Diese 7 Austro-Aktien empfehlen Experten zum Kauf

Diese 7 Austro-Aktien empfehlen Experten zum Kauf

Aktuelle Schlagzeilen lassen Beobachter erneut an der Bedeutung des Finanzplatzes Österreich zweifeln. Dabei halten sich die Umsätze an der Börse Wien stabil, der ATX steigt stärker als andere Indizes und einzelne Aktien bieten viel Potenzial. Drei Experten geben wertvolle Tipps.

Der geplante Rückzug der RHI von der Wiener Börse und die Fusion von RBI und RZB haben Anfang des Monats am heimische Finanzplatz für viel Aufsehen gesorgt - vor allem durch den Abzug des Feuerfestprodukte-Herstellers an die Börse London fürchten viele, dass der Finanzplatz Österreich weiter an Bedeutung verliert. Dem steht jedoch die Tatsache gegenüber, dass der Leitindex ATX im dritten Quartal 2016 um 14,76 Prozent zulegen konnte. Damit war Wien besser als die meisten anderen europäischen Börsen. Bedingt durch Rückschläge wie der China-Krise und dem Brexit-Votum steht der ATX ungefähr am Niveau wie zu Jahresbeginn. Womit sich der Index aber weit besser geschlagen hat als etwa der EuroStoxx50, der 8,12 Prozent verlor.

Drängt sich die Frage auf, ob die ungünstigen Rahmenbedingungen eher ungünstige Signale für die Zukunft oder die jüngsten Kursentwicklungen eher günstige Signale sind.

Experten: Solide Entwicklung setzt sich fort

Analysten glauben mehrheitlich, dass sich an der Wiener Börse die solide Entwicklung der letzten Wochen fortsetzen wird. Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Generali Investmentgesellschaft, hält zwei Themen für besonders wichtig: Die Situation der im Index stark vertretenen Großbanken und die Lage in Osteuropa. In Bezug auf die Banken sieht er eine schrittweise Verbesserung: "Die Erste Group hat alle Altlasten bereinigt, und Raiffeisen geht jetzt die überfällige Neuaufstellung an."

Was den CEE-Raum betrifft, meint Wögerbauer, dass die Lage besser sei, als öffentlich wahrgenommen wird. Selbst die Lage in Russland entspanne sich etwas. Ähnlich sieht das Wolfgang Matejka, Chef von Matjeka &Partner: "Wenn sich der russische Markt bessert, dann zeigt sich das positiv im ATX."

Die Entwicklung des ATX (rot) im Lauf der vergangenen zehn Jahre. Zum Vergleich: Der Dax (blau) und der Dow Jones (grün).

Matejka nennt weitere ökonomische und politische Einflussfaktoren auf den ATX. Er verweist darauf, dass Österreichs Unternehmen ihre Bilanzen bereinigt, ihre Geschäftsmodelle und Strukturen angepasst haben. "Die Fundamentaldaten vieler Unternehmen sind deutlich besser als erwartet." Politisch gebe es hingegen Luft nach oben: Die neue Regierung ist mit großen Versprechen gestartet, umgesetzt hat sie allerdings noch nicht viel. "Die erhöhte KeSt hat zum Beispiel Aktien-Investments gebremst", meint Stefan Maxian, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank. Ähnliche Bedenken werden durch eine mögliche Finanztransaktionssteuer aufgeworfen: "Wenn es teurer wird, in österreichische Aktien zu investieren, werden Fonds an anderer Stelle aktiv", sagt Maxian.

Harte Zahlen sorgen für gute Stimmung

Die harten Zahlen sprechen zum Glück für heimische Aktien. "Das KGV des ATX liegt derzeit bei 12,5, das entspricht dem langfristigen Durchschnitt", sagt Maxian. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis des ATX liegt bei 1,0; damit sind hiesige Aktien billiger als jene im DAX, wo dieser Wert bei 1,5 liegt.

Maxian sieht den ATX daher im Aufwind: "Wir rechnen mit 2.500 Punkten bis Jahresende, bis Ende des ersten Quartals 2017 mit 2.600 Punkten." Ähnliche Erwartungen hat er allerdings auch für den DAX (11.100 Punkte bis Ende Q4/16, 11.500 bis Ende Q1/17) und den Eurostoxx50 (3160 bis Ende Q4/16, 3250 bis Ende Q1/17).

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Heimische Aktien sind nicht nur aufgrund ihres Kurspotenzials, sondern auch wegen der Dividende reizvoll. Die Dividendenrendite im ATX liegt aktuell bei 3,1 Prozent. Zum Vergleich: Die Rendite für zehnjährige österreichische Staatsanleihen liegt bei 0,25 Prozent und war bereits deutlich niedriger.

"Auf dieser Basis sind Dividenden-Aktien interessant", sagt Maxian: "Mit entsprechend breiter Streuung." Einig sind sich die Analysten, dass langfristige Investments immer mehr en vogue sind - das Image des zockenden Spekulanten gehört zunehmend der Vergangenheit an.

Diese ATX-Aktien empfehlen die Experten

Aktien, auf die auch Kleinanleger ein Auge haben sollten, gibt es im ATX einige. Laut Matejka werden die Schwergewichte des Index gemeinsam mit dem Leitindex anziehen, allen voran die Erste Group und die OMV. "Beide Unternehmen sind auch am besten Weg, ihre Fundamentalwerte zu verbessern", sagt er. Unisono bewerten die Analysten zudem Immobilien-Aktien als positiv. Matejka etwa glaubt, dass die Immofinanz mit ihrem Russland-Anteil vom CEE-Aufschwung profitieren kann, Wögerbauer hält die Aktie der CA Immo derzeit für zu billig. Außerdem empfiehlt er aufgrund der internationalen Expansion die Palfinger-Aktie zum Kauf. Weiters AT&S wegen der "mutigen, aber sinnvollen Expansion in neue Geschäftsbereiche" und die Österreichische Post: Denn diese ist ein stabiler Dividendenzahler mit rund fünf Prozent Rendite.

Allen Unkenrufen zum Trotz heißt es übrigens von Seiten der Wiener Börse, dass die Aktienumsätze in den letzten drei Jahren um 42,90 Prozent gewachsen sind. Im Jahr 2016 halten sich die Umsätze bisher auf Vorjahresniveau, während namhafte europäische Börsen mit teils stark rückläufigen Umsätzen zu kämpfen haben. Für Untergangsstimmung in Bezug auf die Wiener Börse gibt es also keinen Grund.

Diese 7 Aktien werden von Experten empfohlen

1. Erste Group (AT0000652011)

Der Bankkonzern macht 19,89 Prozent der Gewichtung im ATX aus und hat seine Altlasten bereinigt.

2. OMV (AT0000743059)

Bewegt sich mit dem Ölpreis und ist auf dem besten Weg, die Fundamentalwerte zu verbessern.

3. Immofinanz (AT0000809058)

Profi tiert von niedrigen Zinsen und dem Aufschwung im CEE-Raum. Ist mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,96 recht billig.

4. CA Immo (AT0000641352)

Wögerbauer: "Die Aktie ist ganz einfach zu billig, hohe Reserven in Berlin."

5. Palfinger (AT0000758305)

Überzeugt laut Wögerbauer durch internationale Expansion.

6. AT&S (AT0000969985)

Mutige, aber sinnvolle Expansion in neue Geschäftsbereiche.

7. Österreichische Post (AT0000APOST4)

Gilt als stabiler Dividendenzahler mit einer Rendite von rund fünf Prozent.

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Ingo Kipker

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