Asiens Börsen auf Talfahrt - G-20-Treffen trübt Stimmung

Asiens Börsen auf Talfahrt - G-20-Treffen trübt Stimmung

Erhoffte konkrete G-20-Konjunkturhilfen bleiben aus. Investoren ziehen Geld aus chinesischen Aktien ab und kaufen Immobilien. Der südkoreanische Won ist auf 5-1/2-Jahres-Tief gefallen.

Mit Enttäuschung haben Anleger am Montag auf den Ausgang des G-20-Treffens reagiert. Börsianer monierten, dass die 20 größten Industrie- und Schwellenländer nicht wie erhofft konkrete Maßnahmen zur Ankurbelung der schwächelnden Weltwirtschaft verkündet hätten. Stattdessen stellten sie Reformen in Aussicht.

In China sorgte zudem die anhaltende Flucht vieler institutioneller Anleger in Immobilien für Verunsicherung. Befeuert wurde sie unter anderem von schwachen Zahlen wachstumsstarker Unternehmen. Der Index der 300 größten Werte an den Börsen Shanghai und Shenzhen brach daraufhin um bis zu 4,3 Prozent ein und notierte so niedrig wie zuletzt vor rund einem Jahr. In der vergangenen Woche war er bereits um knapp 8 Prozent abgerutscht. "Geld fließt aus Aktien ab, weil Anleger keine Anzeichen für weitere Kursgewinne sehen", sagte Fondsmanager Shen Weizheng von Ivy Capital.

Yen gewinnt gegen Dollar

Der Dollar verbilligte sich um knapp 1 Prozent auf 112,93 Yen, obwohl die starken US-Konjunkturdaten vom Freitag Spekulationen auf eine baldige weitere Zinserhöhung der Notenbank Fed schürten. "Es ist zwar noch zu früh, um das Ende der Yen-Rally zu verkünden", sagte Koji Fukaya, Chef des Finanzdienstleisters FPG Securities. Spekulativ orientierte Anleger reduzierten aber bereits ihre Wetten auf eine weitere Aufwertung.

In Südkorea hievte die Aussicht auf steigende US-Zinsen den Dollar zeitweise auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Hoch von 1.245,30 Won. Weitere Kursausschläge seien wegen Spekulationen auf Won-Stützungskäufe aber nicht zu erwarten, sagte Analyst Park Sung-woo vom Brokerhaus NH Futures.

Europas Börsen im Abwärtssog

Die Wiener Börse hat sich bei moderatem Volumen ebenfalls mit schwächerer Tendenz präsentiert. Der ATX wurde zu Miuttag mit 2.131 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 14,88 Punkten oder 0,69 Prozent.

Auch das europäische Börsenumfeld zeigt sich zu Wochenbeginn einheitlich im roten Bereich. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,61 Prozent, FTSE/London -0,61 Prozent und CAC-40/Paris -0,76 Prozent.

Im Sog der chinesischen Börsen büßte der Tokioter Leitindex 1 Prozent ein. Hier drückte zudem die erneute Aufwertung der eigenen Währung auf die Stimmung. Sie macht Waren japanischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig. Aus Furcht vor erneuten Kursturbulenzen an den chinesischen Börsen sowie einer weiteren Abkühlung der Weltkonjunktur flüchteten Anleger in diesen "sicheren Hafen".

Die Inflation im Euroraum hat wegen günstiger Energiepreise einen kräftigen Dämpfer erhalten. Im Februar seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent gefallen wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Im Jänner hatte die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent gelegen. Bankwerte fanden sich europaweit ganz oben auf den Verkaufslisten der Anleger.

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