Beste Berichtssaison seit Jahren - Börsen knacken Rekorde

Neuer Tag, neues Glück an den Börsen: Ob der Dax, der EuroStoxx 50 oder der S&P, viele Indizes erklimmt derzeit neue Höchststände. Anleger beflügeln die besten Quartalszahlen seit Jahren. Auch der Ausblick stimmt zuversichtlich.

Beste Berichtssaison seit Jahren - Börsen knacken Rekorde

Ob der deutsche oder der US-Börsenindex: Derzeit wird eine Rekordmarke nach der anderen geknackt.

Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sind die Börsen zwar fast durchgehend in Partylaune, doch seit die Unternehmen ihre Zahlen zum ersten Quartal präsentieren, haben die Aktien dies- und jenseits des Atlantiks noch einmal einen Zahn zugelegt. In den USA geht es beim namhaftesten Index, dem S&P 500, seit dem 13. April noch mal um drei Prozent noch oben. Tag täglich wird so praktisch eine neue Höchstmarke überschritten. In den vergangenen zwölf Monaten können Anleger in den breiten US-Aktienindex auf einen Wertzuwachs von 16,6 Prozent zurückblicken.

S&P500 Index; Stand vom 9.5.2017: 2.399 Punkte; für aktuelle Kursinformationen klicken SIe bitte auf den Chart.

S&P500 Index; Stand vom 9.5.2017: 2.399 Punkte; für aktuelle Kursinformationen klicken SIe bitte auf den Chart.

Der deutsche Aktienindex Dax hat seit dem 21. April ein kräftiges Schäufelchen zugelegt und notiert derzeit nicht nur um fast vier Prozent höher, sondern hat auch die Indexmarke von 12.600 Punkte mit links geknackt. Auch hier sind dafür die französische Wahl und überdurchschnittlich gute Unternehmensergebnisse verantwortlich. In den letzten drei Monaten stieg der Wert des Kursbarometers um fast zehn Prozent.

Deutscher Aktienindex Dax. Stand vom 9.5.2017: 12.749 Punkte; für aktuelle Kursinformation klicken Sie bitte auf den Chart.

Deutscher Aktienindex Dax. Stand vom 9.5.2017: 12.749 Punkte; für aktuelle Kursinformation klicken Sie bitte auf den Chart.

Auch der österreichische Aktienindex ATX macht den Anlegern Freude: erstmals seit vielen Jahren hat er wieder die psychologisch wichtige Marke von 3.000 Punkten überstiegen. Im laufenden Jahr hat der ATX damit bereits um knapp 18 Prozent an Wert gewonnen, auf Jahresfrist gesehen liegt der Wertzuwachs nun schon bei knapp 40 Prozent.

ATX, Stand vom 9.5.2017: 3.086 Punkte. Für aktuelle Kursinformationen klicken SIe bitte auf den Chart.

ATX, Stand vom 9.5.2017: 3.086 Punkte. Für aktuelle Kursinformationen klicken SIe bitte auf den Chart.

USA: 22 Prozent höhere Erträge

Die Berichtssaison in den USA als auch in Europa entwickeln sich für das abgelaufene erste Quartal auch zum vollen Erfolg. Bisher haben 85 Prozent der Unternehmen berichtet. 75 Prozent davon konnten die Gewinnerwartungen übertreffen. Das ist laut JP Morgan Asset Management die beste Quote der letzten fünf Jahre.

Die Gewinne pro Aktie sind in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen. Die größten positiven Beiträge lieferten der Energie- und der IT-Sektor. Die einzige Gewinnrückgang verzeichnet bisher der Immobiliensektor.

Bei europäische Firmen fielen Gewinne um zehn Prozent höher aus als erwartet

In Europa haben bisher rund 66 Prozent der Unternehmen die Ergebnisse des ersten Quartals berichtet. 65 Prozent der Unternehmen mit bereits veröffentlichten Ergebnissen konnten die Erwartungen der Anleger übertreffen. Die Gewinne fielen zehn Prozent über den Erwartungen aus und auch die Umsatzerträge konnten um 2,4 Prozent übertroffen werden.

Europäische Aktien noch immer attraktiv

Diese starke Entwicklung sind gute Nachrichten für Anleger. "Aktien und Unternehmensanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne attraktiv", erklärt Tilmann Galler, Marktstratege bei JP Morgan.

Nicholette MacDonald-Brown, Aktienexpertin bei der Fondsgesellschaft Schroders: „Die Aktienbewertungen sind in Europa noch immer äußerst attraktiv, und zwar sowohl in absoluten als auch in relativen Werten. Auch das Ertragswachstum verbessert sich. Die zurückliegende Ertragssaison im ersten Quartal ist die beste, die Europa in den vergangenen sieben Jahren erlebt hat. Viele Unternehmen übertreffen ihre Absatz- und Gewinnprognosen. Deshalb glauben wir, dass europäische Aktien für Anleger eine attraktive Chance darstellen. Mit Blick auf Frankreich dürften die Arbeitsmarktreformen Macrons vor allem dem öffentlichen Sektor zugutekommen.“

Macron könnte die EU reformieren und die Börsen beflügeln

Besonders bei europäischen Aktien sehen Experten Kurspotential: „Emmanuel Macrons eindeutiger Sieg ist ein gutes Ergebnis für die Märkte. Sein Vorhaben, die EU von innen heraus zu reformieren, könnte ein positiver Faktor sein. Als glühender Europäer könnte er jedoch dafür sorgen, dass der Brexit für die Briten härter wird", analysiert Philip Dicken, Leiter des Bereiches europäische Aktien bei Columbia Threadneedle Investments.

Risiko Dollarstärke und hohe Erwartungen

Doch es bleiben Risiken. "Eine anhaltende Dollarstärke kann weiterhin wie ein Magnet für die internationalen Kapitalströme wirken und die jüngste Erholung in den Schwellenländern gefährden", warnt Aktienprofi Galler. Ein weiteres Risiko für die Aktienmärkte können zu hohe Erwartungen an die künftige Entwicklung der Konjunktur sein. "Falls die „ Konjunkturzahlen nicht in der Lage sind die sehr positiven Erwartungen der Frühindikatoren zu erfüllen, kann es zu einer kurzfristigen Enttäuschung führen", urteilt Galler.

US-Arbeitslosigkeit auf Tiefstand von 2006, Wahrscheinlichkeit steigender Zins nimmt zu

Doch bisher entwickeln sich die Konjunkturdaten innerhalb der Erwartungen oder wurden sogar übertroffen. In den USA hat die Zahl der Beschäftigten um 156.000 zugenommen. Gleichzeitig ging die Zahl der Arbeitslosen um 146.000 zurück. Die Arbeitslosenquote sank erneut und liegt nun nur noch bei 4,4 Prozent. Das entspricht dem letzten zyklischen Tief aus dem vierten Quartal 2006. Nach Einschätzung von Raiffeisen Research erhöht die gesunkene Arbeitslosenrate die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinsanhebung im Juni weiter erhöht.

Steigende Exporte in Deutschland überraschen

Der Dax bekam indes ebenfalls Unterstützung von guten Konjunkturdaten. So überraschte Anleger die deutliche Steigerung der Exporte im März.

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