Bilanzen vom 26.4.: Apple, Twitter und Ebay kommen am Abend

Bilanzen vom 26.4.: Apple, Twitter und Ebay kommen am Abend

BP leidet unter dem niedrigen Ölpreis, Charles Vögele unter dem starken Schweizer Franken und Hyundai unter der China-Schwäche. In der Nacht werden die Bilanzen der Tech-Riesen Apple, Ebay und Twitter präsentiert.

BP-Gewinn brach erneut ein - Ergebnis aber besser als erwartet

Der Öl-Riese BP (ISIN GB0007980591) hat sich zu Jahresbeginn in den schwarzen Zahlen halten können. Unter dem Strich verdiente der britische Konzern nach Angaben vom Dienstag 532 Millionen Dollar (472,3 Millionen Euro). Analysten hatten mit einem Verlust von 140 Millionen Dollar gerechnet. Die Aktie legte zum Handelsstart knapp drei Prozent zu.

Wie allen Firmen der Branche setzt auch BP der niedrige Ölpreis massiv zu, der im ersten Quartal in etwa auf dem niedrigsten Stand seit 13 Jahren lag. Dadurch brach der BP-Gewinn um 80 Prozent ein. Die Konzerne reagieren darauf mit Beteiligungsverkäufen, Stellenstreichungen und geringeren Investitionen.

BP kündigte an, möglicherweise seine Ausgaben weiter zurückzufahren. 2015 hatten die Briten bereits dreimal ihre Investitionen gekappt und fast zehn Prozent ihrer etwa 80.000 Mitarbeiter abgebaut.

BP-Chef Bob Dudley rechnet mit einer Stabilisierung des Marktes zu Jahresende. Dafür dürften eine robuste Nachfrage und ein nur noch langsames Wachstum auf der Angebotsseite sorgen. Allerdings hatten sich die größten Öl-Förderländer wie Saudi-Arabien, Iran und Russland zuletzt nicht auf eine Deckelung der Produktion einigen können. Die Gespräche sollen in den nächsten Monaten fortgesetzt werden.

Bayer startet mit Gewinnplus ins Jahr

Ein starkes Geschäft mit neueren Arzneimitteln hat bei Bayer (ISIN DE000BAY0017) den Gewinn zum Jahresstart angetrieben. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte im ersten Quartal um 15,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, wie der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten deutlich weniger erwartet.

Unter dem Strich standen 1,5 Milliarden Euro, ein Zuwachs von gut 13 Prozent. Den Umsatz steigerte Bayer von Jänner bis März um 0,5 Prozent auf 11,94 Milliarden Euro, währungsbereinigt lag das Plus bei 3,2 Prozent.

"Den Ausblick für 2016 bestätigen wir", erklärte Vorstandschef Marijn Dekkers. Für den Umsatz ist ein währungsbereinigter Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich geplant, der bereinigte operative Gewinn soll ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Modekette Charles Vögele leidet unter Frankenschock

Charles Vögele (ISIN CH0006937772) muss im Kampf um die Trendwende einen Rückschlag hinnehmen. Anstatt endlich wieder schwarze Zahlen zu schreiben, rutschte die Schweizer Modehandels-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr tief in die Verlustzone. Auch der Umsatz ist erneut geschrumpft.

So erhöhte sich 2015 der Konzernverlust von 11 Millionen Franken im Jahr davor auf 62 Millionen Franken (56,5 Millionen Euro). Der Nettoumsatz sank um 11 Prozent auf 803 Millionen Franken, wie Charles Vögele am Dienstag mitteilte.

Das Modeunternehmen begründet den Rückschlag einerseits mit der Aufhebung des Euromindestkurses. Diese habe die Ergebnisse im Heimmarkt Schweiz massiv belastet und habe zu negativen Umrechnungseffekten in den übrigen Verkaufsregionen geführt.

Weiter habe Charles Vögele aber auch unter dem intensiven Wettbewerbs- und Preisdruck in der Schweiz und dem deutlich zu warmen Herbst gelitten. Dank Sofortmaßnahmen bei der Beschaffung, zusätzliche Kosteneinsparungen sowie Fortschritten in der Kollektion hat sich das Modeunternehmen laut Mitteilung zwar im dritten Quartal steigern können. Im vierten Quartal habe sich jedoch der positive Trend aufgrund des warmen Herbst in allen Absatzregionen von Charles Vögele bereits wieder umgekehrt.

Für das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen trotz dieses Rückschlags vorsichtig optimistisch. Die Situation in der Textilbranche bleibe zwar zweifelsohne anspruchsvoll, heißt es in der Aussendung. Dank einem bereits eingeleiteten Restrukturierungsprogramm soll Charles Vögele jedoch auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) bereits wieder schwarze Zahlen schreiben. Im vergangenen Jahr resultierte hier noch ein Verlust von 51 Millionen Franken.

China-Schwäche drückt erneut Gewinn von Autobauer Hyundai

Das schwächelnde China-Geschäft hat dem südkoreanischen Auto-Hersteller Hyundai (ISIN KR7005380001) den neunten Gewinnrückgang in Folge eingebrockt. Das Ergebnis sank in den ersten drei Monaten um zwölf Prozent auf umgerechnet 1,3 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Der weltweiten Nummer fünf macht vor allem die Abkehr der Chinesen von spritsparenden Kleinwagen hin zu komfortablen Geländewagen, sogenannten SUV, zu schaffen. Angesichts des Ölpreisverfalls und günstigerer Benzinpreise leisten sich immer mehr Chinesen ein Benzin-schluckendes Prestige-Fahrzeug. Weil Hyundai vor allem für kleinere, spritsparende Modelle bekannt ist, bleiben die Südkoreaner dabei hinter der Konkurrenz zurück.

DuPont-Umsatz fällt vor Fusion mit Dow Chemical

Der US-Chemiekonzern DuPont (ISIN US2635341090) hat vor der Mega-Fusion mit seinem heimischen Konkurrenten Dow Chemical einen Umsatzrückgang erlitten. Die Erlöse fielen im ersten Quartal um 5,5 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar (6,57 Milliarden Euro), wie der BASF -Rivale in der Nacht auf Dienstag mitteilte. Vor allem der starke Dollar habe weiterhin das Geschäft belastet.

Der Nettogewinn stieg dagegen um fast 20 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Das Management hatte zuletzt den Sparkurs verschärft.

DuPont und Dow Chemical hatten im Dezember die bisher größte Fusion in der Branche vereinbart. Nach dem Zusammenschluss soll der neue Gigant allerdings wieder in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden. Diese sollen sich auf die Bereiche Agrarchemie, Kunststoffe und Spezialchemikalien konzentrieren.

Aixtron startete mit höherem Verlust ins Jahr

Der seit Jahren defizitäre deutsche Chipanlagenbauer Aixtron (ISIN DE000A0WMPJ6) hat zum Jahresauftakt seine Verluste ausgeweitet und einen Umsatzeinbruch verbucht. Der Auftragsbestand von 67,7 (Vorjahr 79,0) Millionen Euro sowie Kosteneinsparungen lassen den Vorstand aber hoffen, seine Jahresziele zu erreichen, wie die Aachener Firma am Dienstag mitteilte.

Während sich die Erlöse im ersten Quartal auf 21,4 Millionen Euro fast halbierten, stieg das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 67 Prozent auf 14,7 Millionen Euro. Der Auftragseingang schrumpfte um neun Prozent auf 44,4 Millionen Euro. Für 2016 bekräftigte Vorstandschef Martin Goetzeler, einen Umsatz von 170 bis 200 (Vorjahr: 197,8) Millionen Euro anzupeilen. Sollte der obere Rand der Bandbreite erreicht werden, erwarte er, dass sich die Ertragslage verbessern, aber erneut Verluste anfallen würden.

Nach dem Wegfall eines Großauftrags aus China im vergangenen Jahr ist die Rückkehr in die Gewinnzone in weite Ferne gerückt. Allein Kostensenkungen hatten 2015 zu einem Rückgang der Verluste gesorgt. Netto lag der Fehlbetrag bei 29,1 (minus 62,5) Millionen Euro.

Aixtron produziert Chipanlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED). Diese werden in der Unterhaltungselektronik, Automobilindustrie oder in der industriellen Beleuchtung eingesetzt. Die stark vom chinesischen Markt abhängige Branche wartet seit längerem auf den nächsten Investitionszyklus. Doch die einstige Lokomotive China wird für viele deutsche Unternehmen derzeit zum Bremsklotz.

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