Apple zahlt Aktionären über 100 Milliarden Dollar Dividende

Apple zahlt Aktionären über 100 Milliarden Dollar Dividende

Apple-Chef Tim Cook gibt wieder einmal Milliarden an die Apple-Aktionäre zurück. Und hat neue Pläne, um nicht nur mit dem iPhone zu reüssieren.

US-Computer- und Smartphonehersteller Apple hat einmal mehr hervorragende Zahlen präsentiert. Entgegen sinkendem Absatz am Smartphone-Markt ist der Verkauf von Apples iPhone weiter gestiegen. Die Aktionäre dürfen sich über eine fette Dividende freuen. Analysten sind damit nicht ganz einverstanden.

Cupertino (Kalifornien). Bei Apple läuft das Geschäft rund. Das jüngste Quartalsergebnis überrascht auch die Experten. Wurde damit gerechnet, dass das letzte iPhone-Modell aufgrund des hohen Preises von umgerechnet rund 1150 Euro sich nicht so gut verkauft, wurden die Experten und diejenigen, die glauben Apple seit Jahren zu kennen, eines besseren belehrt. Apple macht wieder einmal kräftig Kasse. Der Konzern aus Kalifornien sprengt wieder einmal alle Limits. Zur Freude der Aktionäre. Sie bekommen einmal mehr 100 Mrd. Dollar (rund 83 Mrd. Euro) Dividende ausbezahlt.

Möglich ist das freilich nun, weil Apple in seiner Quartalsbilanz hervorragende Ergebnisse präsentieren kann. Und dank iPhone. Obwohl die Nachfrage nach Smartphones weltweit sinkt, verkaufte der US-Konzern von Jänner bis März 52,2 Millionen iPhones - um drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn kletterte deutlich. Die Quartalsdividende steigt deshalb um 16 Prozent.

Die Apple-Aktie hat nach Bekanntgabe der Zahlen gleich um über sechs Prozent zulegen können, am späten Mittwochnachmittag betrug das Plus noch über vier Prozent. Die Aktie notierte bei 176 Dollar. Der Börsenwert des Unternehmens beläuft sich derzeit bei 894,5 Milliarden Dollar.

Das alles beruhigte Investoren, die sich seit einiger Zeit Sorgen machen, dass Apple inzwischen zu abhängig vom iPhone sein könnte. Zuletzt hatte die Aktie deshalb von Mitte bis Ende April um rund neun Prozent verloren. Seit Freitag geht es aber mit dem Kurs wieder bergauf auf das Niveau von Mitte April. Allerdings: Die letzten 14 Tage bevor Apple seine Quartalergebnisse präsentiert ist seit Jahren immer wieder mit Kursverlusten begleitet. Wird ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen präsentiert, steigt der Kurs wieder rasch auf das vorige Niveau.

Doch heuer ist alles noch ein wenig anders. Apple Chef Tim Cook will freilich die Anleger an der Leine halten. Der wertvollste Technologiekonzern der Welt hat daher am Dienstagabend nach US-Börsenschluss bekanntgegeben, ein Aktienrückkaufprogramm zu starten. Für die Anleger ein postives Zeichen, weil alleine die Ankündigung in der Regel einen Kursanstieg zur Folge hat.

Die Erleichterung über den iPhone-Absatz und den positiven Ausblick auf das laufende Vierteljahr war aber auch bei Zulieferern zu spüren. Die zuletzt gebeutelten Papiere des Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor sprangen um mehr als acht Prozent in die Höhe. Ähnlich stark legte die österreichische Chip- und Sensorfirma ams zu. Im Sog stiegen auch die Anteilsscheine von Infineon und ASML.

Die Rückflüsse

Apple schwimmt im Geld. Und nicht erst jetzt. Vor der aktuellen Dividendenzahlung hat Apple schon August 2012 bis März 2018 insgesamt 275 Mrd. Dollar - in etwa das Bruttoinlandsprodukt von Chile - an seine Anleger über ein Aktienrückkaufprogramm zurückfließen lassen. Das wird auch als Zeichen gewertet, dass der Konzern einen Großteil seines im Ausland lagernden Vermögens zurückholen will. Nach der US-Steuerreform sind darauf geringere Abgaben als zuvor nötig.

Nun kündigte die Firma aus Cupertino ein neues Rückkaufprogramm im Umfang von 100 Mrd. Dollar an. Das entspricht mehr als der Marktkapitalisierung von Siemens. "Wir geben das Geld wie versprochen den Investoren zurück", sagte Finanzchef Luca Maestri der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Murren der Analysten

Nicht allen Analysten ist das recht. Einige fordern, mehr Geld in die Entwicklung neuer Produkte zu stecken, um sich breiter aufzustellen und nicht alles für die Aktienpflege aufzuwenden. Andere schlagen vor, über strategische Zukäufe nachzudenken.

Das iPhone stand zuletzt für mehr als zwei Drittel des Umsatzes, der von Jänner bis März um 16 Prozent auf 61,1 Mrd. Dollar zulegte. Erst im November hatte Apple zum zehnjährigen iPhone-Geburtstag ein neues Vorzeigemodell in den Handel gebracht, das ab 1.150 Euro zu haben ist. Vorstandschef Tim Cook warnte vor überzogenen Erwartungen: "Wenn ein Team den Super Bowl (Finale im American Football) gewinnt, wünscht man sich vielleicht auch, dass es mehr Punkte bekommen hätte. Aber es ist Super-Bowl-Gewinner und so fühlen wir uns auch." Der Überschuss kletterte im zweiten Geschäftsquartal um rund ein Viertel auf etwa 13,8 Mrd. Dollar.

Die Musik spielt in der Cloud

Vor allem in Dienstleistungen rund um den App- und iTunes-Store sowie den Musik-Streaming-Dienst Apple Music und das Cloud-Angebot setzt der Konzern große Hoffnungen. Die Umsätze in dieser Sparte lagen mit 9,1 Mrd. Dollar über den Erwartungen.

Die Phantasie von Apple fokussiert sich freilich nicht nur auf Hardware wie vor allem das iPhone oder Computern, Apple Watch und Musik. Vielmehr will der US-Konzern auch im TV-Geschäft mitmischen und Content-Provider werden.

Künftig will der Konzern, der einst mit Mac-Computern groß geworden ist, ähnlich wie Amazon und Netflix auch eigene Inhalte wie Fernsehserien produzieren, um Kunden anzulocken.

Für das laufende Quartal erwartet Apple Erlöse zwischen 51,5 und 53,5 Mrd. Dollar und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als es zu 45,4 Mrd. Dollar reichte. Wie gut die Geschäfte am Ende laufen, dürfte auch von der Entwicklung des US-Handelsstreits mit China abhängen. Die Volksrepublik wird für Apple als Markt immer wichtiger. Finanzchef Maestri sagte: "Wir glauben, dass Zölle letztlich Steuern für den Verbraucher sind."

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