Wealth Report: Immer mehr Immobilien-Millionäre

Die Zahl der Millionäre stieg 2015 in Österreich und Deutschland stärker als in den USA. US-Millionäre fielen auch in einem anderen Ranking zurück. Die Berater von Capgemini zeigen in ihrem jährlichen Wealth Report wie sich deren Reichtum weltweit entwickelt, wo die Reichen wohnen, wie sie ihr Geld anlegen und stellen Prognosen an.

Millionäre verschoben zuletzt Bargeld in großen Mengen.

Millionäre verschoben zuletzt Bargeld in großen Mengen.

Die Gruppe ist gar nicht so klein, nur viele gehören wohl dennoch nicht dazu. Weltweit zählen 5,4 Millionen zur elitären Gruppe der Millionäre. Die meisten davon leben in den USA, Japan, Deutschland und China. Das sind insgesamt 61 Prozent all, jener die mehr als eine Million Dollar besitzen. Unter den Top-10 mit dem höchsten Anteil an Millionären finden sich in Europa die Länder England, Frankreich, Schweiz und Italien. Die Beratergesellschaft Capgemini hat 5.200 Millionäre aus 23 Länder und 800 Vermögensverwalter befragt. Eines gleich vorweg: Diese sogenannten High Net Worth Individuals (HNWI) sind nicht vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil: Ihre Zahl wächst munter weiter. In allen Top-zehn Ländern ist der Bevölkerungsanteil der Reichen im Vorjahr gestiegen.

Immobilien machen Österreicher reicher

In Europa schießen vor allem in Deutschland und auch in Österreich die Millionäre förmlich aus dem Boden. In Deutschland stieg im vergangenen Jahr deren Anteil um 5,1 Prozent auf 1,2 Millionen Bürger. Die Zahl der in Österreich lebenden 121.000 Millionäre kletterte gar um 5,9 Prozent. Die starke Zunahme hat laut Capgemini in beiden Ländern und auch in vielen anderen den selben Grund: Der überproportionale Anstieg der Immobilienpreise. Millionäre, die über ihre selbstgenutzte Immobilie hinaus in Immobilien investiert sind, haben davon deutlich profitiert. In Österreich legten die Preise für Immobilien im Vorjahr um 3,4 Prozent zu.

Asiaten: Reicher als reich

Noch stärker ist Zahl und Vermögen der Reichen aber im asiatisch-pazifischen Raum gewachsen. Die kleine, noble Gemeinschaft von Wohlhabenden ist im Vorjahr um 9,4 Prozent gestiegen und verfügt nun umgerechnet über stattliche 15,3 Billionen Euro.

Asiatische Millionäre übertrumpfen erstmals amerikanische

Zwar müssen sich alt- und neureichen Amerikaner was ihren Vermögensstand betrifft auch nicht verstecken, aber man merkt die Luft wird dünner. Deren gesamter Besitz legte 2015 nur um magere zwei Prozent zu. Weltweit dürfte die Zahl der Reichen auch in den kommenden zehn Jahren am stärksten in Asien wachsen. Bereits im Vorjahr lag das Vermögen in der Region Capgemini zufolge mit 17,4 Billionen Dollar erstmals über jenem Nordamerikas mit 16,6 Billionen Dollar.

Weniger reiche Russen und Brasilianer

Doch nicht in jedem Land stieg die Zahl der Millionäre. In Russland schrumpfte deren Zahl um zwei Prozent, in Brasilien gar um acht Prozent.

China mit den meisten Superreichen

Bei den Superreichen haben die Chinesen die Nase vorne. Nirgendwo wächst die Zahl der Superreichen schneller als in der Volksrepublik. Laut des "World Wealth Report" gibt es in China erstmals mehr als eine Million Millionäre.

Nur ein Prozent ist superreich

0,2 Prozent der Millionäre besitzen mehr als 30 Millionen Dollar. Das ist jedoch immerhin ein Anteil am Vermögen der Millionäre von 34 Prozent. 9 Prozent der Reichen, das sind 1,4 Millionen Menschen können auf ein Vermögen von fünf bis 30 Millionen Dollar blicken. Deren Anteil unter den Millionären macht 23 Prozent aus. Krethi und Plethi unter den Millionären besitzen im Schnitt nur eins bis fünf Millionen Dollar. Sie stellen 43 Prozent der Millionäre.

Reiche im Jahr 2025

Trotz Niedrigzinsen und mitunter stotternder Wirtschaft braucht man sich auch um deren Kontostand nicht zu sorgen. Ihr Vermögen ist allein im Vorjahr um vier Prozent auf 59 Billionen Dollar gewachsen. Seit 1996 habe sich ihr Vermögen gar vervierfacht, heißt es in der Studie. Diese Entwicklung macht die Berater von Capgemini auch für jene die Geld im Überfluss haben, für die Zukunft optimistisch: Sie erwarten, dass das Vermögen bis 2025 die Grenze von 100 Billionen Dollar übersteigt

So legen die Gutbetuchten ihr Geld an

Knapp 50 Prozent ihres Vermögens halten Millionäre im Schnitt je zur Hälfte Aktien und Bargeld. Den drittgrößten Teil des Portfolios machen Immobilien mit 18 Prozent aus. 17 Prozent sind nach wie vor in Anleihen veranlagt. Eine vergleichsweise großen Anteil nehmen mit 13 Prozent auch alternative Investments wie Private Equity und Hedgefonds aus.

Bares ist nicht mehr wahres

Doch der tatsächliche Bargeldbestand der Reichen nimmt ab. "Nur Bares ist Wahres" - dieses Motto gilt für viele reiche nicht mehr. So horten dort laut Studie Millionäre wegen der Negativzinsen deutlich weniger Bargeld. Im Gegensatz zu den Normalbürgern setzen reichen Investoren nicht auf das klassische Sparbuch. „Millionäre sind besser informiert über Trends in der Geldanlage als der Normalverdiener“, erklärt Capgemini-Vizeipräsident Klaus-Georg Meyer. Der wachsende Appetit auf Risiko liegt jedoch vor allem an der Nullzinspolitik internationaler Notenbanken.

Während etwa die Reichen in der Schweiz ihr Vermögen im Vorjahr noch zu 28,2 Prozent in Barmitteln angelegt hatten, sank dieser Anteil Anfang 2016 auf 21,4 Prozent. "Das ist durch das Marktumfeld getrieben", sagte Capgemini-Consulting-Berater Tobias Wolf. "Dadurch, dass die Kunden keinen Zins bekommen, suchen sie alternative Anlagemöglichkeiten." Entsprechend hätten sie verstärkt in Immobilien und alternative Investments wie Rohstoffe oder Hedge Fonds investiert.

Ungünstige Kombination von Straf- und Niedrigzinsen

Die Schweizer Notenbank hebt von Banken ab einem gewissen Freibetrag Strafzinsen von 0,75 Prozent auf Giroguthaben ein. Die Banken geben diese Strafzinsen an institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionsfonds weiter. Privatkunden sind in den meisten Fällen bislang davon nicht betroffen. Doch Marktführer UBS hatte zuletzt angekündigt, bei einer Verschärfung des Umfelds diese Gebühren eventuell auch an sehr vermögende Kunden weiterzureichen. Sollten sich mehrere Banken dazu entschliessen, könnte das die Flucht der Millionäre aus Barmitteln noch verstärken. "Das ist eine Konsequenz daraus - auf der Suche nach Alternativen", sagte Wolf. Der Beratungsgesellschaft zufolge gibt es in der Schweiz 358.400 Millionäre.

Wo die Reichen am liebsten wohnen

Die asiatischen Millionäre sind nun zwar in der Überzahl, aber am liebsten wohnen die Reichen trotzdem in den USA. Dort leben 4,4 Millionen Millionäre, ein Plus von 2,2 Prozent. Ein neues Eldorado für Reichen ist Japan. Im Vorjahr stieg deren dort wohnhafte Gemeinde um 11 Prozent auf 2,7 Millionen. Der neue HNI-Hotspot ist China: Dort leben über eine Million Reiche. Das Land verzeichnete mit einem Zuwachs von 16 Prozent den höchsten Zuwachs von reichen Bürgern.


Als Millionär gilt dabei, wer über ein investierbares Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügt. Enthalten sind neben Konten und Wertpapierdepots auch Immobilien – außer jenen, in denen die Millionäre wohnen.

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