Bilanzen vom 19.7.: Netflix, Yahoo, IBM und Zalando

Bilanzen vom 19.7.: Netflix, Yahoo, IBM und Zalando

In die Bilanzsaison kommt langsam Fahrt: Zalando hebt das Gewinnziel für 2016 an, Novartis hingegen warnt vor einem Gewinnrückgang. In den USA hatten in der Nacht zuvor Netflix, Yahoo und IBM ihre Bücher geöffnet.

Netflix enttäuscht bei Kundenwachstum

Die Online-Videothek Netflix hat mit ihrem Kundenwachstum die Experten enttäuscht und ihre Aktien auf Talfahrt geschickt. Für das zweite Geschäftsquartal gab der US-Konzern am Montag nach Börsenschluss einen Anstieg der Abonnentenzahlen in den USA um 160.000 Kunden bekannt, während Analysten mit 532.000 gerechnet hatten.

International waren 2,1 Millionen neue Kunden erwartet worden statt der verzeichneten 1,5 Millionen. Damit verfehlte das Internet-Unternehmen auch die eigenen Erwartungen vom April von 500.000 neuen Kunden in den USA und zwei Millionen im Ausland.

Netflix-Aktien gaben im nachbörslichen Handel zunächst um etwa 15 Prozent nach.

Netflix hatte zuletzt seine Preise erhöht. Das Unternehmen ist auch in Deutschland vertreten. Dort konkurriert es etwa mit der ProSiebenSat.1 -Tochter Maxdome, dem Dienst Watchever des französischen Medienriesen Vivendi und dem Amazon -Online-Streamingangebot Prime Instant Video.

IBM-Umsatz sinkt weiter

Der Computer-Gigant IBM geht ins fünfte Jahr mit schrumpfenden Umsätzen. Im vergangenen Quartal sanken die Erlöse im Jahresvergleich um rund Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte.

Der Computer-Pionier ist in einem langwierigen Prozess hin zum Geschäft mit Cloud-Diensten aus dem Internet sowie künstlicher Intelligenz. Die Cloud-Umsätze wuchsen im vergangenen Quartal um 30 Prozent, wie IBM betonte. Die Aktie legte nachbörslich um rund drei Prozent zu. IBM übertraf einige Analystenerwartungen und Investoren machen sich Hoffnungen auf ein Ende der Umsatzrückgänge.

Der Quartalgewinn sank zugleich um gut 27 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.

Yahoo rutscht wegen Tumblr-Abschreibung tief in rote Zahlen

Der Internet-Pionier Yahoo ist wegen einer weiteren Abschreibung auf den Wert der Blog-Plattform Tumblr tief in die roten Zahlen gerutscht. Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 440 Millionen Dollar (395,40 Mio. Euro) nach einem Minus von 22 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, wie Yahoo nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte.

Angesichts des laufenden Verkaufs könnten es die letzten Quartalszahlen von Yahoo als eigenständiges Unternehmen sein. Yahoo hatte Tumblr 2013 für über eine Milliarde Dollar gekauft. Der Plan der Firmenchefin Marissa Mayer war, damit mehr junge Nutzer anzulocken. Bereits Anfang des Jahres schrieb Yahoo aber rund 230 Millionen Dollar auf Tumblr ab, jetzt kamen weitere rund 480 Millionen Dollar hinzu.

Beim Umsatz legte Yahoo um fünf Prozent auf gut 1,3 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen der Börsianer. Auch beim operativen Ergebnis schnitt Yahoo über den Analystenprognosen ab. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

Online-Modehändler Zalando hebt Gewinnziel für 2016 an

Europas größter Online-Modehändler Zalando hat eine optimistischere Gewinnprognose abgegeben. Die Erwartung für die bereinigte operative Rendite (Ebit-Marge) in diesem Jahr werde auf vier bis 5,5 Prozent angehoben, gab das Management in der Nacht zum Dienstag bekannt. Das Umsatzwachstum soll 2016 am oberen Ende der langfristigen Zielspanne von 20 bis 25 Prozent liegen, bekräftigte das Unternehmen.

Im abgelaufenen Quartal steigerte der Konzern nach vorläufigen Berechnungen den Umsatz um 24 bis 26 Prozent auf 909 bis 924 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stieg auf 68 bis 88 (Vorjahreszeitraum: 30) Millionen Euro. Die Ebit-Marge erhöhte sich auf 7,5 bis 9,5 (4,1) Prozent.

Novartis warnt vor möglichem Gewinnrückgang

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat wegen der Kosten für die Markteinführung seines Herzmedikaments Entresto und der Umsatzeinbußen beim wichtigen Blutkrebsmittel Glivec seine Gewinnprognose gesenkt.

Der Arzneimittelhersteller schließt nicht mehr aus, dass der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn heuer unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinkt. Bisher wurde ein in etwa stabiler Gewinn in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll wie bis bisher prognostiziert weitgehend auf dem Niveau von 2015 liegen, wie Novartis am Dienstag mitteilte.

Im zweiten Quartal ging der Nettogewinn um drei Prozent auf 1,8 Mrd. Dollar (1,6 Mrd. Euro) zurück. Der Umsatz schrumpfte um zwei Prozent auf 12,5 Mrd. Dollar. Beim Blutkrebsmittel Glivec macht Novartis die Konkurrenz durch günstigere Generika zu schaffen.

Kühne+Nagel steigerte Halbjahresgewinn

Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im ersten Halbjahr trotz eines schwierigen Marktumfelds den Reingewinn um 9,2 Prozent auf 356 Mio. Franken (327,5 Mio. Euro) gesteigert. Der Umsatz ging zwar leicht um etwa ein halbes Prozent auf 8,14 Mrd. Franken zurück.

Dennoch hat Kühne+Nagel effizient gearbeitet. Dies zeigt sich gemäß Kühne+Nagel im Rohertrag (Bruttogewinn). Dieser legte um 7,9 Prozent auf 3,2 Mrd. Franken zu. Der operative Gewinn (EBIT) stieg sogar um 11 Prozent auf 455 Mio. Franken.

Die Impulse für den globalen Handel blieben aus, heißt es in der Mitteilung vom Dienstag. Auch für das zweite Halbjahr rechnet Kühne+Nagel mit schwierigen Zeiten. Doch ist der Konzern zuversichtlich, die Volumen beizubehalten.

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