Bank Austria verabschiedet sich mit Milliardengewinn von Ostsparte

Bank Austria verabschiedet sich mit Milliardengewinn von Ostsparte

Erst vor kurzem wurde Willibald Cernko an der Spitze der Bank Austria von Robert Zadrazil abeglöst. Doch die Jahresbilanz 2015 trägt noch die Handschrift von Cernko.

Es ist die letzte Bilanz der Bank Austria, bevor das Ostgeschäft Ende 2016 an die italienische Mutter UniCredit geht. Mit 1,3 Milliarden Euro Gewinn 2015 kann sich das Ergebnis sehen lassen, doch das krisengeschüttelte Ostgeschäft wurde noch einmal mehr sichtbar: Massive Kreditrisiken und Abwertungen - vor allem in der Ukraine - belasten das Geschäft.

In der jetzigen Aufstellung lautete die Bilanzsumme per Ende 2015 auf 193,6 Mrd. Euro (plus 2,4 Prozent). Unterm Strich wies die Bank einen Jahresgewinn von 1,325 Mrd. Euro aus, ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vorjahreszahlen leicht adaptiert). Im letzten Quartal hat die Bank noch aufgeholt.

Die Bilanz war geprägt von weiter sinkenden Nettozinserträgen und höheren Wertberichtigungen und Vorsorgen im Osten: Die Kreditwertberichtigungen stiegen in Summe um 28,8 Prozent auf 1,007 Mrd. Euro. Grund dafür war unter anderem die Franken-Zwangskonvertierung in Kroatien, die mit 205 Mio. Euro zu Buche schlug. Die Kredit-Causa in Kroatien hat auch der dortigen Tochter einen Vorsteuerverlust von 49 Mio. Euro beschert. Die Kreditkosten 2015 fielen im wesentlichen im Ostgeschäft an, wo sie gleich um die Hälfte anstiegen, das Kreditrisiko im österreichischen Kundengeschäft wird mit "de facto null" beschrieben.

Mit 367 Millionen Euro schlug in der Jahresbilanz 2015 der Verlust in der Ukraine samt weiterer Abschreibposten im Zusammenhang mit der zum Verkauf gestellten Tochter Ukrsotsbank zu Buche, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Bank Austria-Jahreszahlen hervor.

Geschäfte in der Ukraine trüben Nettogewinn

Die Ukraine-Last war denn auch hauptverantwortlich dafür, dass der Nettogewinn der ganzen Osteuropasparte im abgelaufenen Jahr von 1,003 Mrd. Euro auf 604 Mio. Euro zurückgegangen ist.

Auch in Russland mussten Kreditvorsorgen erhöht werden, die Banktochter dort ist aber weiter profitabel. Die Russland-Bank hat nach Angaben aus dem Konzern einen Vorsteuergewinn von 276 Mio. Euro ausgewiesen. Vom Geschäft in der Türkei wurden sogar 436 Mio. Euro Gewinn vor Steuern verbucht, und aus den Operationen in Tschechien und der Slowakei 260 Mio. Euro. Auch die Ungarn-Tochter habe sich stark verbessert, betont die Bank.

Das gesamte Betriebsergebnis (vor Kreditrisiko) der Bank Austria lag 2015 bei 2,8 Mrd. Euro. Der Ostsparte waren dabei 2,34 Mrd. Euro zugerechnet, und dem Österreich-Geschäft rund 700 Mio. Euro. Dazu kommen Ertrags- und Abzugsposten, die keinen Segmenten direkt zugeordnet sind. Positiv für die Bilanz waren 2015 u.a. umfangreiche Immobilienverkäufe.

Bereits am Dienstag veröffentlichte der italienische Mutterkonzern UniCredit seine Zahlen. Im vierten Quartal brach ihr Gewinn auf 153 Millionen Euro ein, ein Rückgang von 69,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Konzernumbau, Abschreibungen und regulatorische Auflagen bereiten den Italienern Kopfzerbrechen.

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