Banken haben Spesen teils kräftig erhöht

Ob Spesen für Überweisungen, Kredite oder Wertpapierdepots: Fünf von zwölf der von der AK getesteten Banken haben die Gebühren erhöht – teilweise kräftig, und auch gleich mehrere Spesen erhöht.

Banken haben Spesen teils kräftig erhöht

Es gibt Banken, die verlangen sogar Gebühren, wenn man den Selbstbedienungsautomat benützt.

Die Arbeiterkammer hat die Preise von 53 Dienstleistungen für Neukunden bei zwölf Banken in Wien im Jahresvergleich November 2018 zu November 2019 erhoben. Geprüft wurden die Kosten für Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere. Die Volksbank Wien hat trotz mehrmaligen Aufforderungen keine Preisaushänge übermittelt – wie auch in den Vorjahren. Der AK Bankenmonitor zeigt: Fünf der zwölf untersuchten Banken haben zwischen vier (easybank, Hypo NÖ) und 18 (Bank Austria) Preise, Entgelte erhöht oder neue Gebühren eingeführt.

Die Arbeiterkammer hat die Preise von 53 Dienstleistungen für Neukunden bei zwölf Banken in Wien im Jahresvergleich November 2018 zu November 2019 erhoben. Geprüft wurden die Kosten für Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere. Die Volksbank Wien hat trotz mehrmaligen Aufforderungen keine Preisaushänge übermittelt – wie auch in den Vorjahren. Der AK Bankenmonitor zeigt: Fünf der zwölf untersuchten Banken haben zwischen vier (easybank, Hypo NÖ) und 18 (Bank Austria) Preise, Entgelte erhöht oder neue Gebühren eingeführt.

Sechs Banken haben die Preise bzw. Entgelte gleich gelassen: Erste Bank, Generali Bank, ING, Santander Consumer, WSK Bank und Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien – sie hat sogar eine Gebühr gesenkt.

Bank Austria: 18 Preiserhöhungen
Bei den Verteuerungen fielen insbesondere die Bank Austria mit 18 Erhöhungen auf (im Schnitt um 1,96 Prozent) sowie die bankdirekt mit zwölf Erhöhungen (um 1,13 Prozent). Die bankdirekt senkte zwei Preise des Wertpapiergeschäfts um rund 40 Prozent.

Bawag: Sieben Mal Gebühren erhöht
Die BAWAG P.S.K. verteuerte jeweils sieben ihrer Entgelte – in einem spürbaren Ausmaß von im Schnitt 12,29 Prozent. Ihre Online-Marke easybank erhöhte ihre Preise zweimal um im Schnitt satte 120,24 Prozent und führte zwei völlig neue Gebühren ein. Bei der Hypo NÖ gab es Preissteigerungen bei vier Entgelten um 5,43 Prozent.


Knapp zehn Euro für eine Barüberweisung sind Strafgebühr für nicht technikaffine

Bawag: Gebühren für Bareinzahlungen von 6,40 Euro auf 9,90 Euro erhöht
Es gibt auch Preisausreißer, vor allem im Kassageschäft (Schalter) und Zahlungsverkehr. Einige Beispiele: So erhöhte die BAWAG P.S.K. die Gebühr für eine Bareinzahlung am Schalter auf ein fremdes Konto von 6,40 auf 9,90 Euro (plus 55 Prozent). "Knapp zehn Euro für eine Barüberweisung kann man nur als Strafgebühr für nicht technikaffine, vielfach ältere Bankkunden bezeichnen", ärgert sich AK Konsumentschützerin Gabriele Zgubic.

easybank: Kosten für Barauszahlungen um 156 Prozent erhöht
Bei der easybank müssen (Neu)Kunden nun 3,90 Euro für eine Barauszahlung an der Kasse in einer BAWAG Filiale von ihrem eigenen Konto berappen – zuvor waren es noch 1,52 Euro bzw. gab es eine kostenloste Behebung pro Monat. Das ist eine Verteuerung um satte 156,58 Prozent.

Zahlen für Nutzung von Selbstbedienungsapparat
Die BAWAG P.S.K. hebt auch bei bestimmten Kontopaketen ein Entgelt für die Nutzung von Selbstbedienungsautomaten ein – war noch vor wenigen Jahren in der Kontoführungsgebühr inkludiert. KundInnen werden etwa mit 39 Cent zur Kasse gebeten, wenn sie beim kostengünstigsten Kontopaket (Kontobox Small) mehr als einmal pro Monat ihre Zahlungsaufträge völlig selbstständig am Überweisungsterminal abwickeln oder eine Bankomatabhebung machen.

Die Zinsen für Kontoüberziehungen sind sehr hoch. Das zeigen alle AK Tests der vergangenen Jahre über die Konditionen auf Girokonten – trotz negativer Zinssätze des für viele Finanzverträge maßgeblichen Euribor-Satzes. „Für die Banken sind die Zinsen der Kontoüberziehung ein gutes Geschäft, für die Bankkunden ist es ein teures Geschäft“, sagt AK-Konsumentenschützerin Zgubic. Die AK verlangt von den Banken, dass sie – gerade in der Corona-Krise – ihren Kunden mit vergünstigten Konditionen zur Seite stehen. Sie sollten jenen Kundinnen und Kunden entgegenkommen, die ihren Lebensunterhalt unter anderem mit Kontoüberziehungen finanzieren müssen.

Kontoüberziehung im Schnitt um zehn Prozent – Überziehen noch teurer – große Unterschiede

Für Kontoüberziehung verlangen Banken im Schnitt 10,5 Prozent Zinsen. „Bei einer Überschreitung des Rahmens, die in Coronazeiten noch öfter notwendig sein wird, gibt es noch einen weiteren Zinsaufschlag“, sagt Zgubic. „Die Zinsen für Guthaben am Konto sind hingegen de facto null.“ Der günstigste Zinssatz für ein Minus am Konto beträgt 5,375 Prozent, der höchste 13,5 Prozent.


Konsumkredit kostet im Schnitt fünf Prozent
Zum Vergleich: Die Zinsen für neu abgeschlossene Konsumkredite sind – laut Statistik der Österreichischen Nationalbank – mit 5,06 Prozent verzinst (Februar 2020).

AK fordert Kosten für Überziehungszinsen halbieren und keine Rahmenkürzungen vornehmen

Die AK fordert: „Die Banken sollen ihren Kunden mit einem Corona-Zinssatz für Kontoüberziehungen entgegenkommen. Viele Menschen haben aufgrund der Corona-Krise weniger Einkommen, weil sie in Kurzarbeit sind oder ihren Job verloren haben. „Da bleibt oft nur, das Konto zu überziehen“, so die Konsumentenschützerin.

Sie fordert, dass die Überziehungszinsen – im Schnitt 10,5 Prozent pro Jahr – halbiert werden und keinen Überschreitungszins verlangen. Der Corona-Sonderzinssatz soll also fünf Prozent betragen, fix auf ein Jahr sein und damit nicht teurer sein als ein Konsumkredit“, sagt Zgubic. Der Corona-Zinssatz soll vor allem jenen Bankkunden durch die Krise helfen, die auf die Kontoüberziehung angewiesen sind. Außerdem sollte der Überschreitungszins, etwa vier Prozent, entfallen, wenn der vereinbarte Kontorahmen – meist in der Höhe von zwei bis vier Monats-Nettogehältern – überzogen wird. „Die Banken, die in den letzten Jahren hohe Gewinne verzeichneten, sollen aus der Krise kein Zusatzgeschäft bei Kontoüberziehungen machen“, so Zgubic. In der AK Beratung melden sich immer wieder Konsumenten, die davon berichten, dass der Kontorahmen von der Bank überraschend gekürzt oder zur Gänze gekündigt wurde. „Die Banken sollten für zumindest ein Jahr keine einseitigen, überraschenden Rahmenkürzungen oder –kündigungen vornehmen. Es geht darum, dass Bankkundinnen und -kunden Sicherheit haben, was ihre Finanzen anbelangt.“

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