Drittel des Gewinns von vor einem Jahr übrig.

Bei der Abspaltung des Lichtgeschäfts sieht Konzernchef Frans van Houten Philips auf Kurs. Mit besserer Stimmung an den Aktienmärkten werde ein Börsengang der Sparte wahrscheinlicher, hieß es. Den Konzernausblick für das laufende Jahr bekräftigte van Houten.

Preisverfall brockt Öldienstleister Halliburton Umsatzeinbruch ein

Der Ölpreis-Verfall setzt dem Industriedienstleister Halliburton (ISIN US4062161017) massiv zu. im ersten Quartal brach der Umsatz verglichen mit dem selben Vorjahreszeitraum um 40,4 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar (3,73 Mrd. Euro) ein, wie das US-Unternehmen mitteilte. Zudem fiel ein Sonderaufwand von 2,1 Mrd. Dollar für Abschreibungen auf Anlagen und Abfindungskosten an.

Im ersten Quartal strich Halliburton mehr als 6.000 Stellen. Seit 2014 hat der texanische Konzern weltweit bereits rund ein Viertel seiner Arbeitsplätze abgebaut. Halliburton will seine ausführliche Quartalsbilanz am 25. April der Öffentlichkeit präsentieren.

Halliburton will derzeit den kleineren Konkurrenten Baker Hughes für 35 Mrd. Dollar übernehmen. Zusammen würde ein neuer Branchenprimus bei Dienstleistungen rund um die Öl-Förderung entstehen. Weil der Ölpreis seit Juni 2014 mehr als 70 Prozent nachgegeben hat, haben viele Öl- und Gasproduzenten ihre Förderung gedrosselt und Investitionen zurückgefahren.

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