"Die Bank vor Ort genießt das höchste Vertrauen"

Heinrich Schaller, Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Landesbank Oberösterreich

Heinrich Schaller, Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Landesbank Oberösterreich

Ausländische Kreditinstitute drängen nach Österreich. HEINRICH SCHALLER, Vorstandsvorsitzender der RAIFFEISENLANDESBANK OBERÖSTERREICH, über die Vorteile einer heimischen Bank.

trend: Immer öfter stellen sogar Banker selbst die Frage, ob man überhaupt noch Banken braucht. Wie stehen Sie zu dem Thema?
Heinrich Schaller: Bankgeschäfte sind noch immer Vertrauensgeschäfte. Und es gibt viele Themen, die man persönlich mit Experten besprechen will. Deshalb wird die besondere Beratung, Betreuung und Begleitung, wie Raiffeisen Oberösterreich sie bietet, wichtig bleiben. Denn Online-Standardprodukte reichen oft nicht aus.

trend: Wie weit geht die RLB OÖ bei ihrer Digitalisierungsstrategie?
Schaller: Die Bedürfnisse und das Verhalten der Kunden verändern sich aufgrund der zunehmenden Digitalisierung ganz rasant. In allen Bereichen. Auch im Bankgeschäft. Darauf haben wir bei Raiffeisen Oberösterreich rechtzeitig reagiert. Wir waren mit dem Electronic Banking österreichweit Vorreiter. Um unseren Kundinnen und Kunden die Abwicklung ihrer täglichen Bankgeschäfte möglichst unkompliziert, sicher und rasch zu ermöglichen, entwickeln wir als moderne Beraterbank unsere innovativen Banktechnologien ständig weiter.

trend: Wie sehen bei Ihnen Bankfilialen in der Zukunft aus?
Schaller: Wir wollen unseren Kunden besten digitalen Komfort bieten, sie dabei aber nicht alleine lassen. Raiffeisen Oberösterreich ist der wichtigste finanzielle Nahversorger und fest im Land und bei den Kunden verankert. Diesen Vorteil wollen wir weiterhin bieten. Auch in den Filialen werden das analoge und das digitale Bankgeschäft kombiniert. Also ein Zusammenspiel von exzellenter Beratung und Betreuung und einem modernen Selfservice-Bereich.

trend: Warum bezahlen ausländische Direktbanken für Einlagen höhere Zinsen als österreichische Institute?
Schaller: Mit dem niedrigen Zinsumfeld sind alle Banken in Europa konfrontiert -und haben damit zu kämpfen. Wenn eine ausländische Direktbank höhere Zinsen bietet, wird man sich ansehen müssen, ob das Angebot von Dauer ist und ob allfällige Zusatzdienstleistungen vergleichbar sind oder es sich um temporäre Angebotszuckerl handelt.

trend: Kann eine Bank mit regionaler Verankerung ihren Kunden mehr bringen als ein Großinstitut?
Schaller: Alle Umfragen zeigen, dass der Bank vor Ort sehr hohes Vertrauen entgegengebracht wird. Dieses Vertrauen entsteht durch hohe Kundenorientierung und intensive Kundenbeziehungen. Kunden und deren Anforderungen, Wünsche und Lebensumstände zu kennen, ist ein wesentlicher Vorteil der regionalen Banken.

trend: Was zeichnet die RLB Oberösterreich besonders im Vergleich zu anderen österreichischen Banken aus?
Schaller: Ich möchte gar keinen Vergleich zu anderen Banken ziehen. Ich möchte sagen, was wir für unsere Kunden sein wollen - nämlich die beste Servicebank. Dazu gehören höchste Dienstleistungsqualität, hohes Effizienzund Kostenbewusstsein, Engagement und Freude.


Zur Person

Heinrich Schaller ist seit 2012 Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Davor war er seit 2006 Vorstand der Wiener Börse.

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