OeNB-Geldreport: Was Niedrigzinsen und Inflation bewirken

OeNB-Geldreport: Was Niedrigzinsen und Inflation bewirken
OeNB-Geldreport: Was Niedrigzinsen und Inflation bewirken

Niedrigzinsen und geringe Inflation stellen sowohl die realen Einkommenszuwächse als auch die Kapitalveranlagung der Österreicher auf den Kopf. Der große OeNB-Report für 2015 zeigt, wie das am Vermögen der Österreicher nagt.

Eigentlich könnten die Österreicher zufrieden sein. Im Vorjahr ist das Vermögen der Haushalte stärker gestiegen als im Schnitt in den vergangenen zehn Jahren. So stieg das Finanzvermögen laut dem großen jährlichen Geldreport der Österreichischen Nationalbank (OeNB) 2015 um 2,2 Prozent auf mehr als 600 Milliarden Euro. Allerdings bleibt unterm Strich sogar ein realer Einkommensverlust von Minus 0,6 Prozent übrig.

Der Grund ist laut OeNB, dass sich die Inflationsrate im Vorjahr fast halbiert hat. Das führte real, trotz Einkommenseinbußen und leicht höheren Konsumausgaben, zu einer leicht höheren Wachstumsrate. Die Sparquote sank deshalb von 7,8 Prozent auf 6,9 Prozent. Deshalb wurde 2015 Geld auch nur in der selben Höhe veranlagt wie 2014: Rund 10,6 Milliarden Euro.

2,2 Milliarden Euro Vermögenszuwachs durch Börsen

Nach einem turbulenten Jahr auf den Aktien- und Rentenmärkten erhöhte sich das Portfolio der Haushalte durch Bewertungseffekte um vergleichsweise geringe um 2,2 Milliarden Euro.

Immer mehr horten Bargeld

Immer mehr Österreicher schichten ihr Geld am Sparkonto um. Fast eine Milliarde Euro flossen zusätzlich in Bargeld, 13,7 Milliarden Euro in täglich fällige Einlagen. Diese wurden jedoch 2015 nur noch mit 0,26 Prozent verzinst. Ein nicht unwesentlicher Teil wurde von gebundenen Einlagen umgeleitet. Der Rückgang an Einlagen mit Bindungsfrist betrug im Jahr 2015 mehr als 7,2 Milliarden Euro. Jeder fünfte Euro des Finanzvermögens war in Bargeld und täglich fälligen Einlagen veranlagt, das entspricht rund 70 Prozent der Konsumausgaben des Jahres 2015

21 Prozent des Vermögens in bar oder kurzfristig veranlagt

Österreicher haben in den vergangenen Jahren ihr Finanzvermögen zunehmend umgeschichtet. Dieser Trend setzte sich auch 2015 fort. So erfolge eine Umschichtung von verzinslichten Wertpapieren und Zertifikaten in Richtung Bankeinlagen. Einerseits zwischen den Einlagenkategorien, andererseits zwischen verzinslichen Wertpapieren und Investmentzertifikaten. Rund 127 Milliarden Euro (21 %) des Finanzvermögens bestanden aus Bargeld bzw. täglich fälligen Einlagen. Damit könnten rund 70 Prozent der Konsumausgaben des Jahres 2015 finanziert werden. Rund 119 Milliarden Euro (20 %) waren Ende 2015 in gebundenen Einlagen veranlagt. Einlagen mit einer Bindungsfrist über zwei Jahre machten davon 32 Milliarden Euro aus.

Bauspareinlagen und Aktienvermögen gleichauf

Die beliebten Bauspareinlagen betrugen lediglich 3,3 Prozent am gesamten Finanzvermögen der Österreicher und ist damit gleichauf mit dem Aktienbesitz.

Bestehendes Finanzvermögen schmilzt durch Niedrigzinsen: Rendite per anno: Im Schnitt 0,7 Prozent vor KESt und Inflation

Das niedrige Zinsumfeld beeinflusste auch 2015 das Einkommen aus bestehenden Finanzvermögen merklich. Betroffen waren sowohl Einlagen (inkl. Kredite) als auch verzinsliche Wertpapiere, die mit insgesamt 263 Milliarden Euro 44 Prozent des gesamten Finanzvermögens darstellten. Der Ertrag aus diesen Finanztiteln ergab im Jahr 2015 rund 0,7 Prozent p.a. vor Abzug der KEST und ohne Berücksichtigung der Inflationsrate in Höhe von 0,8 %.

Weniger Bankemissionen

Eine zweite Form der Umschichtung fand, wie bereits in den Jahren davor, zwischen Bankanleihen und Investmentzertifikaten statt. Denn die anhaltende Tilgungspolitik der Banken reduzierte das Angebot an Bankemissionen, die sich auch auf das Wertpapierportfolio der Haushalte auswirkte (14 Prozent aller ausstehenden Emissionen sind Bankemissionen). Verkäufe und die Tilgungen der Banken ergeben einen Rückgang von rund 2,5 Milliarden Euro an Volumen von Bankemissionen im Vorjahr.

3,5 Milliarden Euro aus Anleihen abgezogen

Generell büßten Anleihen deutlich an Beliebtheit ein. So stießen die Österreich auch Anleihen anderer Emittenten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro ab.

Anlegers Lieblinge: Zertifikate, Misch- und Immofonds

Privatanleger schichteten die so freigewordenen Mittel in Investmentzertifikate und Fonds um. Die Nettokäufe betrugen 3,9 Milliarden Euro, mehr als jeder zweite Euro floss dabei in inländische Fonds. Haushalte investierten vorwiegend in Zertifikate inländischer gemischter Fonds und Immobilienfonds. Die Zuwächse in Bargeldbestände, täglich fällige Einlagen und Investmentzertifikate abzüglich der Rückgänge der gebundenen Einlagen und verzinslichen Wertpapiere erklären 8,7 von 10,5 Milliarden Euro der gesamten Finanzinvestitionen der Haushalte im Jahr 2015.

Kleiner Anteil fließt in Pensionsvorsorge

Die verbleibenden Finanzmittel floss in kapitalgedeckte Pensionsreserven. Mit Investitionen in Höhe von 0,8 Milliarden Euro bzw. in Ansprüche gegenüber betrieblichen Vorsorgekassen in Höhe von einer Milliarde Euro allerdings ein vergleichsweise bescheidener Anteil.

Österreicher haben 175 Milliarden Euro Schulden

Dem Finanzvermögen der Haushalte standen offene Kredite – vor allem aus Wohnbaufinanzierungen - in Höhe von 175 Milliarden Euro gegenüber. Die Nettofinanzposition von rund 430 Milliarden Euro entspricht dem rund 2,2 fachen des netto verfügbaren Einkommens im Jahr 2015.

Vermögen und Verbindlichkeiten der Haushalte

RLB OÖ - Geldanlage mit Veranwortung

"Unsere Stärke ist die persönliche, vertrauensvolle Beratung"

RLB OÖ - Geldanlage mit Veranwortung

"Wir rechnen mit weiterem Ansteigen der Aktienmärkte"

Waltraud Perndorfer, Leiterin der Privat Bank der RLB OÖ

RLB OÖ - Geldanlage mit Veranwortung

Asset Allocation - Wie die Privat Bank Vermögen verwaltet